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Normierung eines IQ-Tests (S. 14-16)
Damit man das Testergebnis einer Person beurteilen und mit den Ergebnissen anderer Personen vergleichen kann, braucht man einen verbindlichen Maßstab, so genannte Normen. Dazu wird ein IQ-Test vor seinem Einsatz an einer reprasentativen Gruppe der Bevolkerung geeicht. Die dabei gewonnen Werte bilden dann den Maßstab, um ein Testergebnis als schlecht, mittel oder gut einstufen zu konnen. Die Gruppe muss hinsichtlich Geschlecht, Alter und Ausbildung genauso zusammengesetzt sein wie die spatere Zielgruppe, also die Gesamtbevolkerung, und wenigstens 1000 Personen umfassen. Erst durch die Normierung kann man anhand der richtigen Losungen den IQ ermitteln, so dass Vergleiche zwischen unterschiedlichen Personengruppen moglich sind.
Bei der Auswertung von IQ-Tests spielt das Alter eine wichtige Rolle. Wahrend in jungen Jahren die Intelligenzleistungen stark ansteigen und die meisten Menschen zwischen Mitte zwanzig und dreißig ihren geistigen Hohepunkt erreichen, nimmt die Intelligenzleistung mit steigendem Alter allmahlich wieder ab. Daher schneiden altere Personen bei einem IQ-Test durchschnittlich schlechter ab als jungere. Grunde sind beispielsweise ein langsameres Bearbeitungstempo, schlechtere Konzentrationsfahigkeit und nachlassende Gedachtnisleistungen, aber auch eine andere Schulausbildung der Alteren.
Die Aufgaben in IQ-Tests sind auch an den jeweiligen Schulinhalten orientiert, und dadurch sind jungere Personen im Vorteil. Bei der Umwandlung der Testrohwerte in IQ-Werte findet dann ein Ausgleich statt. Daher erreicht beispielsweise ein 60-jahriger Mensch mit einer geringeren Zahl richtiger Losungen einen hoheren IQ als ein 20-jahriger. Bei der Beurteilung von IQ-Werten ist zu berucksichtigen, dass die verwendeten IQ-Skalen teilweise unterschiedlich sind. So lassen sich oft amerikanische und europaische IQ-Werte nicht vergleichen.
Die meisten europaischen IQ-Tests bieten Tabellen an, damit man die erreichte Punktzahl in die allgemein gebrauchliche IQ-Skala mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 umrechnen kann. Amerikanische Tests verwenden teilweise vollkommen andere Skalen, die auch so abenteuerliche IQ-Werte wie uber 200 ermoglichen. Ein IQ-Wert sagt also nichts aus, wenn man nicht weiß, nach welcher Skala er gemessen wurde. Eine Temperatur von 20 Grad ist ja auch etwas vollkommen anderes, je nachdem ob es sich um eine Angabe in Celsius oder Fahrenheit handelt.
Wodurch wird das Testergebnis beeinflusst? Ein psychologisches Merkmal wie den IQ kann man nicht so genau messen wie beispielsweise die Korpergroße. Unterschiedliche Storfaktoren beeinflussen das Ergebnis und konnen fur Fehler sorgen. Dazu gehoren zum Beispiel die Tagesform einer Person, die gesundheitliche Verfassung, Mudigkeit, die jeweilige Konzentration und Motivation oder außere Storfaktoren. Beim Vergleich von Testleistungen muss man deshalb berucksichtigen, dass gewisse Differenzen durch Messfehler verursacht werden konnen. Personen mit relativ nah zusammenliegenden Werten mussen sich deshalb nicht tatsachlich unterscheiden.
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