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"2. Die Basics der Gehirnfunktionen für Neuroleadership in der Praxis (S. 59-60)
Was Sie in diesem Kapitel erwartet:
In diesem Kapitel werden Sie mit einem neuen dynamischen Bild des Menschen konfrontiert, das sich aus dem heutigen Stand der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse ergibt. Sie werden erfahren, welche Wirkung Situationen auf das Verhalten der Menschen haben und wie leicht es ist, andere zu beeinflussen. Wir müssen lernen, die begrenzten Kapazitäten des Gehirns zu akzeptieren und sie richtig zu nutzen. Weiter ist es wichtig, die verschiedenen Elemente der Kommunikation zu kennen und ganzheitlich einzusetzen. Dazu gehört es auch, die verschiedenen Aspekte unseres Verhaltens ins Bewusstsein zu heben. Eine ganz besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Mobbing.
2.1 Das Gehirn funktioniert nach einfachen Prinzipien
Auch wenn ich im vorangegangenen Kapitel gerade beschrieben habe, was das Gehirn alles kann und wie komplex es aufgebaut ist, so möchte ich jetzt die Behauptung aufstellen, dass es nach einfachen Prinzipien funktioniert, um die geforderten Leistungen zu erbringen. Beides schließt sich nicht aus.
Vergleichen wir das Gehirn ruhig mit einem modernen Automobil, das nicht nur über ein elektronisches Motormanagement verfügt, sondern mit zahlreichen Assistenzsystemen den Fahrer bei seinen Aktionen unterstützt. Dieser kann beschleunigen, bremsen und lenken. Wie seine Aktionen technisch umgesetzt werden, welche Sensoren, elektronische Steuereinheiten und mechanische Komponenten dabei aktiv sind, weiß er nicht. Ganz ähnlich ergeht es auch dem Benutzer eines Gehirns. Auch für ihn zählt hauptsächlich das Ergebnis und nicht, wie es zu Stande kommt.
Im Zusammenhang mit der modernen Hirnforschung werden immer wieder sehr komplexe Fragen diskutiert. Die eine lautet „Wer bin ich?"", die zweite „Was ist Bewusstsein?"" und die dritte „Habe ich einen freien Willen?"" Über alle drei lässt sich hervorragend zwischen Hirnforschern, Psychologen und Philosophen diskutieren, ohne dass man am Schluss zu einem eindeutigen Ergebnis kommt.
Ich bin der Überzeugung, dass sich sowohl das Ich als auch das Bewusstsein und letztendlich auch der freie Wille aus dem Zusammenspiel des Belohnungssystems, des emotionalen Systems, des Gedächtnissystems und damit letztendlich auch aus der Funktion des Entscheidungssystems heraus erklären lassen. Es gibt im Gehirn keinen festen Ort, an dem das Ich gespeichert ist, an dem Bewusstsein entsteht, und auch keinen, an dem die letzten Entscheidungen getroffen werden und sich damit der freie Wille manifestiert.
Sie werden die beschriebenen vier Gehirnsysteme im nächsten Kapitel genauer kennen lernen. Doch lassen Sie uns zunächst die „Basics"" der Gehirnfunktionen genauer betrachten."
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