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31 (S. 399-400)
Als der Frühling kam, verstopften mehr als 7000 Familien die Straßen, die nach Norden aus Rom hinausführten. Aus den brodelnden Gassen der Stadt ergoss sich ein Exodus, um das neue Land in Besitz zu nehmen, das Julius versprochen hatte. Diejenigen, die sich vor der Macht eines Clodius oder eines Milo fürchteten, machten sich auf, um ein neues Leben fern der Verbrechen und des Schmutzes der Stadt anzufangen. Sie hatten alles verkauft, was sie besaßen, um dafür Werkzeuge und Saatgut zu erwerben, dazu Ochsen, um ihre Wagen zu ziehen. Es war eine gefahrvolle Reise, über 300 Meilen bis zu den Ausläufern der Alpen, und von dort aus in die Unwägbarkeiten der jenseitigen Gebiete.
Da Julius die Legionen aus Ariminum abgezogen hatte, war der Norden weitgehend frei von patrouillierenden Soldaten, der Schutz der römischen Gebietewar bis zum Zerreißen ausgedünnt.Obwohl die Gasthäuser am Straßenrand und die befestigten Lager immer noch bemannt waren, trieben auf den langen Strecken dazwischen Diebe ihr Unwesen, und viele Familien wurden überfallen und in Elend und Verzweiflung am Straßenrand zurückgelassen. Einige wurden von Mitleidigen aufgenommen, andere mussten sich ihren kärglichen Lebensunterhalt erbetteln oder verhungern. Diejenigen, die es sich leisten konnten,Wachen anzuheuern,waren besser dran.
Sie gingen mit gesenkten Köpfen an den jammernden und weinendenMenschen vorüber, die vor ihnen hier entlanggekommenwaren und nun mit ausgestreckten Händen im Frühlingsregen standen. Pompeius verlas in Sondersitzungen des Senats die Berichte von Julius’ Siegen, sobald er sie erhielt. Es war eine eigenartige Rolle, in die er da gedrängt worden war, und manchmal schüttelte er den Kopf angesichts der Ironie, die darin lag, dass er Cäsar unterstützte, um die neuen Männer im Senat unter Kontrolle zu halten. Crassus hatte ihn überzeugt, dass die Siege in Gallien das Einzige waren, das die Stadt davon abhielt, in nackte Panik auszubrechen, während Clodius und Milo ihre geheimen, blutigen Kämpfe um die Vorherrschaft auf den Straßen ausfochten.
Trotz der realen Macht, die sie gewonnen hatten, trotz des Einflusses, den sie so brutal einsetzten wie eine Keule, hatten sie nichts für Rom geleistet, sondern taten sich an der Stadt nur gütlich. Weder Clodius noch Milo versäumten auch nur einen der Berichte. Sie waren in den Gossen und Hinterhöfen der Stadt aufgewachsen, ergötzten sich jedoch ebenso wie jeder andere Bürger an den Einzelheiten der Schlachten, die in ihrem Namen geschlagen wurden. Zuerst war Pompeius bereit gewesen, die Diktatur auszurufen, um sie unter Kontrolle zu bringen. Von den Fesseln des Gesetzes befreit, hätte er beide Männer ohne Verhandlung hinrichten lassen können.
Crassus hatte ihn vor einem derart radikalen Schritt gewarnt. Selbst wenn die beiden tot waren, sagte Crassus, würden andere an ihre Stelle treten, und Pompeius und vielleicht auch Rom selbst würden nicht überleben. Der Hydra des römischen Pöbels wüchsen neue Köpfe, und wer auch immer die aus dem Weg Geräumten ersetzte, würde sich davor hüten, sich öffentlich zu zeigen und im Senat zu erscheinen. Crassus hatte stundenlang auf seinen alten Kollegen eingeredet, und Pompeius war die Weisheit seiner Worte nicht entgangen.
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