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Interpretation. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz

Interpretation. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz

von: Hans-Peter Bayerdörfer

Reclam, 1993

ISBN: 9783159500065, 40 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 2,60 EUR

  • Interpretation. Gottfried Benn: Gehirne
    Interpretation. Franz Kafka: Der Proceß
    Karrieren im Zwielicht: Hitlers Eliten nach 1945
    Interpretation. Max Frisch: Homo faber
    Interpretation. Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker
    Interpretation. Johann Wolfgang Goethe: Iphigenie auf Tauris
    Interpretation. Georg Büchner: Woyzeck
    Interpretation. Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug
  • Interpretation. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
    Interpretation. Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise
    Interpretation. Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame
    Interpretation. Friedrich Schiller: Maria Stuart
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    René Descartes - Eine Einführung

     

     

 

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Interpretation. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz


 

2.

Das Verhältnis des Erzählers zu seinem ›Helden‹ lässt sich unkompliziert an. Vorreden und Kapitelüberschriften geben eine überlegene Erzählregie zu erkennen. Mit didaktischem Gestus wird die ›Geschichte‹ des Helden dargestellt, wird dem Leser bedeutet, in welchem Stadium der Darstellung er sich gerade befindet. Der Tonfall der Moritat, der in wechselnder Dosierung die Vorreden einfärbt, ist offenbar sujet-bedingt; Verbrecher-Geschichten mit belehrendem Ende sind für die Gattung bezeichnend.

Wedekind’sche Tonlagen haben in den zwanziger Jahren Schule gemacht. Dass später dann der Tod in Persona auftritt – und in großer Attitüde –, verrät, dass ein weiterreichendes didaktisches Modell dem Ganzen, von den in Klammern gesetzten Fragen an Franz, das heißt von Anfang an, zugrunde liegt. Die in der Moritat ironisierte Beispielhaftigkeit geht in die der Moralität über: »zum Erleben seines schweren, wahren und aufhellenden Daseins« hat der Erzähler den Helden bestimmt (47).

dann der Tod in Persona auftritt – und in großer Attitüde –, verrät, dass ein weiterreichendes didaktisches Modell dem Ganzen, von den in Klammern gesetzten Fragen an Franz, das heißt von Anfang an, zugrunde liegt. Die in der Moritat ironisierte Beispielhaftigkeit geht in die der Moralität über: »zum Erleben seines schweren, wahren und aufhellenden Daseins« hat der Erzähler den Helden bestimmt (47).

wird dieser Mensch wie eh und je in Totentanz- und Jedermann- Fabeln zum exemplarischen Fall. Grundsituationen und allgemeine Moral stehen zur Debatte, ein umfassendes fabula docet ist zu gewärtigen. Schauereffekte und melodramatische Szenen, auf welche das Erscheinen des Todes hinweist, gehören ebenfalls zum Genre. Überschaubare Linienführung ist die Folge, sowie eine präzise Themenstellung. Der Konflikt entsteht daraus, dass der Held seine Straftat zwar in der Haft abgebüßt, nicht aber innerlich verarbeitet, nichts aus ihr gelernt hat, und daher mit ungebrochenem Willen zur Bemächtigung und Durchsetzung seiner alten Umwelt entgegentritt. Nachdem der aus Tegel Entlassene in das Berliner Leben zurückgefunden hat, wobei ihm der Anfang durch die Beispiel-Erzählung der Juden, durch sexuelle Selbstvergewisserung und durch die Hilfe alter Bekannter erleichtert wird, ergibt sich ein Geschehensablauf in drei gleichgerichteten, aber sich steigernden Phasen.