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3. Die Vokabeln der Körpersprache
Für viele Menschen ist die Körpersprache ein Buch mit sieben Siegeln. Der Einstieg in das Erlernen einer fremden Sprache beginnt mit dem Vokabellernen. Nur wer weiß, welche Bedeutung einzelne körpersprachliche Signale haben können, ist in der Lage, sich ein Gesamtbild erschließen. Wir erläutern Ihnen in diesem Kapitel die Vokabeln der Körpersprache. Sie lernen, Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf körpersprachliche Signale auszurichten. Mit einer geschärften Beobachtungsgabe werden Sie die Absichten Ihrer Gesprächspartner besser erkennen können.
Wenn Menschen anfangen, sich mit der Körpersprache zu beschäftigen, sind sie normalerweise auf der Suche nach besonders aussagekräftigen Geheiminformationen, die die inneren Beweggründe anderer Menschen deutlich werden lassen. Am Beginn der Auseinandersetzung mit Körpersprache steht oft der Wunsch, andere besser durchschauen zu können. Es gibt aber keine allgemeingültigen körpersprachli-chen Aussagen. Wir haben Ihnen schon erläutert, dass einzelne körpersprachliche Signale in unterschiedlichen Situationen eine andere Bedeutung haben können. Sie sind üblicherweise nicht eindeutig genug, um präzise Rückschlüsse über die Absichten und die momentane Befndlichkeit Ihres Gegenübers zu erlauben.
Das reine Vokabellernen im Fach Körpersprache ist daher nur eine Basis, auf der Sie noch zusätzliche Informationen brauchen, um das Verhalten Ihrer Gesprächspartner richtig einordnen zu können. Sie müssen körpersprachliche Signale in Beziehung zueinander, zur Person, zu Erwartungshaltungen und zur Situation setzen können. Nur dann erhalten Sie aussagekräftige Informationen. Zusätzlich dazu müssen Sie natürlich auch die Wortäußerungen von Personen beachten. Dennoch brauchen Sie Hinweise, worauf Sie bei Ihrer Auseinandersetzung mit Körpersprache überhaupt achten müsssen.
Die körpersprachlichen Signale, die von Menschen gesendet werden, lassen sich in mehrere Bereiche unterteilen. Zu der Körpersprache gehören nicht nur die Handbewegungen und Gesten, sondern auch die Körperspannung, die Art zu gehen, die Distanz, die zu anderen Menschen eingehalten wird, und der Tonfall der Stimme. In allen diesen Bereichen gibt es aussagekräftige Hinweise für das bessere Verständnis zwischenmenschlicher Kommunikation. Im Folgenden werden wir Ihre Beobachtungsgabe für die einzelnen Bereiche der Körpersprache schärfen.
Mimik
Unsere Umgangssprache ist voller Beschreibungen, die sich auf die sichtbaren Stimmungen in der Mimik von Menschen beziehen. Man spricht von »weit aufgerissenen Augen« und meint Erstaunen, wer sich »auf die Lippen beißt«, möchte Informationen zurückhalten, und wenn vom »Naserümpfen« die Rede ist, wird ein unangenehmer Eindruck kommentiert.
Zur Mimik zählen die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur. Mithilfe der Augen, der Stirnpartie, der Nase oder des Mundes werden Gemütszustände oder aktuelle Empfndungen ausgedrückt.
Die Augen
Wenn wir einem Menschen gegenübersitzen und auf seine Augen achten, können wir viele Botschaften beobachten. Beispielsweise vermitteln uns zusammengekniffene Augen Zweifel, ein offener Blick dagegen signalisiert die Bereitschaft zuzuhören.
Aufgerissene Augen können Überraschung, aber auch Furcht ausdrücken. Geschlossene Augen lassen vermuten, dass unser Gegenüber gerade eigenen Gedanken nachhängt und momentan nicht bereit ist, weitere Informationen aufzunehmen. Ein gesenkter Blick lässt auf Nachgeben schließen.
Das Hochziehen einer Augenbraue bedeutet meistens Skepsis, die aber auch durchsetzt sein kann mit Spott und Abwertung. Das Hochziehen beider Augenbrauen drückt vornehmlich Überraschung oder Erstaunen aus.
Der Blickkontakt ist in der Kommunikation besonders wichtig. Wer ständig den Blicken anderer ausweicht, vermittelt Unsicherheit. Ein starrer, zu lang andauernder Blickkontakt wird zumeist als Konfrontation empfunden. Beim angemessenen Blickkontakt gibt es einen Wechsel zwischen Hinschauen und Wegschauen. Gute Redner und souveräne Gesprächspartner blicken Zuhörer beim Sprechen an und senken den Blick zwischendurch immer kurz, um die Gedanken zu sammeln. Als Zuhörer sollten Sie ständig den Blickkontakt halten, um zu zeigen, dass Sie aufmerksam zuhören. Redner achten in der Regel mit kurzen Kontrollblicken darauf, ob Sie noch mit Interesse bei der Sache sind.
Ohne Blickkontakt lässt sich nur schwer eine Beziehung zum Gesprächspartner herstellen. Die Kommunikationsprozesse werden empfndlich gestört. Blickkontakt ist eine wesentliche Voraussetzung, um eine Brücke zu anderen Menschen zu schlagen. Die Macht der Augen erkennen Sie auch daran, dass Sie es selbst dann merken, angesehen zu werden, wenn Sie in eine andere Richtung schauen. Sie brauchen jemandem nur lange genug auf den Hinterkopf zu starren, um ihn dazu zu veranlassen, sich zu Ihnen umzudrehen.
Die Pupillengröße der Augen ist jedoch nur bedingt aussagekräftig. Physiologische Prozesse wie Reaktionen auf Lichteinfall oder Medikamenteneinnahme überstrahlen oft die Reaktionen auf Gesprächspartner. Eine plötzliche Vergrößerung der Pupillen kann natürlich Interesse demonstrieren. Aber seien Sie hier mit vorschnellen Deutungen vorsichtig.
Um Ihnen den Einfuss Ihrer Augen und des Blickkontakts deutlich zu machen, haben wir eine Übung für Sie zusammengestellt. Schärfen Sie anhand dieser Übung Ihre Wahrnehmung für die Wichtigkeit und Macht des Blickkontakts.
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