Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
4. Die Hemmnisse bei der Umsetzung (S. 109-110)
4.1 Praxiserfahrungen bei der Realisierung von Wissensmanagement-Projekten
Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Wissensmanagement in Unternehmen von großer Bedeutung ist. Beispielsweise spielt es eine große Rolle, das implizite Wissen von Mitarbeitern richtig zu verwalten und so zugänglich zu machen, dass es für das Unternehmen von Nutzen ist. Weiterhin müssen die Informationen, die im Unternehmen in schriftlicher Form vorhanden sind, sowie externe Informationen zugänglich und nutzbar gemacht werden. Sie liegen quasi abrufbar vor. Wenn man kein systematisches Wissensmanagement betreibt, besteht die Gefahr, vorhandenes Wissen nicht zu nutzen und Fehler, die in der Vergangenheit in Arbeitsprozessen gemacht worden sind, zu wiederholen.
Erfahrungen werden nicht oder nicht ausreichend dokumentiert bzw. weitergegeben. Wenn das vorhandene Wissen nicht richtig zugänglich gemacht wird, kann man außerdem neue Mitarbeiter nur mit hohem Zeitaufwand an die gegebene Aufgabe heranführen. All dies kostet ein Unternehmen sehr viel Geld, was durch ein systematisches Wissensmanagement vermieden werden kann. Ein effektives Wissensmanagement kann außerdem Arbeitsredundanzen verhindern. Diese Doppelarbeit ist nicht nur ein Phänomen von großen Konzernen. Oft findet diese auch in kleineren Einheiten eines Betriebes statt. Dies geschieht sehr oft durch mangelnde Abstimmung auf der Führungsebene. Schließlich nur unter der Bedingung, dass ein funktionierendes Wissensmanagement betrieben wird, können wirklich alle für die jeweiligen Entscheidungen im Unternehmen relevanten Wissensreserven für diese genutzt werden.
Dies ist insbesondere für die Entscheidungen wichtig, die auf Innovationen abzielen, denn diese sind überlebensnotwendig für die nachhaltige Existenz am Markt. Ein weiterer Aspekt, der hier von Bedeutung ist, ist die Überprüfung der Kundenzufriedenheit und deren ständigen Verbesserung durch Dokumentation von deren Bedürfnissen, Anforderungen und Projekten. Gerade in KMU ist Wissensmanagement gut realisierbar, denn durch ihre überschaubare Größe im Hinblick auf die Mitarbeiterzahl ist besonders gut ein informeller Informations- und Wissensaustausch möglich. Daher haben die KMU gegenüber Großunternehmen hinsichtlich dieser Komponente einen Entschiedenen Vorteil.
Außerdem ist es gerade für KMU von herausragender Bedeutung, Wissensmanagement zu betreiben und effektiv zu arbeiten, denn sie sehen sich oftmals schutzloser einem starken Wettbewerb ausgesetzt. Sie sind oft stärker spezialisiert als Großunternehmen, und daher ist ihr Kompetenzvorsprung gegenüber der Konkurrenz stets gefährdet. Aus diesem Grund sind KMU quasi verpflichtet, jede Chance zu nutzen, um fortschrittlich zu sein und somit am Markt bestehen zu können. Warum haben die Mehrzahl der KMU dann aber Hemmungen, aktiv Wissensmanagement zu betreiben? Welche Gründe haben sie dafür und sind diese berechtigt?
Zunächst einmal scheuen sich viele vor den Ausgaben, die mit dem Einführen und Betreiben von Wissensmanagement anfallen. Dies scheint zunächst ein ernst zu nehmender Grund gegen die Einführung von Wissensmanagement zu sein. Doch gilt es hier zu fragen, inwiefern Investitionen für diese Maßnahmen sich gerade für den Mittelstand rechnen. Von der Umsetzung von Wissensmanagement im eigenen Unternehmen halten diese verschiedene Unsicherheiten ab.
Es gibt zum einem Gründe, die unternehmensübergreifend, also unabhängig von der Art und Größe eines Unternehmens, angeführt werden, und solche, die speziellen Unternehmensgruppen anhaften. Zunächst zu den unternehmensübergreifenden Gründen: Ein Faktum, das Unternehmen davon abhält, Wissensmanagement zu implementieren, ist vor allem, dass die quantitative Wissensmessung nur schwer und oftmals gar nicht möglich ist, so dass der Erfolg von Wissensmanagement nur schwer praxisrelevant nachgewiesen werden kann.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion









