Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
Mehr zum Inhalt
Durch den Tod ins Leben - Wie wir die Furcht vor dem Tod überwinden und unsere Unvergänglichkeit erkennen
9 Umgang mit Sterbenden und Toten (S. 111-113)
Was kann man tun, wenn ein Mensch stirbt? Womit kann man ihm das Sterben erleichtern? Und wenn er gestorben ist? Kann man dann immer noch etwas für ihn tun? Und vor allem: Wie können wir vermeiden, dem Sterbenden den Übergang vielleicht sogar zu erschweren – aus Unwissenheit oder in der irrigen Annahme, es »besser zu wissen«? Dem Sterbenden Beistand leisten Es ist wohl selbstverständlich, dass man eine sterbende Person möglichst nicht allein lassen sollte, wenngleich das manchmal unvermeidlich ist, zum Beispiel wenn die Angehörigen vom Krankhaus nicht rechtzeitig informiert werden, die Person allein lebt, keine Angehörigen mehr hat oder wenn der Tod unerwartet kommt. Leider ist es in manchen Krankenhäusern immer noch Usus, das Bett mit dem Sterbenden in einen separaten Raum zu schieben und ihn dort weitgehend allein zu lassen, damit andere Patienten möglichst wenig von seinem Tod mitbekommen.
Das wird die Angst des Betreffenden vor dem Sterben mit Sicherheit steigern. Da ist es ganz sicher besser, die todkranke Person nach Hause zu bringen und sie dort nicht allein zu lassen, auch wenn das bedeutet, dass sie zu Hause vielleicht eine Woche früher stirbt. Den Übergang in eine andere Welt wird es ihr auf jeden Fall erleichtern. Dass sie im Krankenhaus ein paar Tage oder sogar eine Woche länger leben würde, mag allenfalls ein kleiner Erfolg für die medizinische Statistik sein (und dem Krankenhaus zusätzliches Pflegegeld einbringen), ist aber im Hinblick auf die Qualität der letzten Lebenstage auf jeden Fall ein Verlust für den Sterbenden. Zugegeben, es gibt Fälle, in denen professionelle Hilfe benötigt wird, zum Beispiel um starke Schmerzen zu lindern, aber diese Hilfe kann in vielen Fällen auch ambulant geleistet werden und erfordert nicht unbedingt ein Verweilen im Krankenhaus.
Eine liebevolle und möglichst heitere Begleitung wäre für den Sterbenden sicher optimal – heiter in dem Sinne, dass ihm keine tiefe Trauer demonstriert wird. Davon hätte er nämlich kaum etwas und es würde ihm das Sterben nur schwerer machen. Stattdessen sollte man ihm Mut für die Begegnung mit dem Unvermeidlichen machen. Es geht auch um liebevolles Abschiednehmen und, wenn aktuell und möglich, um Versöhnung, ein gegenseitiges Verzeihen für alles, was im Leben nicht so gut war. Echt gemein (und mit Sicherheit karmaträchtig) wäre es, dem Sterbenden beispielsweise schnell noch eine Unterschrift zu entlocken, die einen Erben gegenüber einem anderen begünstigt. Auch ist es nicht Sache der Anwesenden, Schuldbekenntnisse vom Sterbenden zu verlangen. Ob er diese abgeben will oder nicht, muss ihm schon selbst überlassen bleiben.
Dabei ist zu bedenken, dass der Sterbende ganz sicher nicht allein die Schuld daran trägt, dass ein Konflikt immer noch in der Luft liegt. Die Anwesenden könnten sich also am Sterbebett eigenes Karma aufbürden. Eine oder mehrere Kerzen brennen zu lassen, kann ebenso hilfreich und empfehlenswert sein wie der Segen und die letzte Ölung durch einen Priester, sofern der Sterbende dies nicht zurückweist. Wenn er es zurückweist, sollte man diesen Wunsch auf jeden Fall respektieren. Der Pfarrer sollte, wenn er zugegen ist, auf keinen Fall ein Sündenbekenntnis oder gar eine letzte Beichte verlangen, denn auch das muss dem Sterbenden selbst überlassen bleiben. Ist es nicht offensichtlich, dass es einem liebenden Gott ziemlich egal ist, ob in diesem Moment ein Priester zugegen ist, der ein eher äußerliches Ritual zelebriert?
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion


















