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Verlockender Gedanke: Kann man nicht die zweitschönste Sache der Welt, den Sport, mit der schönsten verbinden? Es muß ja nicht so direkt sein wie in den Goldgräberstädten des Wilden Westens, wo das „Sporting house“ schlicht der Puff war. Für den erotischsten Sport hält eine Gruppe von Menschen den Ringkampf, nicht gerade die Meisterschaft mit Punktezählung und Mannschafts-Aufstieg in die nächsthöhere Liga.
Besinnen wir uns auf unsere Jugend! Da kam es zu Keilereien aus purer Lust. Dem psychoanalytischen Gründervater Sigmund Freud war’s nicht entgangen: „Tatsache ist aber, daß eine Reihe von Personen berichten, sie hätten die ersten Zeichen der Erregtheit an ihren Genitalien während des Raufens oder Ringens mit ihren Gespielen erlebt, in welcher Situation außer der allgemeinen Muskelanstrengung noch die ausgiebige Hautberührung mit dem Gegner wirksam wird. Die Neigung zum Muskelstreit mit einer bestimmten Person ... gehört zu den guten Vorzeichen der auf diese Person gerichteten Objektwahl. ...Für viele Individuen wird die infantile Verknüpfung zwischen Raufen und sexueller Erregung mitbestimmend für die später bevorzugte Richtung ihres Geschlechtstriebes.“ Noch vor Freud war dem Basler Philosophie-Professor Karl Groos Ende des 19. Jahrhunderts klar gewesen: „Selbst bei den Balgereien der Knaben unter einander mag ab und zu das Sexuelle mit hereinspielen.“
Und was ist mit den Mädels? Zunächst einmal war unvorstellbar, daß Mädchen kämpften – und nun gar noch aus Lust. Aber sie taten’s. Das Kino brachte weibliches Kampfpotential ans Licht. Hunderte von Filmen, ob Westernkomödie mit Marlene Dietrich in „Der große Bluff“ („Destry Rides Again“, 1939), „Mädchen in Uniform“ (deutsche Verfilmung 1958) oder „Rossini“ (Veronica Ferres versus Meret Becker, 1997), enthalten Raufereien von Mädchen oder Frauen. Das Reizwort heißt „Catfight“. Wobei es regelrechte Kultfilme gibt, der James-Bond-Film „From Russia with Love“ und „The Amazons“ von Terence Young (1972) zählen dazu. Eine Video-Kassette mit der spanischen Amazonen-Fassung – eine deutsche gibt es nicht – ist bei dem Internet-Auktionator ebay unter 22 Geboten für 190 Euro ersteigert worden. Pornos sind billiger.
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