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Die Mistel in der Onkologie - Fakten und konzeptionelle Grundlagen

Die Mistel in der Onkologie - Fakten und konzeptionelle Grundlagen

von: Helmut Kiene, Gunver Sophia Kienle

Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften, 2003

ISBN: 9783794565108, 760 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 89,00 EUR

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Die Mistel in der Onkologie - Fakten und konzeptionelle Grundlagen


 

Antitumoral relevante Inhaltsstoffe (S. 13-14)

Beginn der experimentellen Krebsforschung – die Untersuchungen Kochs

Den Beginn der experimentellen Forschung zur krebshemmenden Wirkung von Mistelextrakten bildeten die Untersuchungen von Fr. E. Koch im Jahre 1938. Nachdem Rudolf Steiner, aufgrund anthroposophischer Konzeption, 1920 auf die onkologisch- therapeutischen Einsatzmöglichkeiten von Viscum album (Mistel) und in zweiter Linie auch von Helleborus niger (Christrose) hingewiesen hatte, führte Koch – möglicherweise in Unkenntnis der Angaben Steiners, jedoch in Kenntnis des anthroposophischen Einsatzes von Mistelextrakten bei der Tumortherapie1791 – ein tierexperimentelles Screening mit über einhundert Heilpflanzen durch, mit einem bemerkenswerten Ergebnis einer ersten empirischen Bestätigung für Steiners Konzeption.

Kochs Ausgangspunkt war folgender: Substanzen, die bis damals (auch von Koch selbst) zur lokalen Krebsbehandlung untersucht und eingesetzt worden waren, z.B. Arsen, Quecksilber, Ätzkalk, bewirkten zwar lokale Tumornekrosen und im Tierversuch teilweise auch Heilungen, führten aber zu starken Schmerzen, zu Schädigungen des umliegenden Gewebes und zu Intoxikationen des Organismus, teils durch die Substanz selbst und teils durch Resorption des nekrotisch zerfallenden Tumors.

Koch suchte deshalb systematisch und gezielt nach einem Pflanzenstoff, der folgende Eigenschaften aufweisen sollte: Die Substanz sollte zu einer Tumornekrose führen, sie sollte eine möglichst geringe Giftigkeit für den Gesamtorganismus haben, sie sollte in der unmittelbaren Tumorumgebung zu einer starken Entzündung führen und so die lokalen Abwehrmaßnahmen steigern, und es sollte das abgebaute Tumormaterial nur in geringem Maße vom Organismus resorbiert werden.

Allein der Mistelextrakt erfüllte alle geforderten Kriterien, er hatte mit Abstand die stärksten antikarzinomatösen Eigenschaften aller untersuchten Pflanzenstoffe. An zweiter Stelle, jedoch nur mit 1/50 der Wirksamkeit der Mistel, stand Helleborus niger. Koch schreibt dazu: Von über 100 untersuchten Heilpflanzen „fanden sich darunter nur wenige, deren Extrakten nekroseerzeugende Wirkung zukommt. Darunter Helleborus niger, Arnica montana, Pulsatilla pratensis, Iberis amara, Ranunculus sceleratus, Clematis recta und Viscum album. Die Extrakte dieser Pflanzen wirken aber mit Ausnahme von Helleborus niger und Viscum album nur in starken Konzentrationen und entfalten daneben meist starke Giftwirkung.

Helleborus niger ruft zwar noch in Verdünnungen bis 1:1000 Entzündungen und Nekrosen hervor, ist dabei aber ebenfalls relativ toxisch, während Viscum album sogar noch in Verdünnungen von 1:20.000 bis 1:80.000 Nekrose erzeugt. Die nekrogene Wirkung der Mistel erfüllt die anfangs gestellten Forderungen weitgehend . . . Auch entzündliche Veränderungen werden durch Viscum-Injektionen erzeugt, die sich bei Injektionen in Tumoren besonders im Bereich des Geschwulstbettes abspielen und nicht selten auch auf die regionalen Lymphdrüsen übergreifen."