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Verrat auf CRULT Intrigante Duale – die Dienstburg wird infiltriert (Band Nummer 2473)
5. Die Kunst der Intrige
6. August 1347 NGZ (S. 31-32)
Malikadi traute seinen vier Ohren nicht. »Er begibt sich wohin?« »In den Gont-Sotischen Elitenklub«, wiederholte einer der Mor’Daer seiner Leibgarde. »Er meinte, er habe sich Entspannung verdient und wisse das Kontrollwerk in guten Händen.«
Vor Erregung bebte Malipan so stark, dass die Uffkadi-Seite wie eine Hampelpuppe durchgeschüttelt wurde. War dies die Chance, den Kapitän einer Pfl ichtverletzung zu überführen?
Nicht direkt. Der Klub wurde von den Stewards der Dienstburg betrieben und stand hochrangigen Gästen des Progress-Wahrers, aber auch allen Dualen offen. Dass Zerberoff in seiner Freizeit die Einrichtungen des Gont-Sotischen Pavillons in Anspruch nahm, konnte ihm niemand vorwerfen.
Es ist nicht verboten. Nicht prinzipiell. Unter gewissen Umständen allerdings ... Malikadi etablierte den Singulären Intellekt. Kühl kalkulierte er die sich ihm bietenden Optionen.
In drei Stunden begann seine eigene Freischicht. Dann blieb die Stammbesatzung des Extern-Kontrollwerks für eine halbe Nachtphase auf sich allein gestellt. Was kein Problem war, da sich die neue Lila gut bewährt hatte und auch jener Kalbaron Dienst tat, der bis zur Einberufung der Duale leitender Kommandant gewesen war.
Aber falls in diesen Stunden etwas passierte ... Zwischen theoretisch Zustehen und tatsächlich Konsumieren bestand ein gewichtiger Unterschied.
Es warf gewiss ein sonderbares Licht auf den Dualen Kapitän, wenn sich ein Zwischenfall ereignete, während er sich fröhlich im Elitenklub vergnügte. Vor allem, wenn zur selben Zeit sein ungleich fl eißigerer Assistent eine Sonderschicht einlegte. Halt, Obacht! Malikadi durfte nicht von vornherein präsent sein. Sonst lastete man womöglich ihm das Versagen der Belegschaft an. Vielmehr musste er als Retter in der Not erscheinen, gerade noch rechtzeitig, wenn die Krise bereits eingetreten war. Malikadis rechter Kopf schnalzte mit der Zunge. Jawohl, so lief das ideale Szenario ab: Er würde sich in seiner Unterkunft aufhalten – jedoch nicht schlafend, sondern noch die jüngsten Hochrechnungen potenzieller Verteidigungsstrategien durchgehend.
Erklang dann der Hilferuf aus dem Leitsaal, griff er unverzüglich ein. Während Zerberoff im Pavillon der Stewards und Kokotten nicht einmal erreichbar war!
Mit Uffkadis heller, durchdringender Stimme instruierte der Vizekapitän seine Eskorte: »Ihr sechs besucht allesamt ebenfalls den Klub. Als berechtigtes Vollmitglied lade ich euch dazu ein, um euch für herausragende Verdienste zu belohnen.«
Derlei Vergünstigungen konnten gelegentlich gewährt werden, zur Motivation der Mitarbeiter. Der Clou daran war, dass Malikadi behaupten würde, ausgerechnet durch Zerberoffs exemplarisches Handeln auf die Idee gebracht worden zu sein.
Und das ist nicht einmal gelogen, dachte er amüsiert.
»Worin besteht unsere Aufgabe im Pavillon, Herr?«
»Zerberoffs Umtriebe zu bezeugen natürlich!« Lag das nicht auf der Hand? Manchmal verzweifelte man mit diesen stupiden Einzelhirnen.
»Bringt in Erfahrung, wie er sich verwöhnen lässt. Aber bleibt auf Distanz, damit er nicht Verdacht schöpft! Befragt das Personal beiläufi g, als wolltet ihr nur ein wenig tratschen. Und wechselt euch ab dabei, um nicht den Eindruck zu erwecken, es handle sich um eine geplante Recherche.«
Hinterher, bei einer Untersuchung, genügte die Aussage eines einzigen Gardisten, sofern sie geeignet war, Zerberoff in Verruf zu bringen. Einen groben Verstoß gegen Reglement oder Anstand brauchte der Kapitän gar nicht zu begehen. Irgendein schlüpfriges Detail reichte schon, um den Kontrast zwischen ihm und dem so viel tüchtigeren Noch- Vize herauszustreichen.
»Sollte eine Nachricht für Zerberoff aus dem Kontrollwerk eintreffen, fangt ihr sie ab mit dem Argument, ihm sei ungestörte Erholung zu gönnen. Erst die zweite, als Notruf kodierte leitet ihr an ihn weiter, klar?
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