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Elemente des Vertrauens: Internetdiffusion in den Transformationsländern als Paradigmatest

Elemente des Vertrauens: Internetdiffusion in den Transformationsländern als Paradigmatest

von: Thomas Volken-Reinert

Peter Lang AG, 2002

ISBN: 9783906770222, 244 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 38,70 EUR

  • René Descartes - Eine Einführung
    Analyse der Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik
    Platon
    Internationale Finanzmarktkrisen: Ursachen, Ablauf, Prävention
    Karl R. Popper
    Smart Shopping - Eine theoretische und empirische Analyse des preis-leistungsorientierten Einkaufsverhaltens von Konsumenten
    Thomas Hobbes
    Narren des Zufalls
  • Kommunitarismus
    Medien und Ethik. Zur Organisation medienethischer Entscheidungsprozesse
    Philosophie der Zahlen
    Martin Heidegger
    Nietzsche. Eine philosophische Einführung.
    Demokratie, Bildung und Markt
    Immanuel Kant - Vernunft und Leben
    Kritik als Utopie der Selbstregierung
 

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Elemente des Vertrauens: Internetdiffusion in den Transformationsländern als Paradigmatest


 

7.5 Definition von Vertrauen (S. 89-90)

Risiko, Information, Erwartung und Zeit scheinen mir diejenigen Elemente zu sein, die für eine adäquate Konzeptualisierung von Vertrauen herangezogen werden müssen. Bewusst wird an dieser Stelle auf den Rekurs auf Subjekte und Objekte von Vertrauen verzichtet. Dies wird an anderer Stelle zu thematisieren sein. Für die nachfolgenden Zwecke ist es ausreichend, Vertrauen relativ allgemein zu definieren:

Wird die vertrauensvolle Erwartung des A durch die Handlung des B bestätigt, so werden jene stabilisiert. Vertrauen wird gebildet. Umgekehrt führen enttäuschte Erwartungen zu einer Abnahme von Vertrauen; im Extremfall schlägt Vertrauen in Misstrauen um. Damit zeigt sich der soziale Charakter von Vertrauen: Vertrauen rekurriert letztlich immer auf soziale Beziehungen, jenseits dieser existiert weder die Grundlage noch die Notwendigkeit für Vertrauen (Lewis/Weigert 1985: 969; Preisendörfer 1995).

7.6 Erwartungen als Gravitationszentrum vom Vertrauen

Dreh- und Angelpunkt von Vertrauen, so lässt sich resümieren, sind die Erwartungen. Jene mögen risikobeladen, zeitverschoben und auf unzulängliche Informationen gebaut sein, aber: letztlich sind es die Erwartungen, die den Ausschlag dafür geben, ob vertraut wird oder nicht (vgl. insbesondere Platteau 1994). Die Erwartung ist die formulierte Hypothese, die des geschichtlichen Hintergrundwissens bedarf. Dies ganz unabhängig davon, ob im konkreten Fall die Erwartung sich in rationalistischer Manier an kühlen Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten abarbeitet, ihren Ausgangspunkt in der diffusen Undurchdringlichkeit von Affekten und Emotionen haben oder ihren Ursprung in den letzten Werten finden – oder vielleicht gar auf schlichter Habitualisierung beruhen. Möglich wäre selbstredend auch ein Amalgam.

Vertrauen lässt sich so als eine „plurale Erwartungshaltung“ (Brink- mann/Seifert 2001: 24; Govier 1997: 6; Barber 1983: 14) fassen, die spezifische Erwartungen an die Kompetenz, die Integrität und die Gesinnung stellt, wobei die Abstimmung jener Elemente als vom jeweiligen Kontext abhängig gedacht wird. Erwartungen, um es mit Rekurs auf Max Webers Handlungstypen auszudrücken, können das ganze Spektrum von Zweckrationalität, Wertrationalität, Traditionalität und Affektivität umfassen.