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Weiterbildungsverhalten in Deutschland

von: Hrsg. Dieter v. Gnahs, Helmut Kuwan, Sabine Seidel

Bertelsmann, W. Verlag, 2008

ISBN: 9783763946303, 232 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 29,90 EUR

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Weiterbildungsverhalten in Deutschland


 

Weiterbildungsteilnahme nach Altersgruppen unter Einschluss der bis zu 80-Jährigen (S. 125-126)

Welche Zusammenhänge zeigen sich zwischen Alter und Weiterbildungsteilnahme? Als erstes ist hier zu beachten, dass den Ergebnissen früherer Untersuchungen zufolge erhebliche Unterschiede zwischen der Beteiligung an allgemeiner und beru. icher Weiterbildung nach Altersgruppen bestehen können (vgl. Tippelt u. a. 2003, Tippelt u. a. 2007). Deshalb ist es erforderlich, verschiedene Weiterbildungssektoren zu betrachten.

Da der Adult Education Survey (AES) nicht der Unterschei dung „beru.iche vs. allgemeine Weiterbildung" folgt, sondern an dieser Stelle eine andere Klassi.kation von Weiterbildungssektoren vorgenommen hat (betriebliche Weiterbildung, andere berufsbezogene Weiterbildung, nicht berufsbezogene Weiter bildung), wird dabei auf die vom AES ausgewiesenen Sektoren Bezug genommen. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass die Analyse der Weiterbildungsteilnahme nach Altersgruppen in mittelbarem Zusammenhang zu Theorie und Konzept des lebenslangen Lernens gesehen werden muss (vgl. Tippelt 2007 b, Schiersmann 2006).

Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Weiterbildungsverhalten und -interessen Älterer" (EdAge)1 dargestellt. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts, das in Kooperation mit der AES-Erhebung erfolgte, wurden auch die bis 80-Jährigen einbezogen und ein breites Spektrum zusätzlicher Themen für die 45- bis 80-Jährigen in das Erhebungsinstrumentarium integriert (vgl. Tippelt/ Schmidt 2006). Zusätzlich wurden 16 Gruppendiskussionen und 60 qualitative Tiefeninterviews durchgeführt, auf deren Ergebnisse hier aber nicht eingegangen werden kann (vgl. Schmidt 2007 a).

Die im Verbund von EdAge und AES eingebrachte Erweiterung der einbezogenen Population auf die bis 80-Jährigen ist als eine angesichts der demogra.schen Entwicklung überfällige Innovation anzusehen. Die Datenlage zu Weiterbildungsbeteiligung und Weiterbildungsverhalten Erwachsener über 65 Jahren in Deutschland ist bislang als äußerst unzureichend zu bezeichnen. Die deutsche AES-Erhebung ermöglicht durch diese Erweiterung des einbezogenen Altersspek trums einen breiten Vergleich des Bildungsverhaltens Erwachsener vom frühen Erwachsenenalter bis weit in die Nacherwerbsphase.

Um Zusammen hänge zwischen Alter und Weiterbildungsbeteiligung zu untersuchen, sind neben tabellarischen Auswertungen auch multivariate Analysen erforderlich. Tabellarische Analysen liefern erste Anhaltspunkte zum Zusammenhang zwischen potenziellen Ein.ussfaktoren und der Weiterbildungsteilnahme. So konnten frühere Untersuchungen, insbesondere im Rahmen des Berichtssystems Weiter bildung (BSW) (vgl. Kuwan u. a. 2006, S. 72 ff.) z. B. zeigen, dass die Weiterbildungsteil nahme von einer Reihe von Faktoren beein.usst wird: etwas vereinfacht sind dies: soziodemogra.sche Faktoren, regionale Faktoren sowie Rahmenbedingungen und Kontextfaktoren des beru.ichen und privaten Lernumfelds. Tabellarische Analysen ermöglichen jedoch keine Aussagen über die Stärke von Ein.ussfaktoren. Um hierzu vertiefende Informati onen zu erhalten, sind multivariate Analysen erforderlich.

Die Bedeutung multivariater Analysen geht jedoch weit über die Funktionen der orientie renden Strukturierung und der Gewichtung heterogener Ein.ussfaktoren hinaus und betrifft letztlich auch die Frage der Identi.kation „echter" Ein.ussfaktoren. Selbst wenn sich in tabellarischen Analysen sehr deutliche gruppenspezi.sche Unterschiede der Weiterbildungsbeteili gung mit Blick auf ein bestimmtes Merkmal zeigen, belegen diese noch nicht zwangs läu.g, dass es sich dabei um einen Einflussfaktor der Weiterbildungsteilnahme handelt. Die Ergebnisse multivariater Analysen können von denen tabellarischer Auswertungen erheblich abweichen und manchmal sogar aufzeigen, dass es sich bei in bivariaten Tabellen ausgewiesenen Zusammenhängen um Scheineffekte handelt.