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Was ist Grails? (S. 2-3)
Schnelleinstieg in Grails
Wenn Sie dieses Buch vor sich haben, wissen Sie wahrscheinlich schon Einiges über Grails und wollen rasch sehen, was es mit der Praxis der Anwendungsentwicklung mit diesem Werkzeug auf sich hat. Dem Wunsch wollen wir auch gleich nachkommen und zeigen, wie man mit wenigen Schritten eine einfache Webanwendung aufsetzt. Vorab seien aber noch ein paar erläuternde Vorbemerkungen erlaubt, um zu einem gemeinsamen Verständnis von Grails und den Zielen dieses TecFeed zu kommen.
Was ist Grails?
Grails ist eine hocheffiziente Entwicklungsplattform für Webanwendungen in der Java-Umgebung. s gibt in der Java-Welt bereits einige solche Plattformen, das Besondere an Grails aber besteht darin, dass es sich ein paar der Prinzipien zu eigen macht, mit denen Ruby on Rails bekannt geworden ist (daher auch der ursprüngliche, inzwischen aber nicht mehr verwendete Name »Groovy on Rails«).
Mit Rails kann man äußerst schnell Webanwendungen auf Basis der Skriptsprache Ruby erstellen. Grails transportiert die Idee von Ruby on Rails in die Java-Welt, um das zu ermöglichen, braucht es aber eine Programmiersprache, die ähnliche dynamische Eigenschaften aufweist wie Ruby, und das ist Groovy: Diese Programmiersprache baut auf Java auf und wird zu normalen Java-Klassen kompiliert, ist aber viel mächtiger als Java und bietet vor allem gewisse dynamische Möglichkeiten – zum Beispiel das nachträgliche Hinzufügen von Methoden zu vorhandenen Klassen –, die ein wichtiger Aspekt der Arbeitsweise von Grails sind. Grails ist keine bloße Portierung von Rails nach Java, aber es gibt zwei Grundprinzipien, die es von Rails übernimmt und die sein Design maßgeblich bestimmen:
KONVENTION VOR KONFIGURATION
Viele Java-Frameworks sind geprägt durch endlose Konfigurationsdateien (von manchen als »XML-Hölle« bezeichnet), die es zwar erlauben, Anwendungen in jeder denkbaren Weise zu strukturieren und organisieren, die aber in all ihrer Flexibilität viel Arbeit machen, schnell sehr unübersichtlich werden können und außerdem ein permanentes Problem der Koordination zwischen Java- und XML-Code mit sich bringen. Grails legt dagegen einfach bestimmte Regeln fest – z.B. wo sich gewisse Arten von Klassen zu befinden haben und wie sie zu benennen sind oder wie sich etwa eine URL in einen Methodenaufruf abbilden lässt – und erspart uns damit einen Großteil der Konfigurationsarbeit. Kennt man diese Regeln erst einmal, findet man sich in jedem Grails-Projekt zurecht, ohne diverse Konfigurationsdateien studieren zu müssen.
WIEDERHOLE DICH NICHT (DRY – DON`T REPEAT YOURSELF)
Dieselben Sachen sollen möglichst nur an einer Stelle definiert, deklariert oder implementiert werden müssen. Wenn beispielsweise irgendwo festgelegt ist, dass eine persistente Klasse ein bestimmtes Feld enthalten soll, dann sollte man nicht woanders noch einmal eine gleichnamige Datenbankspalte und wiederum an anderem Ort den Zusammenhang zwischen beiden definieren müssen. Sagen Sie an einer Stelle, was Sie möchten, und Grails erledigt – wenn irgend möglich – alles Weitere für Sie.
Das heißt freilich nicht, dass es in Grails-Anwendungen gar nichts zu konfigurieren gäbe. In einfachen Fällen ist es aber nicht viel – und dabei werden keine XML-Dateien, sondern ebenfalls Groovy-Programme verwendet. Die dynamische Natur dieser Sprache erlaubt es nämlich, ihre Syntax auch für semikonfigurative Zwecke zu verwenden. Das bietet bessere Möglichkeiten als XML, und man braucht nicht zwischen den Idiomen zu wechseln. Trotz dieser spezifischen Eigenarten ist Grails nicht von Grund auf neu gebaut, sondern verwendet diverse Zutaten mit Rang und Namen.
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