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Macht (S. 145-147)
Es war ein Privathaus in Highgate, zu dem Danny mich fuhr. Von George war mir ein russischer Geschäftsmann avisiert worden. »Ein ziemlich bizarrer Typ, aber nicht gefährlich«, hatte er mir erklärt. »Alter Oxford-Mann.«
Es beruhigte mich nicht, wie ich gestehen musste. So beschloss ich, mich auf meinen Instinkt zu verlassen und darauf, dass George mich nie in eine heikle Situation bringen würde. Zumindest nicht wissentlich.
Der Wagen schlängelte sich eine gewundene Straße den Hügel hinauf, auf dessen höchster Erhebung unser Ziel lag. Wir passierten moderne Stadthäuser und georgianischen Villen, in denen sich die eine oder andere Anwaltskanzlei niedergelassen hatte. Hier gab es wesentlich mehr Grün, als ich erwartet hatte, was nicht zuletzt am berühmten Friedhof lag, den wir auf dem Weg zu meinem Gast passierten.
George hatte zwar zugesagt, dass er ebenfalls dort sein würde, wie falsch ich ihn allerdings verstanden hatte, wurde mir erst in den kommenden Stunden bewusst …
Dass die Dinge nicht waren, wie immer, erkannte ich an den drei Limousinen, die vor dem Eingang parkten und in denen dunkelgekleidete Männer saßen. Danny hielt diesmal ausnahmsweise in zweiter Reihe, ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, mir die Tür aufzuhalten.
Er zwinkerte und wünschte mir viel Glück, was ein kleines Ritual zwischen uns geworden war, das ich sehr schätzte. Ich trug einen engen, schwarzen Minirock und eine lederne Korsage, in die ich so sehr eingezwängt war, dass meine Brüste beinahe schmerzten. Luft bekam ich in dem Ding sowieso nicht. Aber das Gefühl machte mich scharf. Rattenscharf! Meine Beine waren von halterlosen, schwarzen Strümpfen überzogen, die in schwarzen Spitzenborden endeten.
Noch am Nachmittag hatte ich meine Scham so ordentlich rasiert, bis nur noch ein schmaler Haarstreifen stehen geblieben war. Ganz nackt mochte ich es bei mir selbst nicht. Ich hatte mich vor dem Spiegel gedreht und für eindeutig vulgär befunden. Vor allem den hüfthohen Schlitz im Rock fand ich völlig daneben. Aber, und das hatte ich mittlerweile auch gelernt, Männer mochten das! Zumindest bei Frauen wie mir.
Zu diesem Outfit hatte ich mich allerdings nicht für die Overknees entschieden, sondern für ein paar wirklich hohe Peeptoes. Vulgär: ja! Nuttig: nein! Heute zumindest. George hatte mir, wie immer, bezüglich des Geschmacks unseres Gastes zuvor einige Hinweise gegeben. So wusste ich ungefähr, was er mochte, und, noch wichtiger, was er verabscheute.
Anders als in den Sneakers, setzte ich jetzt meine Füße mit äußerster Vorsicht auf, denn man konnte nie wissen, wo eine der steinernen Platten des Gehweges ein Loch aufwies, in dem ich dann zwangsläufig hängen bleiben würde. Es war so unglaublich peinlich, wenn man in solchen Schuhen umknickt, wie blöde mit den Armen wedelt und sich vielleicht schlussendlich sogar noch auf seinen Hintern setzt … Ich hatte Glück, denn der Weg war vom Schnee geräumt. Highheels und Schnee – die »Toxic Twins« der Mode!
Als ich die unterste Stufe vor dem eleganten Haus betreten hatte, wurde bereits geöffnet. Ein Mann, breit wie ein Kleiderschrank, stand vor mir.
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