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Service
(S. 26-27)
Okka Heynen bediente die Gäste. Der junge Mann, der Heide und Maxie begleitet hatte, war ihr fremd, und auch ihr Mann kannte ihn nicht, wie er ihr sagte, als sie die Skatrunde bedient hatte. Er sah gut aus und machte einen ordentlichen Eindruck. Als Mutter war sie natürlich neugierig. Okka Heynen hatte sich hinter dem Tresen zu schaffen gemacht. Die Jogger riefen sie an ihren Tisch und zahlten. Sie trug das Geschirr in die Küche und setzte sich an einen Tisch in der Nähe des Tresens und schaute in eine Illustrierte. Ihr Mann schimpfte laut mit seinen Mitspielern. Es ging um einen Kreuzbuben.
Die älteren Gäste wünschten einen Kaffee. Sie bediente die Kaffeemaschine, füllte zwei Tassen, stellte Milch dazu und brachte die Bestellung an den Tisch. Von draußen drangen Stimmen in das Café. Okka Heynen blickte auf die Uhr. Es war 21 Uhr 40. Die Laienschauspieler vom Heimattheater strömten herein, grüßten aufgekratzt, rückten Tische zusammen und nahmen Platz. Der Spielleiter notierte die Getränkewünsche und überreichte Okka die Sammelbestellung, als die Tür aufging und Heide mit Maxie vom Spaziergang zurückkam. »Kind, du kommst gerade richtig«, sagte die Mutter und warf der Tochter einen neugierigen Blick zu. »Ich bringe den Hund weg und helfe gleich«, sagte Heide aufgeräumt. Vom Stammtisch warf ihr der Vater einen fragenden Blick zu.
Okka Heynen bediente die Kaffeemaschine. Sekunden später erschien ihre Tochter und packte mit an. Sie hatte sich eine weiße Schürze umgebunden, lud den Kaffee auf ein Tablett und trug ihn an die zusammengestellten Tische. »Und, hat der Hahn gekräht?«, fragte sie die Runde, denn das neue Theaterstück hieß »Wenn der Hahn kräht«. »Das muss er noch lernen«, meinte der Spielbaas und lachte. Heide war gut drauf, wie die Mutter bemerkte. Sie strahlte Ruhe und Zufriedenheit aus. Ja, mehr noch. »Wer war der junge Mann vorhin?«, fragte Okka Heynen, während sie Bier zapfte. Heide wurde rot. »Er heißt Dodo Wilbert. Sein Vater kam von Baltrum. Er ist Fernfahrer und hat hier ein Haus gebaut. Im Westdorf«, antwortete sie, als sei sie bereits stolz auf ihn.
Sie brachte die Bestellung an die Tische der Darsteller. Die Mutter schwieg. Sie erinnerte sich an den Vater des jungen Mannes. Er war Kutscher gewesen. Seine Frau war früh gestorben. Der alte Wilbert war vor Jahren auf das Festland gezogen. Okka Heynen war nicht erbaut von dem, was sie erfuhr. Heide war eine gute Partie. Außerdem war sie nicht nur intelligent, sondern auch noch ausgesprochen hübsch. Sie stand kurz vor dem ersten Staatsexamen. Sie wollte sich doch nicht etwa auf diesen ungebildeten Fernfahrer einlassen? Darüber musste sie mit ihrem Mann Johann sprechen. Die Theatertruppe gab sich spendabel.
Nicht alle tranken Bier. Sie bestellten vom Käsekuchen und von der Rumflockentorte, die der Inselbäcker am Morgen frisch geliefert hatte. Sie besprachen die Termine der Übungsabende und noch anzuschaffende Requisiten. Die übrigen Gäste verließen nach und nach das Café. Heide spülte in der Zwischenzeit Geschirr, sah nach dem Hund, der im Schuppen bereits schlief. Die Schauspielertruppe sang zünftig eine liebliche Melodie aus ihrer Produktion und nahm mit Humor den Beifall der Skatspieler entgegen. Sie bezahlten und traten ihren Heimweg an. Um 23 Uhr beendeten auch die Herren vom Skattisch ihr Spiel. Sie rechneten ab und verabschiedeten sich.
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