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Entgöttertes Leid
„Man hat das Leid entgöttert“ - von jener Formel Benjamins inspiriert wird in dieser Studie das Werk Rose Ausländers neuen Lektüren unterzogen, die sowohl das Wesen ihrer Dichtung als auch jenes des durch die Dichtung Beschriebenen genauer fassen. Dies geschieht durch die Brechung der Verse, gelesen wird Ausländer vor dem Hintergrund der Sprach-, Kunst- und Seinsphilosophien von Theodor W. Adorno (sowie Jean-François Lyotard), Peter Szondi und Jacques Derrida, die in der Konfrontation mit Paul Celan Zuspitzungen erfahren haben. So wird die Dichtung Ausländers als kritisch-dekonstruktives Verfahren erarbeitet, weder der Eigentlichkeit des Seins noch der Phrase sich zu ergeben: „Ratlos / gehen wir weiter / in Redensarten“. Das führt in einen Übersetzungsprozess: Es wird dargelegt, dass das Sein nur unter der Prämisse seiner Übersetzbarkeit/Verhandelbarkeit belebt werden kann. So ist das Gedicht „der Ort, wo alle Metaphern und Tropen ad absurdum geführt werden wollen.“ (Celan) Sein als Text: Darum münden die Überlegungen zwar in Resultate, doch nicht in ein letztes Wort, eher geht es um ein ständiges Justieren der Exegese, die indes zeigt, dass die Dichtung selbst als stringente Perpetuierung Anfang wie Ende der Interpretation ist. „Schreib / es bleibt dir / nichts übrig“.
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