dummies
 
 

Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur ebooks mit Firmenlizenz anzeigen:

 

Liszt - Biographie eines Superstars

von: Oliver Hilmes

Siedler, 2011

ISBN: 9783641056339 , 432 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 13,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Versicherungsvertragsrecht 2008
    Produktinnovationen in der deutschen Versicherungswirtschaft - Theoretische Analyse aktueller Preisentwicklungen
    Rechtsschutzversicherung - Ein Leitfaden für die Praxis mit Übungsaufgaben, Kontrollfragen und Checklisten
    Grundlagen der Kalkulation von Versicherungsprodukten in der Schaden- und Unfallversicherung
    Praxisratgeber Umwelt- und Produkthaftung - Strafrecht - Haftungsrecht - Gefahrenabwehrrecht
    Haftpflichtversicherung
    Ratgeber Geschäftsführer-Haftung
    Die Kfz-Versicherung
  • Die Begutachtung für die private Berufsunfähigkeitsversicherung - Ein Leitfaden für medizinische Gutachter und Sachbearbeiter in den Leistungsabteilungen privater Versicherer
    Umweltschadensgesetz und Umweltschadensversicherung - Ein Handbuch für die Praxis
    Recht und Praxis des Versicherungsmaklers
    Keine Frage des Geschmacks - Roman
    Totengrund - Ein Rizzoli-&-Isles-Thriller
    Die Fährte - Harry Holes vierter Fall
    Das neue VVG- Eine synoptische Gegenüberstellung mit der alten Gesetzeslage
    Rechtsprechungssammlung zur Kasko-Versicherung
 

Mehr zum Inhalt

Liszt - Biographie eines Superstars


 

ROM (1861 – 1868) (S. 191-192)

Alle Wege führen nach Rom

Du kannst Dir gut vorstellen, dass wir in den letzten drei Wochen nur auf Okra’s Rückkehr gewartet haben«, schrieb Franz Liszt Anfang April 1860 an Marie in Wien. »Minette [Carolyne] kann weder essen, noch trinken, noch schlafen – Was mich betrifft, ich hoffe und hoffe und hoffe.«1 Im September des Vorjahres hatte Wladislaw Okraszewski seine diplomatische Mission begonnen, jetzt, ein halbes Jahr später, waren die Erwartungen riesengroß, und in der Altenburg lagen die Nerven blank.

Dann kam die erlösende Nachricht: Wenceslaus Zylinski, der Erzbischof von Mohilow, hatte Carolynes Ehe für ungültig erklärt. Der Jubel erhielt bald einen Dämpfer, als der Bischof von Fulda, in dessen Diözese Weimar lag, den Beschluss per Dekret wieder aufhob. Der dortige Oberhirte handelte aber nur im Auftrag von Antonino Saverio De Luca, dem Apostolischen Nuntius am Kaiserhof in Wien. Doch auch De Luca fungierte nur als Strohmann, denn die eigentlichen Drahtzieher waren die Gebrüder Hohenlohe.

Monsignore Gustav Adolf zu Hohenlohe hatte seinen Mitbruder De Luca mit geheimen Informationen versorgt: Okraszewski sei ein Halunke, die 70 000 Rubel seien nichts anderes als Bestechungsgeld, und überhaupt könne von einer seinerzeit erzwungenen Hochzeit von Nikolaus und Carolyne gar keine Rede sein. Für eine Annullierung bestehe also keine juristische Geschäftsgrundlage. Der Nuntius war alarmiert. Warum diese Feindseligkeit der Hohenlohes?

Konstantin konnte kein Interesse an einer Wiederverheiratung seiner Schwiegermutter haben. Die Person Franz Liszt spielte dabei allenfalls eine untergeordnete Rolle, es ging ihm vielmehr um eine grundsätzliche Überlegung: Sollte Carolyne mit ihren Bemühungen Erfolg haben und ihre Ehe mit Nikolaus von Sayn-Wittgenstein annulliert werden, dann würde deren Tochter Marie den Status eines illegitimen Kindes erhalten. Das würde aber auch bedeuten, dass Marie wahrscheinlich das riesige Vermögen verlieren würde, das Carolyne ihr einst überschrieben hatte. Darüber hinaus war Carolyne noch im gebärfähigen Alter.

Sollte sie Liszt heiraten, und sollten die beiden noch ein legitimes Kind zeugen, so Konstantins Angst, dann wäre die Erbfrage endgültig zuungunsten seiner Frau geklärt. Nicht auszudenken! Die Angst der Hohenlohes war also ganz diesseitiger Natur. Plötzlich rächte es sich, dass Marie in diesen Clan eingeheiratet hatte.

Carolyne konnte von den Machenschaften ihres Schwiegersohnes noch nichts wissen. Vielleicht hielt sie das Fuldaer Urteil für ein Missverständnis – gut möglich. Sie wähnte sich jedenfalls wenige Meter vor dem Ziel. Um den Erfolg zu garantieren, entschloss sie sich, persönlich nach Rom zu reisen, und verließ am 17. Mai 1860 Weimar in Begleitung von Wladislaw Okraszewski und ihrer Kammerfrau Augusta. Als sie an diesem Donnerstag Franz Liszt Adieu sagte, konnte sie sich wohl kaum vorstellen, dass sie ihn erst 16 Monate später wiedersehen würde. Der Abschied von Weimar war indes für immer; Carolyne von Sayn-Wittgenstein sollte nie wieder in die Goethe-und-Schiller-Stadt zurückkehren.