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Das Memo-Training - Memo, der vergessliche Elefant. Mit Gedächtnistrainings spielerisch zum Lernerfolg

von: Regula Everts, Barbara Ritter

Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber), 2016

ISBN: 9783456956978 , 302 Seiten

2. Auflage

Format: PDF

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX,Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's

Preis: 30,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

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Das Memo-Training - Memo, der vergessliche Elefant. Mit Gedächtnistrainings spielerisch zum Lernerfolg


 

2 Der Aufbau des Memo-Trainings (S. 20-21)

2.1 Einzeltraining

Das Memo-Training ist ein Einzeltraining. So wird gewährleistet, dass das Training hinsichtlich des Zeitbedarfs und des Schwierigkeitsgrades auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes zugeschnitten ist. Bedenken Sie auch, dass Sie die Trainingszeit dazu nutzen können, Zeit mit dem Kind zu verbringen und sich ganz bewusst eine Stunde lang nur mit ihm zu beschäftigen. Abgesehen von der Gedächtnisverbesserung, die wir uns durch das Training erhoffen, wird das Kind die gemeinsame Zeit mit Ihnen und Ihre Aufmerksamkeit genießen.

Häufig werden wir gefragt, ob das Memo-Training auch in Gruppen durchgeführt werden kann. Zunächst einmal ist die Wirksamkeit des Memo- Trainings nur für das Einzelsetting belegt (vgl. Kap. 14). Wenn die Leistungsfähigkeit der Kinder sehr unterschiedlich oder die Altersspanne gross ist, kann es schnell zu Wettkampfsituationen oder Überforderung kommen. In der Folge wird das Trainingsklima angespannt und konkurrenzorientiert, was wiederum die Lernfreude und die Trainingsmotivation negativ beeinflusst. Dies gilt es in jedem Fall zu vermeiden!

Die Vermittlung von Gedächtnisstrategien ist im Gruppensetting prinzipiell möglich. Eine Steigerung der Arbeitsgedächtniskapazität ist in der Gruppensituation hingegen deutlich schwieriger zu erreichen; sie muss intensiv und auf dem individuell Gipfel der Leistungsfähigkeit geübt werden, damit sich eine Leistungsverbesserung einstellt («adaptives Training», vgl. Kap. 3.5).

Falls Sie das Memo-Training dennoch in Gruppen durchführen möchten, so beachten Sie die folgenden Empfehlungen:
•• Halten Sie die Gruppengröße möglichst klein, damit Sie so individuell wie möglich auf jedes Kind eingehen können (unsere Empfehlung: maximal vier bis sechs Kinder pro Gruppe). Achten Sie auf eine gerade Gruppenzahl, damit Sie Zweierteams bilden können.
•• Bilden Sie möglichst einheitliche Gruppen bezüglich Kernmerkmale wie Alter, Klassenstufe, intellektuelle Leistungsfähigkeit, Vorwissen, sozio-emotionaler Entwicklungsstand usw.
•• Lassen Sie die Kinder die Übungen in Zweierteams durchführen anstatt in der Großgruppe, sobald sie die Gedächtnistricks verinnerlicht haben.
•• Achten Sie darauf, dass sich jedes Kind bei jeder Übung gleichermaßen beteiligen kann. •• Verhindern Sie Konkurrenzsituationen, und vermeiden Sie Leistungsdruck. Sorgen Sie für ein möglichst spielerisches, entspanntes und egalitäres Lernmilieu.
•• Beachten Sie soziale Prozesse (z. B. Streitereien, Antipathien, Mobbingsituationen) und ergreifen gegebenenfalls Maßnahmen, beispielsweise in Form von Verhaltensregeln, einer veränderten Sitzordnung oder einer neuen Gruppenzuteilung.

Das Memo-Training ist ein Einzeltraining. So wird gewährleistet, dass das Training optimal an das individuelle Leistungsniveau des Kindes angepasst ist. Sollte das Memo-Training im Gruppensetting durchgeführt werden, ist eine kleine, alters- und leistungshomogene Gruppenzusammensetzung empfehlenswert, damit Wettkampfsituationen oder Überforderung vermieden werden.

•• Informieren Sie die Eltern und die Lehrpersonen der Kinder darüber, dass die Wirksamkeit des Memo-Trainings nicht für das Gruppensetting belegt ist (vgl. Kap. 14).

2.2 Dauer und Aufwand

Das Memo-Training besteht aus sechs Trainingslektionen à ungefähr eine Stunde. Eine solche Lektion wird einmal pro Woche durchgeführt, wenn möglich immer am selben Wochentag zu einer fixen Zeit. In unserer Konzeption dauert das Memo-Training also sechs Wochen (sechsmal eine Stunde pro Woche). Je nach individueller Gestaltung kann sich das Training jedoch über mehr als sechs Wochen erstrecken. Gelegentlich verlängern Krankheit, Schulferien oder Klassenreisen die vorgesehene Trainingsdauer.

Im Anschluss an jede Trainingslektion erfolgt eine Hausaufgabenserie mit je vier Aufgaben. Die vier Hausaufgaben sollten in der Zeit bis zum nächsten Training (also binnen einer Woche) durchgeführt werden. Dabei ist es wichtig, dass nicht alle vier Hausaufgaben an einem Tag absolviert werden, sondern maximal eine Hausaufgabe pro Tag. Jede Hausaufgabe dauert ungefähr zehn Minuten. Das Memo-Training dauert etwa sechs Wochen. Es besteht aus sechs Trainingslektionen à je eine Stunde (Ausnahme: Die erste Lektion dauert 80 Minuten). Im Anschluss an jedes Training erfolgt eine Hausaufgabenserie mit vier Hausaufgaben à je zehn Minuten.

Nach den sechs Trainingslektionen können Sie zwei zusätzliche Lektionen durchführen: Eine Transferlektion nach dem Trainingsende und eine Auffrischungslektion ungefähr vier bis sechs Monate nach Trainingsabschluss.

2.3 Ablauf einer Trainingslektion

Jede der sechs Trainingslektionen ist wie folgt aufgebaut: Zu Beginn wird dem Kind eine Geschichte vorgelesen. Das Vorlesen erfordert ungefähr fünf Minuten. Die Geschichte soll einerseits einen spielerischen Einstieg gewährleisten und das Kind auf die kommende Stunde einstimmen. Andererseits soll die Geschichte dem Kind bei der Orientierung helfen, wo sich Memo auf seiner Reise nach Afrika aktuell befindet und was er gerade erlebt. Nach der Geschichte werden in jeder Trainingslektion sechs Übungen der Reihe nach durchgeführt. Jede Übung wird wiederum mit einer kurzen Geschichte eingeleitet, die Sie dem Kind vorlesen oder in eigenen Worten erzählen können. Bei den Übungen schlüpfen Sie in die Rolle des Gedächtnistrainers. Das heißt: Sie übernehmen die pädagogische Leitung der Übungen und bringen dem Kind die Gedächtnistricks bei.

In jeder Trainingslektion erfordern vier der sechs Übungen die Verwendung eines Gedächtnistricks. Welche Übung mit welchem Trick zu lösen ist, können Sie in der entsprechenden Trainingsübersicht nachlesen, die jeweils am Anfang eines Trainings aufgeführt ist. Bei jeder Übung gibt es zwei Durchführungsvarianten: eine «normale» Variante und eine Variante für Schlaumeier. Die normale Variante ist etwas einfacher zu lösen, die Schlaumeier-Variante etwas schwieriger. Sie sollten, wenn immer möglich, die Schlaumeier-Variante ausprobieren, da das Gedächtnis des Kindes bei dieser Variante stärker gefordert und folglich auch intensiver trainiert wird. In jeder Trainingslektion wird bei zwei der sechs Übungen kein Trick verwendet: Hier geht es darum, das auditive und das visuelle Arbeitsgedächtnis zu trainieren respektive dessen Leistungsvermögen zu erhöhen («Üben-ÜbenÜben »). Wiederum gibt es zwei Durchführungsvarianten: eine «normale» Variante und eine Variante für Schlaumeier. Die normale Variante stellt leichte bis mittlere Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis des Kindes. Die Schlaumeier-Variante stellt hingegen hohe Ansprüche an das Arbeitsgedächtnis des Kindes. Sie sollten, wenn immer möglich, die Schlaumeier-Variante ausprobieren, da das Arbeitsgedächtnis des Kindes bei dieser Variante stärker gefordert und folglich auch intensiver trainiert wird.