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Cowboy sucht Frau - Teil 2

von: Vivian Hall

Plaisir d'Amour Verlag, 2015

ISBN: 9783864951602 , 332 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 6,99 EUR

Exemplaranzahl:


Mehr zum Inhalt

Cowboy sucht Frau - Teil 2


 

Kapitel 1

 

Trent Morrisons innerer Wecker funktionierte normalerweise recht zuverlässig, nur heute versagte er völlig, und so blinzelte Trent erstaunt gegen die hellen Sonnenstrahlen an, die nach dem Öffnen der Augen mit seiner Netzhaut kollidierten. Verwirrt und ein wenig desorientiert, setzte er sich im Bett auf und warf einen raschen Blick auf seine Armbanduhr. Sieben Uhr.

Er stieß einen leisen Pfiff aus. Wann hatte er das letzte Mal so lange geschlafen?

Selbst an den Wochenenden stand er meist um sechs Uhr auf, weil er es in wachem Zustand nie lange in seinem Bett aushielt.

Nach einigen Sekunden verflüchtigte sich seine schläfrige Benommenheit, dafür stürmte die Erinnerung an den Grund für sein spätes Erwachen mit voller Wucht auf ihn ein und er drehte im Zeitlupentempo den Kopf. Da lag sie. Klein und verletzlich und so unendlich bezaubernd, dass sich sein Brustkorb bei ihrem Anblick fest zusammenzog.

Vorsichtig streckte er die Hand nach ihr aus. Er musste sich davon überzeugen, dass sie echt war und keine Ausgeburt seiner Fantasie. Zögernd strich er mit der Fingerkuppe über ihre weiche Wange. Die Haut fühlte sich warm an, einladend. Er konnte nicht widerstehen und zeichnete die Konturen ihres Mundes nach.

Trent holte scharf Luft, als er ihre samtigen Lippen unter seinen Fingerkuppen spürte. Zarter als die Blüten einer Rose und unendlich verführerisch. Letzte Nacht hatte sie ihn mit diesem Mund fast um den Verstand gebracht. Überall hatte er ihn gespürt, auf seinem Hals, seinem Bauch und natürlich auch auf seinem …

Trent fing an zu grinsen und hauchte ihr einen schnellen Kuss auf die Nasenspitze. Sie seufzte im Schlaf und ihr feuchter Atem wehte über seinen Finger, der noch immer auf ihren Lippen lag. Ihr so nah zu sein, erregte ihn, und mit dem Takt seines wummernden Herzens wuchs auch seine Sehnsucht, sich wieder tief in ihrem Körper zu vergraben.

Gedanklich ging er seinen heutigen Terminplan durch und ihm wurde klar, dass er das knicken konnte. Sein erster Besuch stand um neun Uhr an. Zu wenig Zeit, um sich mit ihr zu vergnügen und rechtzeitig fertig zu werden. Trotzdem gönnte er sich ein paar Augenblicke, um sie beim Schlafen zu beobachten. Sie sah süß aus, wie eine reife Frucht, die ihm unvermutet in den Schoß gefallen war.

Hayley drehte sich um und kuschelte sich mit dem Rücken an seinen Körper.

Automatisch schlang er einen Arm um sie und vergrub das Gesicht in ihrem zart duftenden Nacken. Sie roch unbeschreiblich. Süß und warm, so unendlich weiblich. Noch nie hatte er sich in der Gegenwart einer Frau so wohl gefühlt, so geborgen.       Völlig überwältigt von den Empfindungen, die ihn überrannten, küsste er ihre feine Haut und inhalierte den berauschenden Duft, den sie verströmte. Er war jetzt schon süchtig danach, sein Körper reagierte sofort, indem sich in seiner Männlichkeit erneut das Blut staute. Unwillkürlich presste er sich dichter an sie und rieb sich an der seidigen Rundung ihres Hinterns, der sich auf gleicher Höhe mit seiner intimsten Stelle befand. Zwar trug sie eins seiner T-Shirts, doch untenrum war sie nackt und er konnte ihre satinartige Haut an seiner fühlen.

Sie murmelte etwas und drückte sich im Schlaf noch fester gegen ihn. Pures Feuer schoss durch seine Adern und bündelte sich in seinem Unterleib. Trent unterdrückte ein Stöhnen. Gott, sie schlief wie ein Murmeltier und hatte keine Ahnung, was sie in ihm auslöste. Doch er zögerte, sie auf diese Weise zu wecken, denn im Grunde waren sie immer noch Fremde füreinander und manche Frauen mochten keinen Sex am Morgen. Ungewaschen und mit zerknitterter Haut.

Eigentlich wusste er rein gar nichts von ihr und sie würde schon bald abreisen und ihr Leben in Denver weiterführen, ohne dass er die Chance bekam, etwas an diesem Zustand zu ändern. Er wünschte sich verzweifelt, sie würde bei ihm bleiben. Wie war es Hayley nur gelungen, ihm so den Verstand zu rauben?

In seinem Kopf herrschte seit der ersten Begegnung mit ihr ein fürchterliches Durcheinander, dabei plante er sein Leben sonst akribisch durch. Man konnte ihn bestimmt nicht als spontanen Menschen bezeichnen. Letzte Nacht war er von seinem üblichen Verhaltensmuster abgewichen, mitgerissen von ihrem Liebreiz. Vielleicht wäre es klüger, wieder einen Gang runter zu schalten, bis er wieder klar denken konnte. Auch wenn es ihm schwerfiel, verließ er das Bett und eilte ins Bad.  „Duschen“, flüsterte er vor sich hin, „und zwar eiskalt.“

Das Wasser kühlte seine Erregung auf ein erträgliches Maß ab, anschließend rasierte er sich. Sobald er fertig war, schnappte er sich ein paar frische Sachen und flüchtete ins Wohnzimmer, wo er sich anzog. In der Küche setzte er dann wie jeden Morgen Kaffee auf und diese alltägliche Handlung half ihm dabei, wieder einen einigermaßen klaren Kopf zu bekommen. Während er dabei zusah, wie die Flüssigkeit gurgelnd in die Kanne floss, versuchte er, seine Gefühle zu analysieren, und kam relativ schnell zu einem ernüchternden Ergebnis.

Du bist verknallt, Morrison.

Dabei verkörperte sie all das, was er an einer Frau nicht mochte. Sie war niedlich und sie nutzte das auch zu ihrem Vorteil aus. Eigentlich wollte er sich nicht mit so einer Frau belasten. Eigentlich. Die Realität sah ganz anders aus. Sie hatte ihn in Nullkommanichts um den Finger gewickelt und jetzt hing er hilflos zappelnd in dem verführerischen Netz, das sie um ihn herum gesponnen hatte. Und was machte er? Statt sich zu befreien, stand er in seiner Küche und bereitete ihr ein opulentes Frühstück zu.

„Verdammt, was mach ich jetzt?“, murmelte er und sah aus dem Fenster. Nicht eine Wolke trübte den Himmel. Er zeigte sein schönstes Blau und Trent fühlte sich an Hayleys Augen erinnert. Sofort breitete sich in seinem Bauch ein warmes Gefühl aus, das ihn alles andere vergessen ließ.

Liebe macht blind, aber wenn du Glück hast, wird dich die Frau an die Hand nehmen und dir den Weg hinaus aus der Dunkelheit zeigen.

Ein Satz, den ihm seine Großmutter mit auf den Weg gegeben hatte, als er ihr seine Sorge darüber anvertraut hatte, niemals die richtige Partnerin zu finden. Grandma hatte schon immer die Antworten auf die unmöglichsten Fragen parat gehabt, und seit sie letztes Jahr kurz nach ihrem neunzigsten Geburtstag für immer eingeschlafen war, vermisste er sie und ihre Ratschläge. Doch in einem Punkt war er sich absolut sicher: Grandma hätte Hayley gemocht, und genau das machte ihm unwahrscheinlich zu schaffen. Selbst Marias charakterliche Schwächen hatte er akzeptiert und trotzdem daran gedacht, sich fest an sie zu binden. Warum nur urteilte er dann so hart über Hayley, die so gar nichts Hinterlistiges an sich hatte?

Weil du dich davor fürchtest, dass sie ihr Leben in der Stadt nicht aufgeben will.

Trent konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Hayley dauerhaft hier leben könnte, und er war nicht bereit, wieder in die Großstadt zurückzukehren. Es gab also nur eine Möglichkeit: Er musste auf Distanz gehen, bevor er sich ihretwegen total zum Narren machte.

Er deckte den Tisch fertig und beschloss spontan, noch ein paar Blumen zu besorgen. Trent hätte seinen hart erarbeiteten Doktortitel darauf verwettet, dass sie Blumen liebte und nur, weil er nicht vorhatte, die Sache mit ihr weiter zu vertiefen, konnte er den Morgen danach trotzdem so angenehm wie möglich für sie gestalten. Im Garten riss er ein paar blühende Stängel aus der Erde und stopfte sie dann ein wenig unbeholfen in eine Vase, die er in seiner Abstellkammer fand.

Trent sah nach der Uhrzeit. 7:30 Uhr. Zeit, sie zu wecken. Einem Impuls folgend, der seinen vorher gefassten Entschluss ad absurdum führte, nahm er eine Blume aus der Vase und stieg die Treppen hoch. Kurz dachte er an Noah. Er hatte dem jüngeren Coleman gestern noch kurz geschrieben, dass Hayley wohlauf sei und dass er sie am nächsten Morgen zurück auf die Ranch fahren würde. Eine Antwort hatte er nicht erhalten.

Leise betrat er sein Schlafzimmer und lief ans Bett. Sie schlief noch immer tief und fest. Ohne besondere Vorsicht setzte er sich neben sie auf die Bettkante, die Matratze gab quietschend nach, doch sie rührte sich nicht. So eine Schlafmütze …

Mit den samtweichen Blütenblättern strich er über ihre Wange. Ihre Mundwinkel zuckten, sie lächelte, doch ihre Lider blieben weiterhin fest geschlossen. Trent betrachtete sie eingehend und dieses merkwürdige Gefühl, das sie in ihm auslöste, wurde stärker und stärker.

Ein leises Geräusch lenkte seine Aufmerksamkeit auf ihren Mund. Hayley schmatzte wie ein kleines Baby vor sich hin und Trent unterdrückte ein Glucksen. Ob sie wusste, was für lustige Geräusche sie im Schlaf von sich gab? Von ihm würde sie es jedenfalls nicht erfahren, er war zu sehr Gentleman, um sie in Verlegenheit zu bringen.

Sich auf seinen Unterarmen abstützend, beugte er sich zu ihr hinunter, um ihr einen Kuss auf die Lippen zu drücken. Eine bessere und angenehmere Methode, um sie wach zu bekommen, fiel ihm momentan nicht ein.

Sobald sein Mund sie berührte, schwelgte er in ihrer schläfrigen Weichheit. Sofort erwiderte sie die Liebkosung; obwohl sie noch immer nicht richtig bei sich war, öffnete sie die Lippen und ließ ihn in die feuchte Wärme eindringen. Eine unerträglich erotische Spannung baute sich zwischen ihnen auf. Trent wollte sich in ihrem erhitzten Körper vergraben und sie lieben, bis sie beide erschöpft zusammenbrachen. Dass sie eigentlich keine Zeit für so etwas hatten, ignorierte er einfach. Sie schmeckte bereits jetzt schon so vertraut, er konnte...