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Das Paramorphische: Im Spiegel des Bösen – ein unmoralisches Angebot (Band Nummer 2469)
6. (S. 26)
Einen Moment lang stand Senego Trainz wie erstarrt da, während die Ereignisse sich zu überschlagen schienen. Alles geschah gleichzeitig – und fast schneller, als er es verarbeiten konnte.
Aus den gut einen halben Meter hohen Wartungsschächten, die zu Dutzenden in das Astrolabor mündeten, strömten noch immer Kampfroboter unterschiedlichster Form in die Kuppel, die zumeist kaum größer waren als die Mikro-Bes-tien.
Natürlich!, wurde Trainz klar. Das Gangsystem, auf das wir gestoßen sind, wurde für miniaturisierte Maschinen geschaffen, die es problemlos benutzen können! Die Maschinen handelten mit tödlicher Konsequenz. Sie stellten keine Fragen oder Ultimaten, forderten die Eindringlinge nicht auf, sich zu ergeben – sie schossen. Gezielt und treffsicher setzten sie ihre Energiewaffen ein. Entsetzt sah Trainz, wie eine der vielleicht fünfzehn Mikro-Bestien, die in das Astrolabor eingedrungen waren, im gezielten Kreuzfeuer zusammenbrach und starb.
Trainz fl uchte leise. Weitere Kampfroboter brachen mitten aus den Kulissen des Astrolabors hervor, Maschinen, für die ein Dunkelfeld kein größeres Hindernis bedeutete als ein eindeutig ortbarer Defl ektor!
Während er durch den überall emporquellenden, fetten schwarzen Rauch hastete, sich hektisch nach einer Deckung umsah und dabei das Röhren und Fauchen der Energiestrahlen zu ignorieren versuchte, wurde Trainz klar, dass er einen Denkfehler begangen hatte. In das Jaulen der Sirene mischte sich ein weiterer schriller, warnender Ton. Die Mikro-Bestie brauchte eine Sekunde, bis sie ihn als Alarm ihres Schutzanzugs erkannte – eine Sekunde, die sie fast das Leben gekostet hätte.
»Achtung!«, meldete die Miniposi-tronik ihres Anzugs. »Systemausfall! Kompletter Systemausfall!«
Trainz wurde klar, dass sie wirklich ins Allerheiligste der drei Staatenschiffe eingedrungen waren. Die Schöpfer der Isolierten Sektion beschützten das Diorama mit absoluter Konsequenz. Und sie beherrschten die Technik der Terminalen Kolonne nicht nur, sie verfügten sogar über die Möglichkeit, sie unbrauchbar zu machen! Die Eindringlinge waren ab sofort die Gejagten!
Es gibt nur eine Fluchtmöglichkeit!, wurde Trainz klar. Das System der Wartungsschächte, durch die wir gekommen sind!
Der Blick seiner unablässig rotierenden Augen verriet ihm, dass auch einige seiner Kameraden auf diesen Gedanken gekommen waren, und zwar vor ihm. Reskes Skibalf verschwand in der Öffnung eines der Schächte, gefolgt von einigen anderen – und dann fuhr das Schott so schnell zu, dass einer anderen Mikro-Bestie, die noch durch die Öffnung rasen wollte, fast der Kopf abgetrennt worden wäre.
Trainz wurde klar, dass die Zugänge nach draußen damit verschlossen waren. Für ihn und seine Leute gab es keine Flucht mehr. Für sie begann nun ein Kampf auf Leben und Tod. Und Trainz befürchtete, dass sie ihm bestenfalls nur sehr begrenzte Zeit standhalten konnten.
*
Reskes Skibalf kochte noch immer vor Wut, als sie sich den Weg durch den engen Gang bahnten. Er hatte Senego Trainz nie sonderlich gemocht, auch wenn die übrigen Mikro- Bestien ihn diskussionslos als Anführer anerkannten.
Aber jetzt hasste er ihn geradezu. Immer schob Trainz ihm die Schuld in die Schuhe. Ob er es nun versäumte, einen Wartungsschacht zu untersuchen, oder ob er mit einer der Projektionsgestalten Kontakt aufnehmen wollte – immer hatte ihr Befehlshaber etwas an ihm auszusetzen!
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