dummies
 
 

Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur ebooks mit Firmenlizenz anzeigen:

 

Japanisches Geschlechtsleben

von: Friedrich S. Krauss

OTB eBook publishing, 2015

ISBN: 9783956765322 , 496 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 0,99 EUR

Exemplaranzahl:


Mehr zum Inhalt

Japanisches Geschlechtsleben


 

Vorbemerkungen


Formen japanischer Gedichte

Zu einzelnen beibehaltenen Bezeichnungen japanischer Besonderheiten ist zu bemerken:

Senryū sind Spottverse oder aus einer augenblicklichen Stimmung herausgeborene Stegreifdichtungen, die ganz nach der Art von unseren Schnadahüpfeln von dichterisch veranlagten Volksgenossen gedichtet werden. Ein bestimmtes Versmaß kennen diese Senryū nicht, sie sind auch nicht gereimt.

Dodoitsu sind volkstümliche Liedchen von einer besonderen Form, deren Erfinder ein Samisenspieler namens Dodoitsu-bo-Senka aus Mito ist. Ein Dodoitsu soll im neunten Tempō-Jahr (1838 u.Z.) zuerst gesungen worden sein, aber nach dem »Ume-Goyomi«, dem Pflaumenkalender, der von Tamenaga Shunsui verfaßt ist, wurde das Dodoitsu zum erstenmal im vierten Tempo-Jahr (1833 u.Z.) gehört.

Ein Kyoka (Fujisawa: Kiōka) ist ein kurzes humoristisches Gedicht, wörtlich »Tollgedicht«, gewöhnlich ein Fünfzeiler, während das Kyōku, wörtlich »Tollverse«, gewöhnlich ein Dreizeiler ist.

Ein Haikai, auch Haiku oder Hokku, ist ein Gedicht, das immer aus drei Zeilen von im ganzen siebzehn Silben besteht. Diese Sonderbarkeit beruht auf einer geschichtlichen Entwicklung, auf die einzugehen hier zu weit führen würde. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die japanische Dichtung weder auf Reim noch auf Kürze oder Länge der Silben beruht, sondern nur auf dem Wohllaut der einfachsten Silben. –

Das japanische Geld.

An die Angaben, die wir im folgenden bringen, darf man den Maßstab der heutigen Verhältnisse in keiner Hinsicht anlegen, denn das Leben im alten Japan war so ungemein billig, daß es uns fast märchenhaft vorkommt. Wir können es kaum begreifen, daß der kleinste Münzwert, das Mon, die kleinste von den ehemals im Umlauf befindlichen durchlochten Münzen, nach dem heutigen Geld genau 0,021 Pf. war, also 1/50 Pf. Als Rechnungseinheiten sind die Namen der nicht mehr im Umlauf befindlichen Münzen heute noch im Gebrauch, denn heute ist 1/2 Sen = 1 Pf. die kleinste Münze.

1 Yen = 100 Sen = 1000 Rin = 2,10 RM.
1 Kwan = 10 Sen = 1000 Mon = 21 Pf.
1 Yen = 1 Ryö = 4 Bu = 2,10 RM

Es ist also 1 Sen = 2,1 Pf.; 1 Rin = 0,21 Pf.; 1 Mon = 0,021 Pf. Wir haben im folgenden das Mon als Heller wiedergegeben, um auf den geringen Wert der Münze hinzuweisen.

Japanische Zeitrechnung und Zeitbestimmung.

Eine allgemein anerkannte Einteilung der japanischen Geschichte gibt es nicht. Man rechnet gewöhnlich das japanische Altertum bis 1184 u. Z. Mit diesem Jahr, in dem das Shogunat, die weltliche Herrschaft, in der Familie Minamoto erblich wurde, beginnt das japanische Mittelalter, das erst 1867 mit der Übernahme der weltlichen Herrschaft durch den Kaiser endet. Bis dahin hatte sich die Familie Minamoto oder Zweiglinien derselben im Shogunat behauptet. Man unterscheidet in dieser Zeit: von 1184 – 1335 u. Z. die Herrschaft der Familie Minamoto mit der Hauptstadt Kamakura, daher die Kamakurazeit genannt; von 1335 – 1573 die Herrschaft der Familie Ashikaga mit der Hauptstadt Kyōto, die Ashikagazeit, und von 1573 – 1867 die Herrschaft der Familie Tokugawa mit der Hauptstadt Yedo, die Yedo-Zeit oder Tokugawa-Zeit; der Kaiser blieb als eine Art geistliches Oberhaupt in Kyōto. Im Jahre 1867 übernahm der Mikado die weltliche Macht wieder und Yedo wurde in Tōkyō umbenannt. Damit begann die Meiji-Ära, die neue Zeit.

Um einzelne Jahre der Geschichte zu bestimmen, hat man ein umständliches System von Perioden, d. h. von den Herrschern für ihre Zeit willkürlich benannten Zeitabschnitten. Wir bringen im folgenden die für uns in Betracht kommenden Perioden, in der Reihenfolge nach dem Abc und nach den Jahren unserer Zeitrechnung. Bei Festlegung eines bestimmten Jahres ist zu beachten, daß das erste Jahr eines Zeitabschnittes immer mitgerechnet werden muß, so ist z. B. das sechste Bunsei-Jahr (1818–1829 u. Z.) das Jahr 1823.

 

Die Zeitabschnitte nach dem Abc, die Schreibweise Inouye's, in Klammern diejenige Satows.

Anei (Anyei) 1772–1780   Keiō (Keiwo) 1865–1867
Ansei 1854–1859   Kenchō 1249–1255
Bunka 1804–1817   Koan 1278–1287
Bunkyu 1861–1863   Kōt chōt 1261–1263
Bunsei 1818–1829   Kōka (Kōkwa) 1844–1847
Daiho 701–703   Kyōhō 1716–1735
Eikan (Eikwan) 983–984   Kyōwa 1801–1803
Engen 1336–1339   Manen 1860
Enpo (Empo) 1673–1680   Manji 1658–1660
Genroku 1688–1703   Meiji 1868–1911
Genwa 1615–1623   Meiwa 1764–1771
Hōei (Hoyei) 1704–1710   Shōtoku 1711–1715
Hōreki 1751–1763   Taishō 1912–1927
Jingokehm(Shingokeiun) 767–769   Teikyō 1684–1687
Kaei (Kwaei) 1848–1853   Tenmei (Temmei) 1781–1788
Kanbun (Kwanbun) 1661–1672   Tenmon (Temmon) 1532–1554
Kanei (Kwanyei) 1624–1643   Tenpō (Tempo) 1830–1843
Kanen 1748–1750   Tenshō 1573–1591
Kansei 1789–1800   Tenwa (Tenna) 1681-1683
Keian 1648–1651   Wadō 708–714
Keichō 1596–1614   Yōrō 717–723

*

Die Zeitabschnitte (Nengōs) seit 1500.

Bunki 1501–1503
Eishō 1504–1520
Taiei 1521–1527
Kyōroku 1528–1531
Tenmon 1532–1554
Kōji 1555–1557
Genki 1570–1572
Tenshō 1573–1591
Bunroku 1592–1595
Keichō 1596–1614
Genwa 1615–1623
Kanei 1624–1643
Shōhō 1644–1647
Keian 1648–1651
Shōō 1652–1654
Meireki 1655–1657
...
Manji 1658–1660