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Der Insektensammler

Der Insektensammler

von: Jeffery Deaver

PeP eBooks, 2002

ISBN: 9783894807139, 438 Seiten

Format: PDF, ePUB

Mac OSX,Windows PC eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-300,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,COOL-ER eReader,PocketBook 301+,Prestigio PER3162B,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -600, -700,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 7,99 EUR

Ersparnis: 0,91 EUR

  • Kauderwelsch: American Slang, das andere Englisch
    Wagnis Führung: 365 Tage aus dem Leben eines Change-Managers
    Assessment Center: Bestandsaufnahme und Kritik
    Risiken des Unternehmens
    Das 360°-Feedback: Alle fragen? Alles sehen? Alles sagen?
    Verhandeln im Grenzbereich: Strategien und Taktiken für schwierige Fälle
    Geschichte Afrikas
    Personalarbeit der Zukunft
  • Das Produkt
    Kampf den Renditekillern: Wie das Management rechnen muss, um böse Überraschungen zu vermeiden
    Schwerer Ausnahmefehler - Irrungen und Wirrungen in der Computerwelt
    Coaching
    Schlagfertigkeit
    Geschichte Indiens
    Die Rivalen - Ein Business-Roman über Führung und Management
    Das Gesicht des Drachen
 

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Der Insektensammler


 

...Fünfzehn (S. 151-152)

Lydia kannte diesen Blick. Hatte ihn schon zigmal bei Männern gesehen. Verlangend. Sehnsüchtig. Gierig. Herausfordernd manchmal, ohne dass derjenige wirklich etwas von einem wollte. Mitunter aber auch wie eine unbeholfene Liebeserklärung. Ein zu dick geratenes Mädchen war sie, mit dünnen, strähnigen Haaren und einem vernarbten Gesicht, weil sie in jungen Jahren so viele Pickel gehabt hatte, und sie glaubte, dass sie den Männern nicht viel zu bieten hätte. Aber sie wusste auch, dass sie eines von ihr wollten, ein paar Jahre lang zumindest, und sie hatte schon vor langer Zeit begriffen, dass sie die wenige Macht, die sie besaß, ausnützen musste, um halbwegs im Leben klar zu kommen. Und daher befand sich Lydia Johansson nun auf einer Spielwiese, die ihr bestens vertraut war. Sie waren wieder in der Mühle, in dem dunklen Büro, und Garrett war über sie gebeugt, sodass sie durch die kurzen Stoppelhaare den Schweiß auf seiner Kopfhaut glitzern sah. Sein erigierter Penis zeichnete sich unter der Hose ab.

Sein Blick glitt über ihre Brust, dorthin, wo ihre nasse, durchsichtige Tracht beim Sturz in den Mühlgraben aufgeplatzt (oder war er das gewesen, als er sie auf dem Weg gepackt hatte?) und der Träger ihres BHs zerrissen war (oder hatte er ihn zerfetzt?). Lydia rückte von ihm ab, zuckte vor Schmerz zusammen, als sie ihren Knöchel belastete. Drückte sich an die Wand, während sie breitbeinig dasaß und die Augen des Jungen musterte, den Blick sah, mit dem er sie anglotzte. Ekelhaft, als kröche eine Spinne über ihre Haut. Und dennoch dachte sie: Soll ich ihn ranlassen?

Er war jung. Er würde auf der Stelle kommen, und dann hätte sie es hinter sich. Vielleicht schlief er danach ein, und sie konnte sein Messer suchen und ihre Hände befreien. Dann könnte sie ihn bewusstlos schlagen und fesseln. Aber diese roten, knochigen Hände, das verschwollene Gesicht unmittelbar neben ihrer Wange, der widerliche Atem und sein Körpergeruch... Wie sollte sie das fertig bringen? Lydia schloss einen Moment lang die Augen. Sprach ein kurzes Gebet, das ihr so kraftlos vorkam wie ihr blassblauer Lidschatten. Ja oder nein?

Doch weit und breit war kein Engel, der die Stimme erhob und ihr bei dieser Entscheidung beistand. Sie musste ihn lediglich anlächeln. Er wäre im Nu in ihr. Oder sie nahm ihn in den Mund... Es hätte überhaupt nichts zu bedeuten. Besorg's mir schnell, und danach schauen wir uns einen Film an... Ein Scherz zwischen ihrem Freund und ihr. Manchmal empfing sie ihn in dem roten Body, den sie sich von Sears hatte schicken lassen, schlang ihm die Arme um die Schultern und flüsterte ihm diese Worte zu.

Wenn du es machst, dachte sie, kannst du vielleicht fliehen. Aber ich kann nicht! Garretts Blick ruhte auf ihr. Wanderte über ihren Körper. Sein Schwanz konnte ihr nicht mehr Gewalt antun als diese roten Augen. Herrgott, er war nicht bloß ein Insekt – er wirkte wie eine der Schreckgestalten aus ihren Horrorbüchern, wie etwas, was sich ein Dean Koontz oder Stephen King ausgedacht haben könnte. Schnipste mit den Fingernägeln.

Jetzt musterte er ihre Beine, die rund und stramm waren – das Beste, was sie ihrer Meinung nach zu bieten hatte. »Wieso flennst du?«, herrschte Garrett sie an. »Du bist selber Schuld, dass du dir wehgetan hast. Du hättest nicht wegrennen sollen. Lass mich mal sehn.« Er deutete mit dem Kopf auf ihren geschwollenen Knöchel. »Ist schon gut«, sagte Lydia rasch, doch dann, beinahe unwillkürlich, hielt sie ihm ihren Fuß hin.

»Ein paar Arschlöcher haben mich letztes Jahr den Hang hinter der Mobil-Tankstelle runtergeschubst«, sagte er. »Hab mir den Knöchel verknackst. Der hat genauso ausgesehen. Hat saumäßig wehgetan.« Bring's hinter dich, sagte sie sich. Umso eher bist du wieder daheim. Besorg's mir schnell... Nein!