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Börse für Dummies

Börse für Dummies

von: Christine Bortenlänger, Ulrich Kirstein

Wiley-VCH, 2016

ISBN: 9783527699667 , 387 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 17,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

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Mehr zum Inhalt

Börse für Dummies


 

Einführung

Schon wieder ein Buch über die Börse, fragen Sie vielleicht, wenn Sie dieses Buch in Händen halten. Und nicht irgendein Börsenbuch, sondern ein Börse für Dummies-Buch. Setzt das Handeln, Traden, Kaufen, Verkaufen, Spekulieren an der Börse aber nicht so viel Fachverstand voraus, dass es für Laien, sprich Privatanleger, viel zu gefährlich ist, sich auf diesem glatten Parkett zu bewegen? Steht nicht viel zu viel auf dem Spiel? Wenn wir die Börsenlandschaft in Deutschland betrachten, scheint dieses Denken tatsächlich bei den meisten vorzuherrschen: Wir sind kein Land der Aktionäre, das lässt sich aus allen veröffentlichten Statistiken eindeutig herauslesen.

Aber was wäre ein Land ohne Aktionäre? Ohne Aktiengesellschaften? Es wäre ganz einfach ein Land ohne Eisenbahnen, ohne Autos, ohne Flugzeuge, ohne Zeitung, denn es gäbe keine gigantischen Druckmaschinen, die diese über Nacht für Ihren Frühstückstisch produzieren. Computer? Fehlanzeige. Flachbildschirme, iPod, wer sollte sie herstellen, vertreiben, vermarkten? Jede bahnbrechende Erfindung, jede neue Entwicklung benötigt viel Geld, auch wenn die ersten Schritte noch in einer Garage vollzogen werden mögen, zur massenweisen Herstellung wird Kapital gebraucht. Kapital, das die Unternehmen von vielen Investoren, Anlegern, Aktionären einsammeln und für das sie Aktien ausgeben. Es ist eigentlich die demokratischste Art, in einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft Einfluss auf Unternehmen auszuüben und gleichzeitig vom Erfolg guter Unternehmen zu profitieren: sich ganz einfach über eine Aktie daran zu beteiligen.

Über dieses Buch

Da aber nicht jedes Unternehmen einen Laden aufmachen kann, in dem es seine Aktien verkauft, braucht es jemanden, der die Übersicht behält, der auch überwacht, dass alles mit rechten Dingen zugeht, dass keine riesigen Luftnummern oder reine Scheingeschäfte vollzogen werden – was natürlich alles trotzdem vorkommt, aber höchst selten. Es braucht also einen gesicherten und geregelten Handelsplatz: Börsen. Über viele Jahre und Jahrzehnte galten sie jedoch ausschließlich als Tummelplatz für einige wenige, superreiche Spekulanten und berufsmäßige Investoren. Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts erhielten auch immer mehr Mitarbeiter großer Aktiengesellschaften Gratifikationen in Form von Aktien ausgeteilt und wurden so Mitinhaber »ihres Unternehmens«. Aber erst die explodierenden Kurse im Rahmen der Internetbegeisterung zur Jahrtausendwende, die Privatisierung großer Staatskonzerne mit dem Resultat ganz neuer Unternehmen wie der Telekom und der Deutschen Post World Net, wie das inzwischen weltumspannend agierende Unternehmen heute heißt, sorgten dafür, dass sich eine viel größere Anzahl an Privatleuten plötzlich aufs Parkett wagte.

Von 1997 bis 2001 stieg der Anteil von Aktien-, Fonds- und Zertifikate-Inhabern in Deutschland von 5,6 Millionen auf über 12,8 Millionen, so das Deutsche Aktieninstitut! Zum Glück, endlich verloren die Börsen einen Teil ihres Nimbus als Hort einiger weniger Erwählter, könnte man sagen. Oder schade, denn viele der damaligen Anleger wurden durch jhe Kursverluste hart bestraft. Viele sitzen noch immer auf einem Berg von Telekom-Aktien, deren Kurse sich weit unterhalb einstiger Hhenflge bewegen. Der Crash des Neuen Marktes beziehungsweise das Platzen der dotcom-Blase um die Jahrtausendwende sitzt immer noch tief beim deutschen Anleger. Seitdem erholten sich zwar die Mrkte wieder, die Zahl der Aktionre zog jedoch nicht im gleichen Umfang nach. Dann folgte die Finanzkrise (siehe Kapitel 3) und lie die Kurse erneut purzeln im Krisenjahr 2008 erreichte kein einziges der dreiig grten deutschen, brsennotierten Unternehmen eine positive Entwicklung beim Aktienkurs. Die wenigen Neuaktionre wurden also wieder enttuscht. Tatschlich aber bentigte die Wirtschaft in Deutschland nicht mehr als ein gutes Jahr, um wieder anzuziehen und die Kurse erholten sich in der Folge kontinuierlich. Lag der DAX, der die deutschen Schwergewichte reprsentiert, auf dem Hhepunkt der Finanzkrise bei gerade einmal 4.127 Punkten (Schlusskurs am 21. November 2008), waren es Mitte 2015 mehr als 11.600 Punkte. Man htte sein Vermgen in dieser Zeit also fast verdreifachen knnen aber das taten nur wenige allerdings gibt es Hoffnung: Denn die Zahl der Aktionre ist trotz hoher Volatilitt an den Aktienmrkten in 2015 wieder gestiegen. Im Jahr 2015 hielten in Deutschland etwas ber 9 Millionen Personen ein Aktieninvestment (Aktien oder Fonds mit Aktien). Das ist immerhin ein Anteil von 14 Prozent der Bevlkerung ber 14 Jahre. Im Vorjahr waren es noch nur 13,1 Prozent bzw. 8,4 Millionen Anleger. Offensichtlich ist den Leuten zunehmend bewusst, dass Aktieninvestments kurzfristig zwar mit merklichen Kursausschlgen nach oben und nach unten verbunden sein knnen, sich diese Schwankungen aber langfristig zugunsten einer attraktiven Rendite begrenzen. Der negative Trend der Vorjahre ist damit gebrochen und das Interesse der deutschen Bevlkerung an der Aktie wieder gestiegen.

Warum also dieses Buch? Wir wollen Mut machen und das Buch mit sieben Siegeln, das Börse für viele noch immer – oder wieder – bedeutet, ein wenig entzaubern. Ohne wirkliche Angst, damit die Büchse der Pandora zu öffnen, vielmehr wollen wir Ihnen einen höchst spannenden, aber auch sehr komplexen und ganz wesentlichen Bereich unseres Wirtschaftslebens vorstellen und sozusagen zum Eintreten in das Gasthaus zur Börse auffordern. Wir werden Sie nicht an die Hand nehmen und Ihnen zeigen, wo Sie sich hinsetzen müssen, und sagen, was Sie essen sollen. Nein. Sie sind erwachsen. Sie wissen selbst, dass es nicht reicht, ein Buch über Klettern zu lesen und dann hurtig die Eiger-Nordwand zu besteigen. Wir versprechen Ihnen auch nicht, nach der Lektüre dieses Buches reich zu werden wie Warren Buffett – das kann nämlich niemand (versprechen und einlösen), auch wenn es manche mit reißerischen Buchtiteln immer wieder versuchen. Ziemlich klar, wer da reich werden will! Viele der berühmten Gurus an der Börse haben wohl mehr Geld mit ihren Ratschlägen verdient, als tatsächlich selbst an der Börse erhandelt.

Bleibt die letzte Frage zu klären: Warum hatten wir, die Chefin einer großen deutschen Börse und ein Wirtschaftsjournalist gemeinsam ein Buch über die Börse in Angriff genommen? Eine Börsenchefin, die mitten im arbeitsreichen Börsenalltag steckte und sich durchaus anderes vorstellen konnte, als in der Freizeit auch noch darüber zu schreiben, und ein Wirtschaftsjournalist, der aus Gründen der Unabhängigkeit keine Aktien halten durfte? Warum also haben wir dieses Buch geschrieben, gemeinsam?

Nun, es hat Spaß gemacht, gemeinsam zu arbeiten, die eine von innen, der andere von außen das merkwürdige Ding zu betrachten, was sich da Börse nennt und immer wieder neu fasziniert und lockt und schreckt. Inzwischen ist es umgekehrt: Der damals von außen berichtete, ist inzwischen »Insider«, die mit der Innensicht widmet sich der Aktie jetzt von außen, beide versuchen aber mit gleichbleibender Intension das Buch aktuell zu halten. Denn bei allen hochkomplexen und finanzmathematischen Berechnungen von gegenwärtigen und zukünftigen Kursen, die Börse bleibt unberechenbar, lebt von Stimmungen, löst von Euphorie bis Panik ein breites emotionales Spektrum aus – nach neuesten Theorien der Hirnforschung führt der Kauf von Aktien sogar zu Hochgefühlen, die wir sonst nur beim Sex oder dem Gebrauch von Drogen erleben. Nun, so weit wollen wir nicht gehen, hoffen aber trotzdem, dass das Vergnügen, das wir beim Schreiben hatten, auch bei den Lesern ankommt!

Konventionen in diesem Buch

Wir wollten weder ein wissenschaftliches Buch schreiben – also erwarten Sie keine seitenlangen Zitate, einen seitenfressenden Fußnotenteil oder einen voluminösen Anhang –, noch eine allzu platte Anleitung zur richtigen Geldanlage hinwerfen, die morgen schon wieder obsolet ist. Wir sind uns darüber bewusst, dass dies immer eine schmale Gratwanderung bedeutet, das heißt, dass die Gefahr besteht und bestand, auf beiden Seiten abzustürzen. So mag vieles dem einen Leser viel zu detailliert erscheinen, wollte er sich doch bloß einmal einen ersten Überblick verschaffen, der zweite mag denken, dass ihm genau zu diesem Spezialthema viel zu wenig ausgesagt sei. Damit müssen wir leben.

Wir halten uns und dieses Buch nicht für unfehlbar – auch wenn in einem Kapitel viel über Gurus geschrieben wird – und wir vertrauen auf Ihren gesunden Menschenverstand, den Sie weder beim Lesen noch und vor allem beim Handeln an der Börse vergessen sollten. Um an der Börse wirklich Erfolg zu haben und um alle Instrumente voll nutzen zu können, braucht es sehr viel mehr als nur die Lektüre eines Buches: Geduld, Ausdauer, Erfahrung und sehr, sehr viel persönliche Beratung und Anleitung. Nutzen Sie die Möglichkeiten dazu, die auch in diesem Buch vorgestellt werden. Denn eines ist klar, nur wer weiß, was er sucht, der findet auch eine Lösung, und nur wer kennt, was es alles gibt, kann das Beste für sich auswählen. Das könnte als Motto über dem Buch stehen!

Wenn wir einen Begriff einführen,...