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Interview mit den CommuniTeens Mathias B. und Felix U. (S. 37-38)
Zwei CommuniTeens, zwei unterschiedliche Lebenssituationen: Der eine geht noch zur Schule und wohnt im Elternhaus, der andere hat gerade seiner Heimatstadt den Rücken gekehrt, um ein Studium in einer anderen Region zu beginnen. Was sie verbindet, ist ihr Bewusstsein für die Flüchtigkeit menschlicher Beziehungen in einem Zeitalter, das speziell jungen Menschen immer mehr Flexibilität und Mobilität abverlangt. Instant Messenger und Handy heißen ihre Wunderwaffen, mit denen beide diesem Umstand begegnen.
Wir sprachen mit ihnen über die Bedeutung moderner Kommunikationsmedien, ihre Lebenseinstellungen und ihre Wünsche. Mathias B. (17) aus Meißen lernt im Rahmen einer schulischen Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten für Informationsverarbeitung, wie man Rechner verdrahtet und programmiert. Mit Computern hat er täglichen Umgang, seine Leidenschaft gilt aber eigentlich den Menschen um ihn herum.
Der Computer ist für den Social-Networker das Hilfsmittel, um mit ihnen in ständigem Ideenaustausch zu stehen, sich Rat zu holen und Probleme zu lösen. Felix U. (20) studiert im ersten Semester Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni Hamburg. Seit das Studium begonnen hat, bleibt ihm nicht mehr so viel Zeit, sich im Internet zu tummeln wie früher. Er gehörte aber schon frühzeitig zur wachsenden Gruppe der neuen jugendlichen Internet-Avantgarde, die sich aktiv im Netz einbringt, anstatt nur passiv zu rezipieren. Bereits zu Schulzeiten schrieb er Artikel für Wikipedia und war als Organisator am Dresdner Aktionstag der Online-Enzyklopädie beteiligt. Als Teilnehmer an diversen Online- Kollaborationsprojekten ist Felix U. ein großer Fan des Open-Source-Gedankens. Nach dem Abitur hatte er sich einen Weblog eingerichtet, der ihm half, während eines siebenmonatigen Auslandsaufenthalts in Griechenland mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben.
In welchen Bereichen spielt das Internet in eurem Leben eine Rolle?
Mathias B.: Ich nutze das Internet sehr vielseitig. Ich besuche regelmäßig Internetforen. Das eine ist so für die Dresdner Jugend. Dabei geht es weniger um Politik als um die typischen Jugendthemen, die Leute in meinem Alter so interessieren. Das andere Forum nennt sich eXclaim: Das ist dann ein spezielles Forum für Computer-Freaks, die ständig darauf aus sind, ihren Computer zu gestalten. Das Ganze startet immer mit einer Anfrage: »Wie kann man das und das machen?« Und so kriegt man sein Problem gelöst. Dann bin ich bei ICQ angemeldet, wo ich mit meinen Freunden abspreche, was wir in der Freizeit machen wollen, und auch zum Einkaufen gehe ich oft ins Internet.
Zuletzt hab ich da zum Beispiel ein Geburtstagsgeschenk für meinen Freund geholt. Was ich noch erwähnen kann: Es gibt ja auch Webseiten, wo man sich Videos anschauen kann, die Nutzer ins Netz gestellt haben, zum Beispiel myvideo.de oder clip. sh.de – da geht man dann drauf, wenn man bei Kumpels ist, weil das gemeinsam mehr Spaß macht. Man hat zu Hause nichts zu tun, der Kumpel fragt: »Kommste mal vorbei?« Dann besucht man ihn, geht schnell mal vor den Rechner und zeigt ihm das Video-Fundstück. Einige meiner Freunde stellen inzwischen auch eigene Uploads ins Netz, die haben eine eigene Homepage mit Bildern und Videos, die sie veröffentlichen. Ich selber nutze das nicht, weil mir das zu aufwändig ist. Ich habe da keine Zeit zu.
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