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Zwei Psi-Emitter: CRULT im Visier – Attacke auf die Dienstburg der Terminalen Kolonne (Band Nummer 2474)
2. (S. 15-16)
Zerberoff wollte soeben die Taktik-Zentrale des Kontrollwerks verlassen, als der Alarm erklang. Kalikariden und Uponccer wandten sich augenblicklich den Groß- Holos zu, sie suchten nach unangemeldet anfl iegenden Schiffen. Eine unsinnige Handlung, fand der Duale Kapitän, denn die Thi-Mamsellen hätten einen solchen Anlass deutlich früher festgestellt. Der Alarm, davon war er überzeugt, hatte eine andere Ursache.
Witternd hoben die Effremi ihre spitzen Gesichter. Sie huschten zu den bislang unbesetzten Nebenplätzen, die das Überwachungspotenzial um Nahbereichsfunktionen erweiterten. Neue holografi sche Darstellungen bauten sich auf, rasch wechselnde Datenkolonnen tauchten den Raum in fl ackerndes Zwielicht.
Zerberoff vereinte beide Bewusstseine im Singulären Intellekt, dem trancehaften mentalen Verbund beider Körperhälften.
Züngelnd ruckte der geschuppte Schlangenkopf des Mor’Daer hoch, als Lila näher kam. Die Antigravschale mit dem verkümmerten Körper der Umraum-Pfl egerin stoppte mit einem ungewöhnlich heftigen Ruck.
»Wohl dir, Herr Kapitän«, verkündete die Thi-Mamsell mit der gleichen monotonen Stimme, mit der schon ihre Vorgängerin gesprochen hatte. »Der Alarm wurde keinesfalls wegen eines anfl iegenden Schiffes ausgelöst.«
Natürlich nicht. Kein terranisches Schiff und auch keine noch so kampfstarke Einheit der anderen Milchstraßenvölker hätte es gewagt, CRULT anzufl iegen. Auch kein unangemeldeter Traitank war der Auslöser für den Alarm.
Zerberoff wusste das nur zu gut. Ausschließlich die Registereinheit 1.199.188 konnte der Grund sein. Der gekaperte Traitank fl og in diesen Minuten in die Fraktale Aufriss- Glocke der Dienstburg ein. Zerberoff hatte nicht nur für die Freischaltung der Strukturlücke gesorgt, sondern ebenso dafür, dass sich in der Folge niemand mit dem Schiff befassen würde.
Das Risiko lag im Bereich eines Zufalls. Doch von CRULT, dem Befehlszentrum der Terminalen Kolonne in der Ressourcengalaxis Milchstraße, waren Zufälle längst verbannt. So hieß es. Zerberoff wusste das mittlerweile besser. Er selbst war das ideale Beispiel dafür. Wie anders als mit einem Zufall sollte er interpretieren, was ihm widerfahren war? Inzwischen galt das auch für Malikadi.
Vielleicht hatte Vizekapitän Malikadi mit dem Alarm zu tun. Ob mit oder Beeinfl ussung durch die Krallen des Laboraten, Zerberoff traute dem gnomenhaften Dual nicht über den Weg. Wenn sie notgedrungen zusammenarbeiteten, war dies schon das Optimale an Zugeständnis, das einer dem anderen entgegenbringen konnte.
»Gib mir eine Verbindung zur Leitstelle!«, drängte Zerberoff aus beiden Mündern gleichzeitig.
Lila reagierte nicht sofort darauf. Ihre Antigravschale versperrte dem Kapitän sogar den Weg, als er sich schwerfällig zu den Internkontrollen in Bewegung setzte. Lila, die kindliche Kreatur, mehr Schädel als Leib, wartete auf ihre Belohnung. Sie dachte gar nicht daran, dem Dual auszuweichen, und sie hatte keine Ahnung, dass in Zerberoff ihr fremde Empfi ndungen tobten: blanker Hass auf Malikadi, der alles darangesetzt hatte, Zerberoff zu demütigen. Furcht um sein neues Leben und die Freiheit, eigene Entscheidungen treffen zu können. Zerberoff hatte eine Zeit lang gebraucht, sich daran zu gewöhnen, aber nun wollte er diese Freiheit nicht mehr missen. Auch wenn Danton ihn ebenso benutzte, wie er noch vor Kurzem von der Kolonne benutzt worden war, es gab feine Unterschiede. Danton würde nicht ewig Forderungen stellen. Der Alarm schien nicht enden zu wollen.
In dem Moment dachte Zerberoff nur noch an den gekaperten, offi ziell verschollenen Traitank, an die Terraner und die fehlerhaften Mikro-Bes tien. Und an Malikadi. Er war sicher, dass der Vizekapitän im Begriff war, alles zu verraten. Wer sollte ihn aufhalten? Lila behinderte ihn. In einem Aufwallen von Zorn gab er ihr das, was sie so sehnlich erwartete: Endogene Qual.
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