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Interpretation. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche

Interpretation. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche

von: Heinz Rölleke

Reclam, 1990

ISBN: 9783159500072, 40 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 2,60 EUR

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Interpretation. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche


 

Der Erstdruck des einzigen vollendeten Prosawerks der Droste erschien in sechzehn Fortsetzungen vom 22. April bis zum 10. Mai 1842 in Cottas angesehenem und weit verbreitetem Morgenblatt für gebildete Leser. Obwohl sich keine Manuskriptreinschrift erhalten hat, muss dieser Druck als autorisiert gelten, zumal er nach einem brieflichen Zeugnis der Dichterin – bis auf geringfügige Änderungen durch Levin Schücking (der die Drucklegung ohne Wissen der Droste veranlasst hatte) und den Redakteur Hermann Hauff (auf dessen Vorschlag der Titel zurückgeht) – »Wort für Wort« korrekt ist. Noch in demselben Jahr erfolgte ein Nachdruck in der Zeitschrift Westfälischer Anzeiger (1. Juni bis 13. Juli 1842), ehe Schücking 1859, also elf Jahre nach dem Tod der Dichterin, den Text erstmals zusammenhängend veröffentlichte.

Paul Heyse und Hermann Kurz nahmen das Werk 1876 in ihre kanonbildende Sammlung Deutscher Novellenschatz auf; erst damit setzt die bemerkenswerte Rezeptionsgeschichte ein, die durch ein ständig zunehmendes Interesse des Lesepublikums und eine sich bis in die Gegenwart fortsetzende, in Art und Umfang einigermaßen singuläre wissenschaftliche Diskussion gekennzeichnet ist. Bisher erschien die bislang in acht Sprachen übersetzte Judenbuche in etwa 160 verschiedenen Ausgaben, worunter die seit 1884 im Programm der Reclam’schen Universal-Bibliothek vertretene Edition hinsichtlich der Verbreitung (vor allem in den Schulen) einen besonderen Rang einnimmt. Die Forschung hat es inzwischen auf mehr als 130 Beiträge gebracht.

Angesichts dieser Zahlen kommt den die Vielfalt und Divergenz der Meinungen referierenden und kritisch diskutierenden Kommentaren besondere Bedeutung zu: Dass solcherart Besinnung auf Facta und Realia und zudem für sich sprechende Warnung vor alexandrinischer Überbordung eines Themas die Lust an immer neuen Deutungsversuchen und Einzeluntersuchungen indes nicht im Geringsten mindern konnten, erweist exemplarisch das Sonderheft der Zeitschrift für deutsche Philologie (Bd. 99, 1980), das ausschließlich der Judenbuche gewidmet ist und auf 168 Seiten zwölf neue Beiträge bietet.