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Wispern des Hyperraums. Mit der JULES VERNE in Hangay - der Weiße Saal offenbart sein Geheimnis (Band Nummer 2486)
3. (S. 18-19)
Die interaktive Wiedergabe von Hangay war erloschen. Ich empfand ein seltsames Bedauern, als hätte ich zugleich etwas sehr Vertrautes verloren. Das neu entstehende dreidimen-sionale Bild bot keinen Vergleich zu dem Gefühl, mit allen Sinnen in die Projektion einbezogen zu sein.
Das Holo zeigte einen der großen Hangars von CHEOS-TAI. Flackernde Helligkeit erfüllte die Halle, ihre sehr schnell wechselnde Intensität schmerzte in den Augen. Der Nukleus verbreitete dieses gleißende Pulsieren. Die Funken sprühende Kugel aus gelblich weißem Licht, entstanden aus der mentalen Substanz der Monochrom-Mutanten und dem Volk der Charandiden, war auf ein Mehrfaches ihrer Größe angewachsen und schien sich immer noch weiter aufzublähen. Mittlerweile strahlte sie in einem beklemmend düsteren Rot.
Der Nukleus rannte gegen die Außenwand des Hangars an, wurde aber stetig zurückgeschleudert. Wie ein gefangenes wildes Tier, das mit aller Kraft versucht, seinem Käfig zu entkommen. »Gibt es keinen Kontakt?«, rief ich. »Varantir, wir müssen herausfinden, was da geschieht! «
Der Nukleus drang in die Hülle des GESETZ-Gebers ein. Nicht weit jedoch, denn wieder prallte die Kugel zurück, und diesmal wuchs ihr Umfang beinahe sprunghaft an. Mehr als zehn Meter, schätzte ich. Schlieren überzogen die brodelnde Oberfl äche, sie erinnerten mich an eine Seifenblase, die schon im nächsten Moment in schillerndem Farbenspiel zerplatzen würde.
Erneut drang er in die glatte, goldglänzende Außenwand CHEOS-TAIS ein, diesmal weiter als zuvor. Schon zu gut einem Drittel war er in der Wand verschwunden und wurde trotzdem nicht zurückgeworfen.
Sekunden später war der Spuk vorbei; der Hangar lag verwaist im fahlen Schein seiner Eigenbeleuchtung.
Der Nukleus hatte CHEOS-TAI verlassen.
Nicht ein Wort der Erklärung. Kein irgendwie gearteter Hinweis. Nichts, was mir geholfen hätte, den Vorgang zu verstehen.
Ich zerbiss eine Verwünschung zwischen den Zähnen und schüttelte stumm den Kopf, als ich die fragenden Blicke der Wissenschaftler registrierte.
Durch übermäßige Mitteilsamkeit hatte sich der Nukleus ohnehin nie ausgezeichnet. In dieser Hinsicht erinnerte er mich fatal an ES. Gelegentlich ein paar Informationshappen, um uns Terraner »anzufüttern« und neugierig zu machen, ansonsten Zurückhaltung. Vielleicht wurde ich in dem Moment ungerecht, aber das war mir egal. Der Nukleus mochte handfeste Gründe gehabt haben, den GESETZ-Geber zu verlassen. Mir kam es vor, als sei er geradezu ausgebrochen. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die Erschütterungen der Raum-Zeit-Struktur angemessen worden waren.
»Dieses zeitliche Zusammentreffen war kein Zufall«, behauptete Daellian. »Es hängt mit der Ortung zusammen.«
»Sehr wahrscheinlich«, bestätigte ich. »Trotzdem stellt sich die Frage, warum der Nukleus nicht einmal versucht hat, den Hangar öffnen zu lassen.«
»Er war verwirrt«, argwöhnte Commander Pothawk.
»Verwirrt, beeinflusst oder in Sorge«, raunte Tolot im Flüsterton und damit immer noch übermäßig laut.
»... und er muss unter Zeitdruck gestanden haben«, sagte Mondra. »Den Hangar zu öffnen hätte allerdings kaum länger gedauert als die wiederholten Bemühungen, die Wand zu durchdringen.«
»Der Nukleus hat den Widerstand der Schiffshülle unterschätzt«, hielt einer der Physiker entgegen.
Diese Spekulationen brachten uns nicht weiter. Vielleicht hatte der Nukleus wirklich auf die lokalen Erschütterungen der Raum-Zeit-Struktur re-agiert. Die Frage war nur, ob die Messenger damit zu tun hatten. Im schlimmsten Fall manifestierte sich an den beiden Positionen eine neue Bedrohung.
»Wie weit konnten die Ortungen den Nukleus verfolgen?«, wandte ich mich an Varantir. »Lässt sich sein Ziel eingrenzen?«
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