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Ökumene des Lebens als Herausforderung der wissenschaftlichen Theologie, Ecumenism of Life as a Challenge for Academic Theology. Beihefte zur Ökumenischen Rundschau, Band 82
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Ökumene des Lebens als Herausforderung der wissenschaftlichen Theologie, Ecumenism of Life as a Challenge for Academic Theology. Beihefte zur Ökumenischen Rundschau, Band 82
Tagungsbericht der 14. Wissenschaftlichen Konsultation der Societas Oecumenica, Proceedings of the 14th Academic Consultation of the Societas Oecumenica
The current situation of the ecumenical movement has been assessed in a variety of ways. Can »ecumenism of life« as proposed by Cardinal Walter Kasper be a solution to this crisis? Alternatively, does it simply evade the evident difficulties? If »ecumenism of life« does not mean to call upon the Christian communities to »finally« do what they are »already« allowed to do, and if it also does not lead to a tacit toleration of »informal ecumenism«, then »ecumenism of life« clearly poses a decisive theological challenge for the ongoing ecumenical movement. If this be the case, then practice is no longer to be considered the (mere) application of various aspects of ecumenical consensus. Practice itself, rather, must become a locus theologicus. Experiences mutually exchanged in ecumenical relations, must be questioned with respect to their theological implications. Academic theology thus faces the considerable challenge of reversing the (still) common methodology, which can be characterised succinctly as the transition from a hermeneutics of application to a hermeneutics of experience. From my own theological perspective, ecumenism of life then becomes communicative theology.
The 14th Academic Consultation of the Societas Oecumenica in Prague took an initial tentative step in facing this particular challenge. The following questions were discussed in three »units« entitled From Experience to Interpretation: Ecumenism of Life in Different Cultural and Confessional Contexts, Hermeneutical Keys for Ecumenical Theology: Doctrinal Consensus and/or Shared Life?, From Theological Interpretation to Common Witness: Easier Said than Done? The contributions address these questions, but do so from a variety of contexts and with different points of emphasis. Antoine Arjakovsky, Andrew Pierce and Johanna Rahner focused their attention on the first unit of questions, Christoph Schwöbel, René Beaupère and Ivana Noble on the second, and Ulrike Link-Wieczorek, Parush Parushev and Myroslav Marynovych on the third. In his concluding plenary address, Geoffrey Wainwright expressed both the desire and the hope that a theology of ecumenism of life might combine an exchange of ideas and an exchange of gifts (charisms, treasures and riches of the respective traditions).
These main lectures are complemented by several contributions on individual aspects and projects, mainly presented by junior scholars.
Die aktuelle Situation der ökumenischen Bewegung wird unterschiedlich eingeschätzt. Ist die vor allem von Kardinal Walter Kasper propagierte »Ökumene des Lebens« ein Ausweg aus der Krise? Oder handelt es sich um ein Ausweichen vor den Schwierigkeiten? Wenn »Ökumene des Lebens« nicht bedeutet, die Christenmenschen in den Gemeinden aufzufordern, »endlich« zu tun, was sie »schon jetzt« tun dürfen, und wenn sie auch nicht auf eine stillschweigende Tolerierung einer »informellen Ökumene« hinausläuft, dann stellt sie eine für die weitere ökumenische Bewegung entscheidende theologische Herausforderung dar. Dann wird die Praxis nämlich nicht länger als (bloße) Anwendung ökumenischer Konsense verstanden, sie wird vielmehr selbst zu einem locus theologicus. Die Erfahrungen, die im ökumenischen Miteinander geschenkt werden, sind auf ihre theologischen Implikationen hin zu befragen. Die Herausforderung für die wissenschaftliche Theologie besteht also in nichts weniger als einer Umkehrung der weithin (noch) üblichen Methodologie, die schlagwortartig als Übergang von einer Hermeneutik der Anwendung zu einer Hermeneutik der Erfahrung charakterisiert werden kann.
Die Prager Wissenschaftliche Konsultation der Societas Oecumenica hat sich in einem ersten Anlauf dieser Herausforderung gestellt. In drei thematischen Einheiten wurde zu folgenden Leitfragen gearbeitet: Wie unterscheiden sich kontextuell bedingte Wege von der Erfahrung zur Interpretation? Konsens in der Lehre oder gemeinsames Leben? Von der Interpretation zum gemeinsamen Zeugnis: Leichter gesagt als getan? Die Beiträge der Autorinnen und Autoren gelten diesen Fragen, sie gehen ihnen von unterschiedlichen Kontexten und mit verschiedenen Interessen nach: Antoine Arjakovsky, Andrew Pierce und Johanna Rahner im ersten Fragebereich, Christoph Schwöbel, René Beaupère und Ivana Noble im zweiten, Ulrike Link-Wieczorek, Parush Paru,shev und Myroslav Marynovych im dritten. Dass sich in einer solchen Theologie der Ökumene des Lebens der Austausch der Ideen mit einem Austausch der Gaben (Charismen, Reichtümern der jeweiligen Traditionen) verbindet, ist das Anliegen von Geoffrey Wainwright, der das Abschlussreferat der Konsultation hielt.
Diese Hauptvorträge werden ergänzt durch Beiträge zu einzelnen Aspekten und Projekten, die vor allem von Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen präsentiert wurden.
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