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Grundlagen der Familienaufstellung für Dummies Pocketbuch

Grundlagen der Familienaufstellung für Dummies Pocketbuch

von: Paul Gamber

Wiley-VCH, 2016

ISBN: 9783527801404 , 128 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Mac OSX,Windows PC geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

Derzeit können über den Shop maximal 500 Exemplare bestellt werden. Benötigen Sie mehr Exemplare, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


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Grundlagen der Familienaufstellung für Dummies Pocketbuch


 

1

Was eine Familienaufstellung ist

In diesem Kapitel

Wissen, was eine Familienaufstellung ist

Was in einer Familienaufstellung bearbeitet wird und wann sie sinnvoll ist

Die Lösung fest im Blick haben

Wer mehr über sich und seine Rolle in der Familie erfahren will, kann eines der vielen Wochenendseminare besuchen, bei denen Familienaufstellungen angeboten werden. Familien- und Systemaufstellungen in einer Gruppe gehören wohl zu den erlebnisintensivsten Methoden der Familientherapie. Sie erlauben einen ganz anderen Blick auf das »System«, dem man normalerweise ausgeliefert ist, ohne es zu verstehen.

Sie erfahren in diesem Kapitel, wann eine Aufstellung sinnvoll ist, was Sie dort erwartet und wie Sie sich jetzt schon darauf vorbereiten können.

Was man unter einer Familienaufstellung versteht

Fühlen Sie in bestimmten Situationen unsichtbare Bande, Verpflichtungen, Loyalitäten gegenüber bestimmten Familienmitgliedern? Fühlen Sie manchmal den Zwang, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten, ja zu fühlen? Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob das Asthma Ihres Kindes etwas mit der Familie zu tun haben könnte?

Seit den späten 1960er-Jahren haben Therapeuten verschiedene Methoden entwickelt, um Verstrickungen und negative Einflüsse in Familiensystemen zu erkennen und positiv zu verändern. Die bekannteste ist die Familienaufstellung.

Was bei einer Familienaufstellung
bearbeitet wird

Viele Menschen fühlen Belastungen in ihrem Leben, die sie nicht so leicht loswerden und die sie sich manchmal nicht so recht erklären können, etwa wenn es darum geht, eine neue Bindung einzugehen, sich aus einer belastenden Partnerschaft zu lösen, eine Berufswahl zu treffen und Ähnliches.

Oftmals sind wichtige Lebensentscheidungen mit Schuldgefühlen oder mit nagenden Selbstzweifeln verbunden. Im systemischen Ansatz geht man davon aus, dass die Einstellungen zum Leben, Gefühle und das Verhalten eines Menschen in hohem Maß durch die Familie geprägt werden – und das manchmal über mehrere Generationen hinweg.

Systeme können uns bereichern und beglücken, manchmal das Beste in uns hervorbringen. In anderen Fällen spannen sie uns vor ihren Karren und lassen uns wie Marionetten durchs Leben humpeln. Sie können uns manchmal dazu nötigen, Gefühle zu haben, die nicht unsere eigenen sind, fremde Schicksale auf uns zu nehmen, Opfer zu bringen, zu denen wir im Grunde nicht bereit waren.

Die tieferen Ursachen für Lebenskrisen, mit denen wir alle einmal konfrontiert werden, sind manchmal in unbewussten Allianzen, Koalitionen, Loyalitäten zu Familienangehörigen zu suchen, zum Beispiel das Schuldgefühl gegenüber dem behinderten Bruder, in der Übernahme von Gefühlen und Verantwortung, zum Beispiel die Identifikation der Tochter mit der Mutter, die von ihrem Mann schlecht behandelt wurde.

Auch Glaubenssätzen wie »Niemals im Leben Schulden machen« oder »Schuster, bleib bei deinem Leisten« setzen enge Grenzen und können zu schweren Gewissensbissen führen, wenn man dagegen verstößt.

Kräfte, die in Systemen wirken

Die Methode der Familienaufstellung dient dazu, die Kräfte, die in Familiensystemen wirken, sichtbar zu machen und den eigenen Einfluss wiederherzustellen. Im Einzelnen geht es um die Bearbeitung folgender Muster:

Loyalitäten: Das sind unbewusste Bindungskräfte, die wie ein unsichtbares Bungee-Seil wirken. Entfernt man sich zu weit von ihnen, ziehen sie einen mit Macht wieder zurück. Oftmals wird damit eine »Bringschuld« gegenüber einem anderen Familienmitglied verbunden. Sie können Lebensentscheidungen, ja ganze Lebenswege, bestimmen.

Allianzen, Koalitionen: Sie werden häufig unbewusst geschlossen, um der vermeintlichen Übermacht eines anderen Familienmitglieds oder eines familiären Subsystems (etwa der Verwandtschaft des Vaters) entgegenzutreten. Die Mutter verbindet sich zum Beispiel mit der Tochter gegen den Vater und dessen Familie. Es herrscht eine »Wir gegen den Rest der Welt«- beziehungsweise »… gegen den Rest der Familie«-Atmosphäre vor.

Übernahme von Gefühlen und Aufträgen: Gerade das, worüber nicht gesprochen wird, kann eine besondere Anziehungskraft ausüben. Sehnen sich die Eltern nach gesellschaftlichem Aufstieg und wollen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter Arzt oder Rechtsanwalt wird, ohne dass es offen ausgesprochen wird, geraten die Kinder oft in innere Konflikte, bekommen Symptome, wenn sie nicht so fühlen, wie die Eltern. Es ist schon vorgekommen, dass ein Sohn Lähmungserscheinungen wie sein querschnittsgelähmter Vater bekam, wenn er sich den elterlichen Vorgaben widersetzte.

Familiengeschichte und Glaubenssätze: Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen, die sich in Form von ausgesprochenen oder unausgesprochenen Mottos, Leitlinien oder Glaubenssätzen ausdrücken: »Sei ein echter Müller«, »Die Krauses heiraten niemanden unter ihrem Stand«, »Der Lebenswandel von Tante Anna ist tabu«, »Du stammst aus einer Offiziersfamilie, deshalb wirst auch du Offizier«, »Katholisch sein, heißt …«, die enge Grenzen setzen und bei einem Verstoß dagegen zu schweren Gewissensbissen führen können.

Ausgleich von Geben und Nehmen: In einer gut funktionierenden Familie und Ehe gibt es ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen. Eltern geben ihren Kindern Liebe und Zuneigung und bekommen diese meistens auch zurück – und sei es nur in Form von Gesten. Gibt in einer Beziehung einer der Partner zu viel an Vertrauen und wird dieses Vertrauen enttäuscht, etwa durch eine Außenbeziehung, entsteht ein Ungleichgewicht, das nach einem Ausgleich ruft, etwa einer Entschuldigung oder einem Versprechen. Findet dieser Ausgleich nicht statt, kommt es meist zu Konflikten, unter denen auch die Kinder leiden. Die Familie reagiert als Ganze und oft trifft es dabei die schwächsten Mitglieder, die Kinder, die den Familienkonflikt in Form von Symptomen nach außen hin sichtbar machen.

Ziele einer Familienaufstellung

Eine Familienaufstellung kann, je nach Anliegen, ganz unterschiedlichen Zielen dienen. Machen Sie sich schon im Vorfeld klar, was erreicht werden soll:

Das eigene Rollenverhalten in der Familie erleben

Krank machende Beziehungsmuster und Verstrickungen erkennen und verändern

Die Funktion des Symptoms und des Symptomträgers in der Familie erkennen

Sich von geheimen Bindungen und Schuldgefühlen lösen

Die »innere« Familie miteinander in Harmonie bringen

Die eigenen und die im Familiensystem vorhandenen geistigen Ressourcen besser nutzen

Eine Familienaufstellung kann helfen, die familiären Ursachen von seelischen Belastungen zu ergründen und geeignete Lösungen dafür zu entwickeln. Sie kann diese Beziehungsmuster wie keine andere Methode sichtbar machen. Durch das emotionale Nachspüren und Erkennen unserer Beziehungsmuster werden nachhaltige Veränderungen und Lösungen möglich, die sowohl befreien als auch mit der Vergangenheit versöhnen.

Die richtigen Fragen stellen

Wer eine Aufstellung durchführen möchte, braucht ein Anliegen. Ohne Fragen keine Antworten. Dieser Grundsatz gilt vor allem für eine Familienaufstellung. Sind Sie die aufstellende Person, sollten Sie ein möglichst konkretes Anliegen formulieren, zum Beispiel:

Sie möchten wissen, weshalb Ihr Vater eigentlich nie für Sie da war.

Sie sind daran interessiert zu erfahren, welche Rolle Ihr Bruder oder ihre Schwester, der beziehungsweise die nie besonders reden von sich machte, in Ihrer Familie spielte und welchen Einfluss er beziehungsweise sie auf Ihr Leben hatte.

Sie möchten dem Familienmotto »Niemals im Leben Schulden machen« einmal auf den Grund gehen.

Sie möchten herausfinden, ob Ihre ständige Traurigkeit etwas mit Ihrer Familiengeschichte zu tun hat.

Sie interessiert, welche Rolle Ihre längst verstorbene Großmutter in Ihrem Leben spielte.

Wie ist mein körperliches Symptom in meine Familie eingebunden?

Lösungen sind gefragt

Die Lösung besteht oftmals in der Loslösung von alten Beziehungsmustern, Bindungen, im Abschiednehmen, im Neuanfang, der auf das Alte aufbauen kann, aber nicht von ihm beherrscht wird. Dazu ist es jedoch notwendig, dasjenige zu erkennen, was einen die ganze Zeit blockiert, gelenkt und beeinflusst hat. Vielleicht eine allzu starke Bindung zur Mutter, eine Hassliebe zum Vater, ein schlechtes Gewissen gegenüber Bruder oder Schwester, weil man in deren Augen mehr im Leben erreicht hat. Vielleicht sind es Glaubens- und Denksysteme, die man schon früh verinnerlicht hat,...