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Der dritte Messenger: An der Akkretionsscheibe - die Generalin muss sich entscheiden (Band Nummer 2491)
3. Kantiran: Hellgrün (S. 17)
Etwas war falsch. Zuerst fi el Kantiran nur die Stille in der kreisrunden Zentrale seiner THEREME II auf. Sekunden später erst wurde ihm klar, woran es lag. Die beiden Kartanin, die als Vibra-Pilotinnen seiner OREON-Kapsel dienten, hatten sich in ihre Kabinen zurückgezogen. Min-Kan-F’irn, die Kartanin mit dem weißsilbernen Streifen, der sich in ihrem Fell von der Stirn bis zum Nacken zog, redete offensichtlich gerne. Kantiran kannte längst ihre ganze Lebensgeschichte, während er von ihrer Mitpilotin kaum etwas wusste. Nicht einmal ihr vollständiger Name fi el ihm ein. Tsar-Sin- Irgendwas.
Die Kartanin trugen ohnehin viel zu komplizierte Namen. Allerdings musste er zugeben, dass es zu diesem Volk passte. Die katzenartigen Geschöpfe waren vielschichtig. In seiner Jugend auf der Paragetha, Arkons Elite-Kadettenschule, hatte er auch Hypnoschulungen über dieses Volk belegt. Damals hatte er zum ersten Mal Details aus Hangays außergewöhnlicher Historie erfahren, wie es zum Transfer dieser Galaxis aus dem sterbenden Universum Tarkan in das Standarduniversum, das die Kartanin als Meekorah bezeichneten, gekommen war.
Kantiran setzte sich in einen der Sessel, legte den Kopf zurück und schloss die Augen. Es roch nach dem Duftstoff, den die Schweigsame der beiden Kartanin im Übermaß als Parfüm benutzte. Kantiran konnte nicht gerade behaupten, dass er den Duft mochte. Cosmuel Kain war in ihrer Kabine zurückgeblieben. Sie beobachtete dort weiter die Fernortungen, obwohl ihrer beider Meinung nach keine Aussicht auf verwertbare Daten bestand. Man wusste jedoch nie. Wenn der dritte Messenger wieder um einige Lichtjahre sprang, womöglich sogar aus Gründen, die keiner nachvollziehen konnte, und den inneren Bereich des Kernwalls wieder verließ, würde eine völlig neue Situation entstehen. Außerdem hoffte Kantiran, dass sein Vater mit CHEOS-TAI zurückkehrte. Denn gleichgültig, ob der Raumer für das Aushalten solcher Gewalten ausgelegt war, fragte sich Kantiran, wie der GESETZ-Geber einen so gewaltigen Hypersturm überstanden haben sollte. Ebenso lag es im Bereich des Möglichen, dass Einheiten der Terminalen Kolonne CHEOS-TAI längst geentert hatten. Irgendwie würde die Gegenseite wieder zur Offensive übergehen, das stand für Kantiran fest. Allerdings konnte er sich einen weiteren Feldzug gegen die Nega-sphäre ohne den GESETZ-Geber – und ohne seinen Vater – nicht vorstellen.
Er atmete flach, um dem penetranten Parfümgeruch zu entgehen.
Das Gespräch mit Cosmuel hatte ihm geholfen, seine Prioritäten neu zu ordnen. Gerade in diesen Stunden durfte er sich nicht von Selbstzweifeln ablenken lassen. Vielleicht war seit seinem Beitritt zum Geheimbund der Friedensfahrer alles zu schnell gegangen, und vielleicht hätte er nicht zum Patron gewählt werden dürfen. Vielleicht dies, vielleicht das.
Doch die Umstände hatten ihn getrieben. Ob es ihm gefi el oder nicht, ändern ließ sich ohnehin nichts mehr daran. Er hatte sich nicht nach der Machtposition gedrängt, die ihm verliehen worden war. Aber als Sohn von Perry Rhodan schien es ihm in die Wiege gelegt zu sein, Handlungsbedarf zu erkennen.
Er gab sich einen Ruck. »Spiel eine der Botschaften an mich ab!«, forderte er. »Welche, Kantiran?«, fragte die künstliche Stimme des Bordrechners. »Lass den Zufall entscheiden.«
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