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1 Einführung (S. 29-30)
1.1 Anforderung an den Leser
Um es gleich klarzustellen, bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine Einführung in das Betriebssystem Linux. Themen wie die Installation, Konfiguration und Administration von Linux werden Sie in diesem Buch nicht finden. Zwar setze ich diese Themen nicht voraus, aber es könnte recht schwierig werden, wenn Sie, unmittelbar nachdem Sie Linux zum ersten Mal installiert haben, gleich mit diesem Buch anfangen. Ich werde die einzelnen Themen im Buch zwar so ausführlich und einfach wie möglich erklären, nur könnte es sein, dass Ihnen ohne Grundlagenwissen das eine oder andere nicht so klar erscheint.
Sie müssen zwar kein Guru sein, aber der Umgang mit der Kommandozeile und/oder einer grafischen Oberfläche (bzw. IDEs) wie dem KDE- oder GNOME-Desktop sollte Ihnen nicht schwer fallen. Aber keine Sorge, sofern Sie sich jetzt ein wenig unsicher diesbezüglich fühlen, auf der Buch-CD finden Sie hierzu eine Menge weiterer Dokumentationen zum entsprechenden Thema. Eine weitere Anforderung, die ich an Sie stellen muss, sind gute Kenntnisse in der Programmiersprache C (natürlich genügt auch C++, aber das enthält ja C).
Eine Einführung in C würde das eigentliche Thema des Buches nur unnötig in den Hintergrund drängen und ginge somit am Titel vorbei. In diesem Buch geht es ausschließlich um die Linux-Programmierung in C und nicht um die Programmierung in C mit Linux. Es gibt mittlerweile unzählige Bücher zur C-Programmierung, daher will ich das Thema hier nicht nochmals aufrollen. Sofern Sie noch keine Kenntnisse in C haben, empfehle ich Ihnen, sich zuerst ein Buch dazu anzuschaffen, um anschließend mit diesem Werk fortfahren zu können. Empfehlen kann ich Ihnen dazu mein Buch »C von A bis Z« (ein bisschen Werbung darf doch sein). Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ein weiteres Loch in Ihren Geldbeutel reißen sollen: Sie finden dieses Buch (ca. 1100 Seiten stark) komplett auch auf der Buch-CD.
1.2 Anforderung an das Betriebssystem
Primär ist die Zielgruppe hierbei auf Linux (SUSE, RedHat, Debian, Mandrake etc.) gerichtet. Ganz klar, Linux ist unter den UNIX-artigen Systemen nun mal der Platzhirsch, womit sich die meisten Anwender – und in diesem Fall die meisten Leser – beschäftigen. Dennoch ist die Anforderung des Systems hier nicht nur auf Linux alleine bezogen. Das meiste, was hier beschrieben wird, lässt sich häufig auch ohne Probleme auf andere kommerzielle UNIXe wie beispielsweise HP-UX, AIX oder auch auf viele freie BSD-Varianten anwenden. Der Großteil der Beispiele im Buch wurde neben Linux z. B. auch mit einem FreeBSDSystem erfolgreich getestet.
Wenn mal etwas bei den »Nicht-Linuxen« nicht funktioniert, dann liegt das Problem nicht selten an einer Kleinigkeit wie z. B. dem Einbinden einer zusätzlichen Headerdatei oder dass sich spezielle Pfadangaben (z. B. für den Compiler- bzw. Linkerlauf) auf dem System woanders befinden (oder diese auch geringfügig anders lauten). Häufig kann man sich mit einem einfachen Aufruf der Manual-Page oder entsprechender Dokumentation selbst behelfen.
Natürlich setzt dies immer gute Kenntnisse des Systems voraus – aber das ist und muss einfach eine Grundlage sein, die ich an den Leser stelle. Dies gilt eigentlich generell für Leser, die mit einer Programmiersprache anfangen – am besten lernt man eine »Sprache in dem Land, wo sie auch gesprochen wird und man zu Hause ist«. Hinweis Wohlgemerkt ist dies ein Buch über die Programmierung von Anwendungen im Userspace. Wer den Betriebssystemkern bzw. den Kernel ändern (o. Ä.) möchte, kann dafür andere Literatur zurate ziehen.
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