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PERRY RHODAN-Action: Feinde des Lebens: Eine Welt versinkt im Chaos – nur zwei Frauen können sie retten (Band Nummer 22)
9.
Betty Toufry: Zwölf Uhr mittags (S. 28-29)
Empfang und gegenseitige Vorstellung verliefen unkompliziert. Das Haus, das wir betraten, sah aufgeräumt aus. Auf dem Boden stand ein großer Reisesack, auf dem Tisch lag ein Funkempfänger aus militärischen Beständen, in der Ecke stand ein Kühlschrank. Er war zwar ohne Strom, doch auf und in ihm waren Lebensmittel gelagert. Die Vorräte des ganzen Dorfes, wie ich vermutete. Der alte Mann hatte alle Häuser nach Nahrung durchsucht.
Es hatte kalten Tee gegeben, ein paar Biskuits, eine Scheibe Brot mit ein wenig Belag. Der alte Mann – der natürlich nicht Crest hieß, sondern sich als Alo-sian vorstellte – hatte seine Vorräte mit uns geteilt. Tanisha war mit Heißhunger über das Essen hergefallen. Tadran hatte gefragt, ob es noch fließend Wasser gäbe. Eine Zisterne sei am Ende des Dorfes.
Der Wolkenreiter war für einige Minuten verschwunden. Er hatte sein Gesicht gewaschen, sodass Dreck und Staub von seinen Zügen verschwunden waren. Sauber sah er eigentlich ganz akzeptabel aus, wenn er nicht mindestens 150 Jahre zu jung für mich gewesen wäre.
Ich selbst hatte versucht, nicht zu schnell zu essen. Meine Biskuits hatte ich im Tee eingetaucht und sie dann Stück für Stück gegessen, um meinem Magen genug Zeit zu geben, sich auf Nahrungszufuhr einzustellen. Danach trank ich meine erste Tasse Tee in aller Ruhe aus. Ich genoss das Gefühl, das die warme Flüssigkeit in Speiseröhre und Magen verursachte.
Vorsichtig versuchte ich mich danach an einer Brotscheibe. Ohne Probleme schaffte ich eine weitere Scheibe, bevor ich für den Moment eine Pause einlegte. Es war noch genug da.
Alosian hatte nur an seiner ersten Tasse Tee genippt und höfl ich darauf gewartet, dass wir uns sättigten und – soweit nötig – ein wenig reinigten. Ich wollte ihn seine Geschichte erzählen lassen. Von daher versuchte ich, das Gespräch sanft in eine Richtung zu lenken, ohne Informationen zu verwenden, die ich seinen Gedanken entnommen hatte.
»Sie sind nicht von hier?«, eröffnete ich daher die Unterhaltung.
»Wie kommen Sie darauf?« Er war vorsichtig. Dies war sicherlich nicht die Zeit für schnelle Freundschaften und offene Erklärungen.
Ich deutete auf seinen Reisesack. »Wer hier wohnt, hat seine Sachen nicht in einem Reisesack. Denn wer gehen wollte, der ist schon gegangen. Und dieses Haus hat irgendwie nicht Ihren Stil. Es wirkt eher wie das Wohnhaus eines Paars – die Blumen auf der Fensterbank, die Tle’shun-Klappe in der Tür, das geblümte Geschirr, all das scheint irgendwie nicht zu Ihnen zu passen.«
Er lachte. »Sie haben recht. Ich bin auf der ... Durchreise.«
Tadran schaute ihn mit neu erwachtem Interesse von der Seite an. »Militär?« »Ist das in diesen Tagen noch von Bedeutung?« Der Blick, den ihm Alosian zuwarf, war müde, nicht gehetzt. Was auch immer in den letzten Tagen geschehen war – Alosian würde nicht mehr fliehen.
»Eigentlich nicht.« Tadran überlegte einen Augenblick. »Ich hätte mich noch vor einigen Tagen als Nertisten bezeichnet. Jetzt bin ich nur noch einfacher Tarka.« »Dann standen wir auf unterschiedlichen Seiten.« Ruhig trank Alosian einen weiteren Schluck von seinem Tee. »Aber ich glaube nicht, dass das wichtig ist.« »Was haben Sie beim Militär gemacht?« Tadran konnte das Thema nicht ruhen lassen.
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