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Persönlichkeitstest: Motivation der Bewerbung (S. 22-23)
Worum geht es?
Wenn Auszubildende zum Testtag eingeladen werden, kommt es immer häufi ger vor, dass die Motivation der Bewerber gründlich hinterfragt wird. Nach Angaben von Ausbildungsbetrieben brechen immerhin bis zu 20 Prozent eines Jahrgangs die Ausbildung ab. Die Firmen möchten aber auf jeden Fall vermeiden, dass sie an Auszubildende geraten, die sich nur mangels besserer Angebote, aus einer Laune heraus oder auf Wunsch der Eltern bei ihnen bewerben. Kurz gesagt: Mit Tests zur Motivation will man herausbekommen, wie ernst Sie es mit Ihrem Ausbildungswunsch meinen.
Was erwartet Sie?
Die Motivation von Ausbildungsplatzsuchenden wird mithilfe von Aufsätzen, Kurzvorträgen vor allen Kandidaten und Firmenvertretern oder gezielten Fragen im persönlichen Gespräch überprüft. Eine typische Aufgabenstellung für Aufsätze wäre: »Begründen Sie schriftlich auf einer DIN-A4-Seite, warum Sie sich für eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau entschieden haben!«. Beim Kurzvortrag könnte die Aufgabe lauten: »Sie möchten bei uns eine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen. Bitte erläutern Sie zwei Minuten lang vor der Gruppe Ihre Motivation!«. Und typische Fragen im Interview wären: »Seit wann wissen Sie, dass Sie eine Ausbildung zur Arzthelferin machen möchten?« oder »Wenn wir Ihre Freunde zu Ihrem Ausbildungswunsch zum KFZ-Mechatroniker befragen würden: Wären sie der Meinung, dass diese Ausbildung zu Ihnen passt?«.
Wie können Sie Punkte sammeln?
Sämtliche Übungen zur Motivation des Ausbildungswunsches lassen sich hervorragend zu Hause vorbereiten. Überzeugen Sie mit guten Argumenten, indem Sie auf Ihre Erfahrungen aus Praktika verweisen. Erklären Sie, wo Sie sich über die Ausbildung informiert haben und seit wann Sie diesen Berufswunsch haben. Ganz wichtig: Lassen Sie durchblicken, dass Sie wissen, was auf Sie zukommt. Dies gelingt Ihnen, indem Sie drei bis vier Tätigkeiten aus der Ausbildung nennen und schildern, bei welchen Gelegenheiten Sie diese in der Vergangenheit bereits kennen gelernt haben, beispielsweise im Praktikum, in der Schule oder in der Freizeit.
Aufsatz zur Motivation
In dieser Übungseinheit werden Sie lernen, wie Sie Ihre Motivation in schriftlicher Form überzeugend darstellen und mit Ihrem Aufsatz Ausbildungsverantwortliche beeindrucken können. Um Ihnen zu zeigen, auf was Sie dabei achten müssen, stellen wir Ihnen nun zunächst ein Negativbeispiel und anschließend ein Positivbeispiel einschließlich unserer Bewertung vor.
Negativbeispiel: Aufsatz zur Motivation
Wird ein Bewerber für einen Ausbildungsplatz zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel aufgefordert, seine Motivation in Aufsatzform darzulegen, sollte sie auf keinen Fall so formuliert werden:
Unvorbereiteter Testkandidat
Ich beende im Sommer die Schule, deswegen muss ich mich jetzt um einen Ausbildungsplatz kümmern. Beim Arbeitsamt hat man mir gesagt, dass Sie ausbilden. Deswegen habe ich eine Bewerbung an Sie geschickt und bin nun hier zum Testtag eingeladen worden. Ich wäre eigentlich lieber Bankkaufmann geworden, aber dafür sind meine Noten nicht gut genug. Aber Ihre Ausbildung interessiert mich auch. Ich bin nämlich teamfähig, leistungsbereit, motiviert und kundenorientiert. Meine Hobbys sind Computerspiele und das Internet.
In seinem viel zu kurzen Aufsatz schießt der Schulabgänger ein Eigentor nach dem nächsten. Schon die ersten Sätze klingen schief: Schließlich beendet jeder Schüler irgendwann einmal die Schule. Dies ist aber noch lange kein Grund für eine Firma, ihm einen Ausbildungsplatz zu geben.
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