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PERRY RHODAN-Action: Tod über Ekhas: Aufruhr im Naral-System – Perry Rhodan auf der Spur eines Mörders (Band Nummer 18)
2. 10. Juni 2167, früher Morgen »Böses Erwachen« (S. 26-27)
Rettkal schlug die Augen auf. Die Frau, mit der er für ein paar Stunden jede Gefahr, jede Sorge vergessen hatte, strahlte selbst im Schlaf so viel Präsenz aus, dass ihn ein wohliger Schauder überlief.
Und als reagierte sie auf seine veränderte Atmung, die sich in ihr Unterbewusstsein schlich und den Weckprozess initiierte, hob auch sie plötzlich die Lider. Sie lagen Gesicht an Gesicht. Er bewunderte ihre Schönheit, sie ... seine Stärke. Was sie ihm, bevor sie endlich in tiefen Schlaf gefallen waren, mehr als einmal zugeraunt hatte.
Rettkal seufzte zufrieden.
Liarr deutete seine glänzenden Augen richtig. Das Parfüm, mit dem sie sich aus einem winzigen Flakon besprüht hatte, bevor sie zu ihm auf das Lager gekrochen war, aber nachdem sie ihre formelle Kleidung abgelegt hatte, übte auch jetzt noch seinen Zauber aus.
»Ekhonidischer Nachthauch«, hatte sie gewispert und sich schon im nächs-ten Moment wie eine lebende Decke über ihn gebreitet – sie war viel kleiner und zarter als er, dennoch hatte er das Gefühl gehabt, sie berühre jede noch so winzige nackte Stelle seines Körpers.
Rettkal wusste, was ein Nachthauch war: eine einheimische und höchst seltene Schmetterlingsgattung, deren weibliche Vertreter während der Balz Pheromone freisetzten, die erstaunlicherweise auch bei vernunftbegabten Humanoiden den Verstand ausschalten konnten ... und der puren Liebestollheit den Weg ebneten. Ein aus Nachthauch-Lockstoff hergestellter Duft erzielte am Markt Fabelpreise. Für die Ultima kein Problem. Wahrscheinlich hatte sie nicht einmal dafür zahlen müssen. Und falls doch ...
Geldverschwendung!, entschied der Gladiatorsklave, war er doch sicher, dass er Liarrs Reizen auch ohne jede Pheromonuntermalung erlegen wäre. Er hatte sie vom ersten Moment ihrer Begegnung an haben wollen.
»Du warst gut. Sogar noch leidenschaftlicher als erwartet. Aber jetzt sollten wir ... «
Er zog sie an sich. Sie schob ihn zurück. Die Kühle ihres Blickes konnte selbst das Parfüm nicht neutralisieren.
»Erinnere dich«, sagte sie, »dass unsere Welt bedroht ist – von einer Gefahr, die weder du noch ich bislang in ihrer vollen Tragweite abschätzen können. Diese Ablenkung war wertvoll und nötig, aber sie darf nicht wichtiger als das Amt werden, das ich innehabe, das ich lebe. Unser Volk wird von etwas bedroht, was offenbar seit Anbeginn an in unserer Sichtweite war – es hat nur seine Macht nie angedeutet, bis gestern. Nun müssen wir uns den veränderten Gegebenheiten stellen. Ich muss das.«
Ihr Ausdruck wurde etwas sanfter.
»Du trägst keine Verantwortung, schon gar nicht für ein ganzes Reich. Aber das ist auch gut so. Genieße deine Unbeschwertheit, bewahre sie dir. Du wirst ein großer Kämpfer werden. Die Massen werden dir zujubeln – in der Arena. Aber zuvor muss ich dafür die Voraussetzungen schaffen, dafür sorgen, dass unser perfekter Mikrokosmos weiterhin Bestand hat ... «
Wovon, beim Sonnenpuls, redete sie?
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