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4. Zum Medienbegriff (S. 47-48)
Der Begriff „Medium" kann, wie in Kapitel 2 bereits anklang, auf vielfältige Weise interpretiert werden. Kapitel 4.1 verdeutlicht, dass auch die im didaktischen Kontext übliche Eingrenzung auf technische Medien noch viel Spielraum für weitere begriffliche Akzentuierungen lässt. Trotz verschiedener Begriffe verlangt die Verwendung von Medien in Lehr-Lern-Situationen immer nach einer reflektierten Betrachtung ihrer möglichen didaktischen Funktionen. Einen Überblick liefert hierzu Kapitel 4.2.
4.1 Der Medienbegriff im didaktischen Kontext
In einer weiten Auffassung können Medien ganz allgemein als Vermittler zwischen dem Menschen und seiner Umwelt betrachtet werden – also als etwas, das Kommunikation ermöglicht. Anders ausgedrückt: Nach dieser Auslegung hat jede Kommunikation (und Interaktion) eine mediale Komponente.
Dies betrifft nicht nur die direkte zwischenmenschliche Kommunikation, Geld, Straßen oder Architektur sind dann ebenfalls Medien, da sie „Beziehungen zwischen Menschen vermitteln, d. h. ermöglichen oder auch behindern können" (Stiehler 2005, S. 305). Der weite Medienbegriff umfasst auch den Menschen selbst (als „personales Medium") sowie seine Sprache, Mimik, Gestik, Körperhaltung u.s.w.
Verbreiteter als das beschriebene weite Medienverständnis ist eine Sichtweise, die den Medienbegriff hinsichtlich des technischen Aspekts eingrenzt. Medien sind aus dieser Perspektive „technische Hilfsmittel, die Informationen gestalten, austauschen oder verbreiten" (Maier 1998, S. 14). Trotz dieser Eingrenzung bleibt der Medienbegriff vielschichtig, so dass es verschiedene Dimensionen gibt, anhand derer „technische Medien" charakterisiert werden können. So beschreibt Maier (1998, S. 14 ff.) drei Aspekte, nach denen sich technische Medien einteilen lassen:
• Der technische Aspekt beinhaltet die apparative Komponente sowie die in dem Medium enthaltene gestaltete Aussage oder Information. Die Nutzer/innen müssen die Technik des Mediums bedienen können.
• Der semantische Aspekt betrifft die Inhalte und ihre mediale Gestaltung. Hier lassen sich statische Medien (z. B. Printmedien, Fotografie), dynamische Medien (z. B. Fernsehen, Film, CD, DVD) und interaktive Medien (z. B. Computer) unterscheiden. Die Nutzer/innen müssen die transportierten Inhalte verstehen können.
• Der pragmatische Aspekt zielt auf den Austausch und die Verbreitung von Informationen, die damit verbundenen Absichten der Gestalter und die Interessen und Bedürfnisse der Nutzer. Maier benennt unter diesem Aspekt drei Bereiche: Massenmedien (z. B. Presse, Buch, Rundfunk, CD, Film, Fernsehen), Individualmedien (z. B. Telefon, Fax, Brief, E-Mail) und Unterrichtsmedien (z. B. Lernprogramme, Lehrfilme, Folien). Die Nutzer/ innen müssen die Medien für ihre eigene Kommunikation verwenden und gestalten können. Anhand des Beispiels Internet weist Maier jedoch zugleich darauf hin, dass die Grenzen zwischen den drei Medienformen verschwimmen und insbesondere Unterrichtsmedien zunehmend durch Massenmedien ersetzt werden.
Der Unterschied liegt somit nicht im Medium selbst, sondern im Verwendungszusammenhang: In Lehr-Lern-Prozessen vollzieht sich die mediale Vermittlung „durch professionelle Mittler ... , die in einem pädagogischen Verhältnis zu jenen stehen, denen etwas vermittelt wird" (Pietraß 2006, S. 17). Lehrende richten sich in ihrem Handeln, das den Einsatz technischer Medien einschließt, immer an Individuen. In der massenmedialen Verbreitung von Inhalten wird dagegen die Person, der etwas vermittelt wird, als Konsument, als „anonymer Repräsentant einer nach festgelegten Eigenschaften beschreibbaren Zielgruppe" (ebd.) angesehen. Die massenmediale Vermittlung sieht keine professionelle Begleitung vor.
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