Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
3 „Neue" psychologische und soziologische Emotionskonzepte und ihre Eignung für die theoretische Behandlung moderner Lernformen (S. 147-148)
In diesem Kapitel wird an den Ergebnissen des Kapitels 2 angeknüpft. Darin wurde das Vorkommen von Emotionskonzepten in ausgewählten theoretischen Zugängen zu den modernen Lernformen herausgearbeitet. Für die unterschiedlichen Emotionskonzepte wurden auch Aussagebereiche zu Emotionen formuliert, die bisher kaum oder gar nicht in den theoretischen Zugängen zu den modernen Lernformen beschrieben wurden. An diese bisher nicht berücksichtigten Aussagebereiche wird im Folgenden angeknüpft.
Im Kapitel 3 wird gefragt, ob „neue" Emotionskonzepte beschreibbar sind, die Aussagen zu Emotionen machen können, die in den Emotionskonzepten in den theoretischen Zugängen zu den modernen Lernformen bisher nicht beschrieben und als Desiderata dargestellt wurden. Um diese „neuen" Emotionskonzepte ausfindig zu machen, wird zunächst eine geeignete metatheoretische Klassifikation von Emotionskonzepten herangezogen. Auf dieser Grundlage werden exemplarisch „neue" Emotionskonzepte vorgestellt, die für eine konzeptionelle Erweiterung in den theoretischen Zugängen zu den modernen Lernformen herangezogen werden können.
3.1 Emotionskonzepte auf der Basis metatheoretischer Einordnungen
Für die Suche nach „neuen" Emotionskonzepten sind zunächst Merkmale zu bestimmen, anhand derer diese ausgewählt werden können. Merkmale zur Auswahl „neuer" Emotionskonzepte sind im Kapitel 2 bereits implizit benannt worden. Dort wurden Aussagebereiche zu Emotionen bestimmt, die bisher nicht weitergehend behandelt und als Desiderata dargestellt wurden. In theoretischen Zugängen zum selbstgesteuerten und zum handlungsorientierten Lernen wurden für Emotionskonzepte einer kognitiv-funktional orientierten Denkrichtung Desiderata formuliert, die sich auf das Fehlen von Aussagen zur emotionalen Selbststeuerung im Sinne emotionaler Kompetenz und zu qualitativen Unterschieden in der Emotionsregulation sowie auf Aussagen zur Bedeutung der emotionalen Entwicklung und biographischer Erfahrungen beziehen lassen.
Für theoretische Zugänge zu konstruktivistisch orientierten Lernformen wurden für Emotionskonzepte in einer systemisch-konstruktivistisch orientierten Denkrich tung und für überwiegend „undifferenzierte" Emotionskonzepte Desiderata formuliert, die die soziale Konstruktion von Emotionen in Interaktionen einschließlich soziokultureller Ausprägungen betreffen. Diese bisher nicht berücksichtigten Aussagebereiche zu Emotionen in den theoretischen Zugängen zu den modernen Lernformen werden zu Bestimmung der „neuen" Emotionskonzepte herangezogen. Die „neuen" Emotionskonzepte sollen zum einen erweiternde Aussagen in den theoretischen Zugängen zum selbstgesteuerten und zum handlungsorientierten Lernen im Rahmen kognitiv-funktional orientierter Emotionskonzepte machen können.
Sie sollen zum anderen auch weiterführende Aussagen in den theoretischen Zugängen zu konstruktivistisch orientierten Lernformen im Rahmen konstruktivistisch orientierter Emotionskonzepte ermöglichen. Die „neuen" Emotionskonzepte sind damit zum einen „inhaltlich" durch die formulierten Desiderata bestimmt. Sie sind zum anderen auch „strukturell" bestimmt, indem sie eine konzeptionelle „Anschlussfähigkeit" zum einen an Emotionskonzepte in einer kognitiv-funktional orientieren Denkrichtung und zum anderen an Emotionskonzepte in einer konstruktivistisch orientierten Denkrichtung aufweisen sollen.
Damit sind wesentliche Merkmale der „neuen" Emotionskonzepte beschrieben. Diese können als Kriterien zur Auswahl „neuer" Emotionskonzepte bezeichnet werden. Anhand der Kriterien wird im Folgenden ein Klassifikationssystem ausgewählt und vorgestellt, in dem Emotionskonzepte auf unterschiedliche Weise metatheoretisch eingeordnet sind. Das Klassifikationssystem weist drei paradigmatische Einordnungen auf, in denen Emotionskonzepte beschrieben werden.
Die Einteilung beinhaltet zum einen ein strukturalistisches Paradigma (Kapitel 3.1.1), in dem strukturalistisch orientierte Emotionskonzepte genauer ausgeführt werden. In der Klassifikation wird weiter ein funktionalistisches Paradigma thematisiert (Kapitel 3.1.2). Darin werden verschiedene kognitiv-funktional orientierte Emotionskonzepte beschrieben. Eine dritte Einteilung beinhaltet ein kontextualistisches Paradigma (Kapitel 3.1.3), in dem (sozial)konstruktivistisch orientierte Emotionskonzepte exemplarisch veranschaulicht werden. Im Rahmen der unterschiedlichen paradigmatischen Einordnungen werden „neue" Emotionskonzepte für eine konzeptionelle Erweiterung bestimmt und ihre Geeignetheit als „neue" Emotionskonzepte aufgezeigt.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion









