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16 Ich will mehr delegieren – ohne Risiko (S. 72-73)
Aufgaben delegieren heißt: nicht mehr Personen oder Tätigkeiten zu überwachen, sondern nur noch Ergebnisse. Das Problem Sie haben das Gefühl, dass Ihnen für Ihre eigentlichen Führungsaufgaben zu wenig Zeit zur Verfügung steht. Sie kommen wenig oder gar nicht mehr dazu, über Problemlösungen oder künftige Entwicklungen nachzudenken. Manchmal vergleichen Sie Ihre Situation mit der eines Hamsters im Rad: Egal, wie schnell Sie sich bewegen, Sie kommen nicht vorwärts.
Fragen, die Sie sich stellen sollten
1. Arbeiten Sie bedeutend länger als Ihre Mitarbeiter?
2. Wie viel Prozent Ihres Tagespensums bleiben liegen?
3. Wie viel Zeit verbringen Sie mit Kontrollaufgaben?
4. Wie oft rufen Sie in der Firma an, wenn Sie außer Haus sind?
5. Können Sie mit gutem Gewissen Ihren Jahresurlaub nehmen?
6. Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie erledigen Arbeiten, die andere
7. genauso gut erledigen könnten? Beklagen sich Ihre Mitarbeiter über langweilige Arbeit?
8. Hat Ihr Chef schon einmal angedeutet, Sie sollten mehr delegieren?
9. Was dürfen Sie nicht delegieren?
Tipps zu den Fragen
Wenn Sie mehr arbeiten als Ihre Mitarbeiter, dann bedeutet das, dass 1. die zu erledigende Arbeit nicht gleichmäßig verteilt ist.
Die notwendige Folgerung daraus heißt, Tätigkeiten an die dafür geeigneten Mitarbeiter abzugeben. Besitzen die Mitarbeiter allerdings noch nicht die erforderliche Eignung, so ist es höchste Zeit, entsprechende Ausbildungsmaßnahmen einzuleiten.
2. Das ist eine ganz einfache Rechenaufgabe: Wenn jeden Tag 20 Prozent liegen bleiben, dann haben Sie am Freitagabend genügend Arbeit gesammelt für den folgenden Samstag. Schönes Wochenende!
3. Wenn Sie feststellen, dass ein Großteil Ihrer Zeit mit Kontrollaufgaben ausgefüllt ist, dann sollten Sie die Kontrolle dorthin verlegen, wo die Arbeit erledigt wird – nämlich zum Mitarbeiter. Nehmen Sie den Mitarbeitern nicht die Verantwortung für die Qualität ihrer Arbeit ab. Vermitteln Sie jedem Mitarbeiter, dass er für die Qualität seiner Arbeit haftet.
4. Ist es Ihnen nicht manchmal peinlich, wenn Sie auf Dienstreisen Ihre Abteilung per Handy fernsteuern müssen? Oder genießen Sie das Gefühl, vermeintlich unentbehrlich zu sein? Je weniger Tätigkeiten Sie abgeben, desto mehr werden Sie zum Sklaven des Telefons. Was machen Sie eigentlich, wenn Sie eines Tages ein Krankenhaus aufsuchen müssten? (Auf dem OP-Tisch herrscht Handy-Verbot!) Machen Sie sich bei jedem Anruf eines Mitarbeiters Gedanken, warum dieser Mitarbeiter auf Ihre Hilfe nicht verzichten konnte. Hatte er nicht die nötigen Informationen? Dann sorgen Sie für einen besseren Informationsfluss. Hatte er etwa Angst, eine Entscheidung zu treffen? Dann sorgen Sie für ein angstfreies Klima in Verbindung mit der Fähigkeit der Mitarbeiter, Entscheidungen auf der Basis gemeinsam festgelegter Kriterien zu treffen.
5. Sie sollten Ihren wohlverdienten Jahresurlaub genießen können, Krafttanken können für die vor Ihnen liegenden Aufgaben. Wenn Ihre Abteilung nicht ohne Ihre helfende Hand auskommt, dann wird es Ihnen allerdings nicht gelingen, im Urlaub »die Seele baumeln zu lassen«.
6. An dieser Stelle sollten Sie sich fragen, warum Sie als hochbezahlte Führungskraft Arbeiten ausführen, die betriebswirtschaftlich sinnvoller von Mitarbeitern auf einer niedrigeren Gehaltsstufe verrichtet werden können.
7. Das ist doch ein willkommener Anlass, über das Delegieren nachzudenken. Geben Sie Arbeit schrittweise ab, bis Ihre Mitarbeiter Sie effektiv entlasten können.
8. Den Wink mit dem Zaunpfahl sollten Sie ernst nehmen, sonst zweifelt Ihr Chef zu Recht an Ihren Führungsfähigkeiten.
9. Auf keinen Fall delegieren dürfen Sie Kernaufgaben wie Personalthemen, Kontakte zu Ihrem Chef, Lob und Tadel von Mitarbeitern sowie Disziplinarmaßnahmen.
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