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Weiterbildungsverhalten in Deutschland

von: Bernhard von Rosenbladt, Frauke Bilger

Bertelsmann, W. Verlag, 2008

ISBN: 9783763946310, 247 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 29,90 EUR

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Weiterbildungsverhalten in Deutschland


 

7. Bildungsbeteiligung und Lernen im Lebensverlauf (S. 132-133)

7.1 Lebenslanges Lernen: Beteiligung an Lernaktivitäten nach Altersgruppen

Bildungsaktivitäten im Erwachsenenalter sind eng mit der Lebens- und Erwerbsbiogra .e einer Person verbunden. In unterschiedlichen Lebensphasen werden unterschiedliche „Lern projekte" im Vordergrund stehen, für die unterschiedliche Angebote und Formen des Lernens genutzt werden können. Ein bildungsstatistisches Projekt wie der AES kann individuelle Lernbiogra.en nicht inhaltlich rekonstruieren. Immerhin kann aber die äußere Form dar gestellt werden, also die Bildungs beteiligung nach verschiedenen Lernformen in verschiedenen Lebensphasen. Gedanklicher Bezugspunkt ist die Formel vom „lebenslangen Lernen", die in der bildungspolitischen Programmatik einen so hohen Stellenwert erlangt hat (vgl. Kap. 1).

Zunächst ist festzustellen, dass das Konzept des lebenslangen Lernens ein Konstrukt mit normativ-appellativem Charakter ist, das inhaltlich wenig gefüllt ist. In welcher Lebensphase soll wer was wie und warum lernen? Die gängigen statistischen Kennziffern der Weiterbildungsbeteiligung sagen dazu wenig aus. Nehmen wir das Beispiel der EU-Benchmark-Indikatoren: Lebenslanges Lernen gilt um so mehr als verwirklicht, je mehr Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren in der Beobachtungsperiode an Ausbildungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen beteiligt waren. Welche Vorstellung über sinnvolle Verteilungen der Bildungsaktivitäten über die Altersgruppen steht hinter einem solchen Ziel-Indikator?

Soll die (Weiter-)Bildungsbeteiligung über alle Altersgruppen gleich hoch bleiben? Sollen für die verschiedenen Altersgruppen spezifische Lernformen und -inhalte berücksichtigt werden? Und warum beginnt das statistische Interesse am „Lernen im Erwachsenenalter" erst ab 25 Jahren, statt ab dem Ende der Schulp.icht? Warum reicht der Blick nur bis zum Alter von 64 Jahren und nicht darüber hinaus? Dies sind Fragen, die sich bei der Suche nach einer genaueren inhaltlichen Bedeutung des lebenslangen Lernens stellen.

Im Folgenden soll gezeigt werden, dass bildungsstatistische Analysen zum Lernen im Lebensverlauf Informationen bereitstellen können, die über eine pauschale Quote der Weiterbildungsbeteiligung hinausgehen – und dass damit auch neue Einsichten zu gewinnen sind. Die Eurostat-Vorgaben für den AES sehen vor, dass alle teilnehmenden Länder Daten für die 25- bis 64-jährige Bevölkerung liefern.

Eine Ausweitung der Altersgrenzen im Rahmen der nationa len Erhebungen ist aber möglich. Der deutsche AES 2007 hat die untere Altersgrenze – in der Tradition des BSW – bei 19 Jahren belassen, beginnt altersmäßig also nach dem Ende der Schulp.icht. Die Bevölkerung im Seniorenalter wird einbezogen durch Koppelung des AES mit dem Forschungsvorhaben von Schmidt/Tippelt (2008) zu Bildungsinteressen und Bildungsverhalten Älterer („EdAge" – vgl. Anm. 3). Damit kann die Bildungsbeteiligung im Erwachsenenalter hier in der erweiterten Bandbreite der Altersgruppen von 19 bis 80 Jahren dargestellt werden.

Die folgende Tabelle 19 gliedert die Bevölkerung von 19 bis 80 Jahren in sechs Altersgruppen und zeigt, in welcher Weise sich die Bildungsbeteiligung zwischen den Altersgruppen unterscheidet. Streng genommen ist der Querschnittsvergleich der Altersgruppen nicht als bio gra.scher Verlauf zu interpretieren, weil – beispielsweise – die heute 25- bis 34-Jährigen im Senio renalter nicht unbedingt dasselbe Verhalten zeigen werden wie die heutige Seniorengeneration. Mit diesem Vorbehalt wird man die Zahlen aber doch als einen „Quasi-Verlauf" über die Le bensphasen betrachten können.

Die Zahlen bestätigen auf den ersten Blick die landläu.ge Vorstellung von der zurückgehenden Beteiligung an Bildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen mit fortschreitendem Alter. Der Besuch regulärer Bildungsgänge (Schule, Berufsausbildung, Studium) konzentriert sich ohnehin auf die jüngeren Altersgruppen. Die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen (NFE) geht in den oberen Altersgruppen ab 55 Jahren deutlich zurück. In abgeschwächtem Maße gilt das auch für das Selbstlernen (INF).