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Hinter dem Kernwall: An der Grenze der Chaos-Zone - das Innere von Hangay liegt offen (Band Nummer 2488)
5. Der Mächtige (S. 22-23)
Das Verhalten des Messengers war erschreckend. Wie ein wild gewordenes, vom Wasserstoff trunken gewordenes Abtrieb-Karibu rannte er gegen den Kernwall an, rieb sich immer wieder an dieser Mauer an Desinformation. Teile seines Selbst bröckelten ab, gingen verloren, wurden zermalmt und zerrieben.
Der Messenger verlor an Substanz, an Sicherheit und Glauben an sich selbst. Seine naturphysikalische Struktur bekam Riss um Riss, und irgendwann würden sich erste Informationsbrocken loslösen, um, getrennt vom Hauptkörper, augenblicklich zu vergehen. »Was bedeutete uns früher eine Million Jahre?«, fragte er und gab sich gleich darauf selbst die Antwort: »Nichts! Es war ein mit permanenter Qual gefüllter Zeitraum. Belanglos, unbedeutend, so kurz oder so lang wie ein einziger Tag. – Und heute? – Wir müssen befürchten, dass mit dem Ende des Messengers auch unsere Mission endet. Denn dann kann nichts und niemand mehr die Retroversion im Kern Hangays bewirken. Wir müssten weitersuchen, der Terminalen Kolonne hinterherreisen und auf die Chance warten, unsere Fehler wiedergutzumachen.«
Aquinas schwieg, ebenso wie die anderen ehemaligen Mächtigen. Sie betrachteten die Darstellungen aus Dampf und hochkochenden Bildern. Sie suchten nach dem Fehler in Nuskoginus’ Schlussfolgerungen, obwohl sie wussten, dass es keinen gab. Ihre Zeit wurde knapp. Der Kontakt, auf den sie warteten wie auf einen Bissen Charist, er wollte einfach nicht zustande kommen ...
»Wir haben ein Signal«, sagte Aquinas unvermittelt. Er veränderte sich. Für einen Augenblick wirkte er wieder wie jenes mächtige Wesen, das sie einstmals kennengelernt hatten und das den Beinamen »der Unfehlbare« zu Recht getragen hatte. »Ist es das, worauf wir warten ...?« Nuskoginus wollte es nicht glauben. »Ja. Es sind die Koordinaten. Unser Auftrag beginnt jetzt.«
6. Der Terraner
CHEOS-TAI schleuste die terranischen Einheiten ein. Die beiden SOL-Zellen fanden ebenso in den unergründlichen Parkdecks des GESETZ-Gebers Platz wie die JULES VERNE, die RICHARD BURTON, die vier PONTON-Tender sowie die drei Musketiere ATHOS, PORTHOS und ARAMIS. Die OREON-Kapseln reisten autark. Jeder für sich würden die Friedensfahrer den Weg zum neuen Treffpunkt »Rendezvous-Alpha« suchen. Der rote Sonnenriese, schon auf älteren Raumkarten Hangays als markanter Orientierungspunkt verzeichnet, war lediglich 129 Lichtjahre von Valadock entfernt – und dennoch hatte mit dem Kernwall eine schier unzerstörbare Mauer die beiden Sterne voneinander getrennt.
Rhodan machte die Reise diesmal in der Kommandozentrale der JULES VERNE mit. Es erschien ihm als falsches Signal an seine Begleiter, den Durchbruch von der Zentrale CHEOS-TAIS aus zu erleben. Diesen historischen Moment wollte er unbedingt im Kreis seiner engsten Freunde und Vertrauten mitmachen. Neben Mondra Diamond, die er liebte.
Es ging los. Wieder begann das Spiel mit den Zufälligkeiten des Oszillationseffekts – und sie hatten Pech. Kaum ins Innere des Kernwalls vorgedrungen, erstarben die Antriebe. Sie hingen fest, von den üblichen grässlichen Phänomenen gefangen.
Guckys Widerstandskraft wurde einmal mehr auf eine harte Probe gestellt. Mit Besorgnis beobachtete Rhodan, wie sich die Angehörigen der Krankenstation, allen voran Karim-Simma, um ihn kümmerten. Doch sie konnten nicht verhindern, dass der Ilt in eine Ohnmacht glitt und unter großen Schmerzen gegen die Auswirkungen chaotarchischer Nicht-Physik kämpfen musste.
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