Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Rede als Führungsinstrument - Wirtschaftsrhetorik für Manager - ein Leitfaden

Rede als Führungsinstrument - Wirtschaftsrhetorik für Manager - ein Leitfaden

von: Vazrik Bazil, Roland Wöller (Hrsg.)

Gabler Verlag, 2008

ISBN: 9783834997340, 228 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 35,99 EUR

Ersparnis: 3,96 EUR

  • Der Messetrainer. In fünf Schritten zu neuen Messekunden
    ABC der Managementtechniken
    30 Minuten für die persönliche Inszenierung
    Erotik Knigge
    Small Talk Trainer
    Handbuch Berufsbildungsforschung
    Das Moodle-Praxisbuch
    Neoliberalismus
  • Demokratie, Bildung und Markt
    Joomla! 1.5

     

     

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Rede als Führungsinstrument - Wirtschaftsrhetorik für Manager - ein Leitfaden


 

Rede beginnt vor der Rede (S. 119-120)

Vorfeldkommunikation im Redemanagement Manfred Piwinger

1. Was ist Vorfeldkommunikation?

Im Vorfeld einer kommunikativen Maßnahme müssen Entscheidungen getroffen werden, die den Erfolg der Maßnahme sichern. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, braucht man Wissen. Sehr viel Wissen kann durch Kommunikation erworben werden, zum Beispiel ein Antesten der Befindlichkeit oder Stimmung des Publikums. Insofern gilt der Satz, dass Vorfeldkommunikation Kommunikation vor der Kommunikation ist. Wir erkunden unbekanntes Gelände, eine neue Situation, eine neue Zielgruppe.

Wir treffen auf eine Zuhörerschaft, deren Einstellungen, Verhaltenserwartungen und Ansprüche an die Kommunikation uns nicht geläufig sind. Vorfeldkommunikation ist Erkundungskommunikation und stellt die Reflexion von Gelingensbedingungen in den Mittelpunkt. Keine Kommunikation beginnt bei Null. Noch bevor eine Zielgruppe in eine spezifische Kommunikation eintritt, stellt sie sich auf die Hauptakteure ein. Beispielsweise eilt in einer Hauptversammlung dem Vorstandsvorsitzenden ein bestimmtes Image, ein bestimmter Ruf voraus. Jeder Kommunikation ist ein Filter von Vorbewertungen, Annahmen und Vorwissen vorgeschaltet (Piwinger 2005, S. 92 ff.).

Jede Kommunikation erfolgt in einem historischen, sozialen und kulturellen Kontext, der dem Verstehen vorgelagert ist. Welche Zielgruppe bewertet zum Beispiel einen pathetischen Stil positiv, welche negativ? Methoden, Verfahren und Instrumente der Vorfeldkommunikation sind aus anderen Disziplinen verfügbar und brauchen nicht neu erfunden zu werden. Mit Hilfe systematisch angewandter Methoden der Vorfeldkommunikation können kommunikative Prozesse besser gesteuert werden. Denn Vorfeldkommunikation beinhaltet Wissen über den angemessenen Einsatz unterschiedlicher Symbolsysteme (Sprache, Gestik, Mimik, Marken, Rituale etc.), Wissen über Impression-Management-Strategien, Wissen über Verlaufsmuster zum Beispiel von Skandalen, Wissen über kultur-, regional- und geschlechtsspezifische Kommunikationserwartungen und Kommunikationspräferenzen sowie Wissen über Wissen (Wissensmanagement) und Wissen über Denkstile (vgl. Ebert/Piwinger 2007 u. Reinhardt/Eppler 2004). Im Folgenden soll gezeigt werden, dass über den Erfolg einer Rede im Vorhinein entschieden wird.

Das Misslingen einer Rede kann seine Gründe in einer unzureichenden Bearbeitung des Vorfeldes haben. Im Momentum der Rede erweist sich die Qualität der Vorfeldkommunikation, die immer Resultat einer gründlichen Vorüberlegung ist. 2. Rede und Vorfeldkommunikation Reden und Vorträge haben als gemeinsames Charakteristikum, dass sie im Moment ihrer Realisierung abschließend sind. Oft schon während des Vortrages, spätestens danach merken wir an der Reaktion der Zuhörer Signale der Wertschätzung oder der Geringachtung. Für Reden und Vorträge gibt es keine Wiedergutmachung. Die Redewirkung ist endgültig und lässt sich nicht beliebig im Nachhinein korrigieren. „Die spezielle [...]Situation wird sich nie wieder genau in derselben Form ereignen und genauso wahrgenommen werden, sie ist unwiederholbar und flüchtig, transitorisch" (Biehl 2007, S. 15).

Hierin unterscheidet sich die Rede von vielen anderen Kommunikationsformen, die wir kennen. Es ist die Augenblicklichkeit, welche die Rede auszeichnet und zu etwas Besonderem macht. Daneben gibt es noch ein weiteres Charakteristikum: den Nachhall. Eine Rede wird stets „gedeutet". Gesagtes, Gemeintes und Gedeutetes müssen nicht kongruent sein. Noch nachhaltiger als diese Verstehenswirkung ist die Wirkung auf das Ansehen der Person des Redners und – in den Folgen oft gravierender – der Sache oder der Organisation, die er vertritt, im Positiven wie im Negativen. Schließlich müssen wir bedenken, dass neben der eigentlichen rhetorischen Leistung immer auch Zeit und Umstände ergebniswirksam sind. Daher ist die Risikobetrachtung stets Teil des Redemanagements.