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Legale STEUER-paradiese - Attraktive Kapitalanlagen im Ausland (Reihe Kienbaum Human Values for business)
Vorüberlegungen bei der Auswahl des Finanzplatzes (S. 69-70)
Bei der Wahl des Finanzplatzes für das Auslandskapital spielt eine ganze Reihe Faktoren eine Rolle. Dazu gehören nicht nur Überlegungen, welche Finanzinstitute oder -instrumente dem Anleger zur Verfügung stehen. Auch die politische Stabilität des betreffenden Landes, sein Rechts- und Steuersystem und die finanzielle Infrastruktur sind zu berücksichtigen. Ebenso wichtig sind Fragen nach der persönlichen Lebensplanung, der Reiseentfernung und z. B. auch der eigenen Gesundheit.
Individuelle Vorüberlegungen
Nicht jede Steueroase kommt für jeden Anleger infrage. Viele Menschen scheuen weite Wege oder legen Wert darauf, mit ihren Beratern in ihrer Muttersprache reden zu können. Andere reisen vielleicht ohnehin regelmäßig in einen bestimmten Teil der Erde und möchten aus Gründen der Bequemlichkeit dort auch gleich alle Finanzen bündeln. Am Beginn der Suche nach einem geeigneten Anlageland stehen daher Fragen nach den individuellen Wünschen und Vorstellungen.
Persönliche Lebensgestaltung und Ziele
Die Frage, wie sich der Anleger seine persönliche Zukunft vorstellt, ist von zentraler Bedeutung für die Überlegung, wohin er das Geld verbringt. Will er in Deutschland bleiben oder denkt er ans Auswandern in ein Land, in dem ewig die Sonne scheint? Will er im Ausland unternehmerisch tätig sein oder als Privatmann Grundbesitz erwerben? Je nachdem, wie die Antwort auf solche Fragen ausfällt, wird der Anleger andere Länder für seine Kapitalanlage in seine Überlegungen einbeziehen müssen.
Beispiel: Weltenbürger
Ein Angestellter arbeitet komplett in einer virtuellen Arbeits welt. Er überlegt ernsthaft, dies zu nutzen, um den Wohnsitz zu wechseln. Er kündigt seinen Job und zieht nach Nevis oder Belize, von wo aus er als freier Mitarbeiter für seinen alten Arbeitgeber und andere Kunden aus aller Welt tätig ist. Sein Geld lässt er in der Schweiz verwalten.
Die Hürden beim Auswandern
Das Entkommen vor der deutschen Besteuerung ist schwieriger, als man anfangs vermuten möchte. Der Auswanderer muss sich dazu entschließen, einen radikalen Schnitt in seinem Leben zu vollziehen. Er muss daran denken, dass Deutschland mit den meisten Steueroasen keine Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat. Damit gilt auch das Wohnsitzprinzip. Das bedeutet: Sobald jemand eine Dachkammer oder eine Jagdhütte für eine dauerhafte Nutzung in Deutschland vorhält, ist er in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Ob er dies gemietet oder geliehen hat oder dies zu seinem Eigentum gehört, spielt keine Rolle.
Achtung: Auswanderung stellt bedeutenden Schritt dar
Der vollständige Wegzug aus Deutschland fällt schwer: Harald Schmidt hat in einem Interview einmal angemerkt, wie schwierig es für ihn war, aus steuerlichen Gründen im steuergünstigen Ostbelgien auszuharren. Aus Frust über die dortige Öde sei er nach Köln zurück gezogen. Die Steueroase entpuppte sich als Wüste in Bezug auf die Lebensqualität. Boris Becker und Luciano Pavarotti sind an dem Spagat zwischen nominellem und realem Wohnsitz gescheitert.
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