Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
Landschaft und Natur (S. 86-87)
Die Geografie des Indischen Subkontinents
Mit einer Fläche von 3,29 Mio. km2 und einer maximalen Nord-Süd-Ausdehnung von 3.214 km (2.933 von Ost nach West) ist Indien das siebtgrößte Land der Erde und etwa neunmal so groß wie die Bundesrepublik. Der indische Subkontinent, von dem Indien den weitaus größten Teil einnimmt, wird von drei großen Landschaftszonen geprägt.
Himalaya
Die Nordgrenze bildet der sich von Südost nach Nordwest auf einer Länge von 2.500 km hinziehende Himalaya, der das Land von seinen nördlichen Nachbarn China, Nepal und Bhutan trennt. Dieses höchste Gebirge der Welt besteht eigentlich aus fünf parallel hintereinander liegenden Gebirgszügen, die durch landschaftlich oft verwegen schöne Täler voneinander getrennt sind. Das Kulu-Tal in Himachal Pradesh und vor allem das Hochtal von Kashmir sind nur zwei Beispiele hierfür. Im Nordwesten bildete der Khyber-Pass über Jahrhunderte die einzige passierbare Stelle und war so das klassische Einfallstor der zentralasiatischen Eroberer. Der höchste Berg Indiens und der nach dem Mount Everest in Nepal und dem K2 in Pakistan drittgrößte der Erde ist der in Sikkim gelegene Kanchenjunga mit 8.528 m. Vor der Annexion Sikkims durch Indien im Jahre 1975 gebührte diese Ehre dem Nanda Devi (7.817 m) im Grenzgebiet von Indien, Nepal und China.
Nordindische Tiefebene
Kaum krasser könnte der Übergang zur sich unmittelbar südlich an die höchste Gebirgskette der Erde anschließende zweite Großregion sein. Nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen die von den drei großen Flüssen Indus, Ganges und Brahmaputra gebildeten Stromtiefländer. Seit jeher ist dieses fruchtbare Schwemmland das Haupt-Siedlungsgebiet, und so finden sich hier auch viele der bedeutendsten kulturhistorischen Stätten Indiens. Seit der Abtrennung Pakistans im Jahre 1947 liegt ein Großteil des Indus heute außerhalb der indischen Staatsgrenzen. Der im Himalaya entspringende Ganges bildet den Lebensnerv der nordindischen Tiefebene, die auch heute noch die mit Abstand am dichtesten besiedelte Region des Landes ist. Noch bis ins 19. Jh. hinein war ein Großteil dieser Region von dichtem Dschungel überwuchert. Durch den enormen Bevölkerungsdruck und die zunehmende Industrialisierung finden sich heute nur noch in entlegenen Grenzgebieten wie Assam große zusammenhängende Waldgebiete, während der Rest völlig entwaldet ist – eine Entwicklung mit katastrophalen ökologischen und klimatischen Auswirkungen, wie die jährlich wiederkehrenden, oftmals Tausende von Toten fordernden Überschwemmungen nur allzu deutlich aufzeigen.
Das Hochland von Dekhan – der Süden Indiens
Die flächenmäßig größte und geologisch interessanteste der drei Regionen ist die sich in Form eines Dreiecks südlich an die Gangesebene anschließende und von dieser durch die Vindhyas, ein langgestrecktes Mittelgebirge, abgegrenzte Dekhan-Scholle. Der Name leitet sich aus dem Sanskritwort dakshina ab, was soviel wie „südlich" heißt. Tatsächlich handelt es sich bei der von West nach Ost geneigten Hochebene von durchschnittlich 600 bis 700 m Höhe um die beherrschende geologische Formation der hier beschriebenen Region Südindien. Vor Jahrmillionen Teil des großen Urkontinents Gondwana, zu dem auch Teile Südamerikas, Australiens und Afrikas gehörten, legte sich die Dekhan-Scholle vor 250 Mio. Jahren an das asiatische Festland. Durch diesen „Aufprall" entstanden das Faltengebirge des Himalaya sowie die Ostund West-Ghats, zwei parallel zur Küstenlinie verlaufende Gebirgszüge, die steil zum Meer abfallen. Das verheerende Erdbeben in Maharashtra vom September 1993 hat gezeigt, dass die indische Platte noch immer unter enormen Spannungen steht, die sich in zerstörerischen Flächenbeben entladen können. Ein weiteres Zeugnis der geologischen Verwerfungen in Verbindung mit der intensiven Verwitterung des Gesteins durch den Wechsel von heftigen Niederschlägen und extremer Trockenheit sind die für diese Region so charakteristischen Tafelberge.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion





















