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Palast der sinnlichen Träume

Palast der sinnlichen Träume

von: Kate Hewitt

CORA Verlag, 2010

ISBN: 9783942031752 , 144 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 2,49 EUR

Exemplaranzahl:


  • Handbuch der Internen Revision - Ein praxisorientierter Leitfaden am Beispiel eines Industrieversicherers
    Personalmanagement für Agenturen und Makler in der Versicherungswirtschaft
    Moderne IT-Systeme als Wettbewerbsfaktor für Versicherungsunternehmen
    Grundbegriffe der Unfallmedizin - Lehrgang für Sachbearbeiter in der Privaten Unfallversicherung
    Der Versicherungsvertreter - Status - Rechte - Pflichten im aktuellen Recht
    Das Neue VVG kompakt - Ein Handbuch für die Rechtspraxis
    100 Fragen zur betrieblichen Versorgung des GGF/GF und seiner Angehörigen - Mit sozialversicherungsrechtlicher Beurteilung
    Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen (AUB 2008) - Motive und Erläuterungen
  • Interne Modelle nach Solvency II - Schritt für Schritt zum internen Modell in der Schadenversicherung
    Produktmanagement in Versicherungsunternehmen
    Verständliche Gestaltung Allgemeiner Versicherungsbedingungen am Beispiel der AKB
    Ärzte zwischen Heilauftrag und Kostendruck - Haftungsfragen bei Unterlassung ärztlicher Behandlungen aufgrund Wirtschaftlichkeitserwägungen
    Klassische und moderne Formen der Rückversicherung
    Kommentar zur Bauleistungsversicherung (ABN/ABU 2008)

     

     

     

 

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Palast der sinnlichen Träume


 

1. KAPITEL

Vier Jahre später.

Als das Flugzeug die Wolkendecke durchbrach, verrenkte Lucy Banks sich fast den Hals, um einen Blick auf das Inselreich Biryal erhaschen zu können. Doch unter ihr erstreckte sich nur das blau glitzernde Wasser des Indischen Ozeans.

Seufzend lehnte sie sich wieder zurück. Noch fühlte sie sich nicht bereit, sich Biryal zu stellen, geschweige denn dem Kronprinzen, Scheich Khaled el Farrar.

Khaled … Schon der Name ließ unzählige Bilder vor ihrem geistigen Auge aufblitzen. Sein atemberaubendes Lächeln, sein Blick, der den ihren quer durch einen überfüllten Pub nach einem Spiel gefangen nahm, das Prickeln, das sie überlief, wenn er ihr in die Augen schaute, das Glücksgefühl, das durch ihre Adern strömte und ihren Herzschlag beschleunigte.

Und dann folgten, gegen ihren Willen, stärkere, süßere Erinnerungen. Jene, die sie dicht in ihrem Herzen bewahrte, obwohl ihre Vernunft ihr gebot, sie zu vergessen. Einen Moment erlaubte sie sich, sich doch in ihnen zu verlieren und errötete, weil zusammen mit den Bildern auch das Verlangen in ihr aufstieg. Immer noch.

Sie lag in Khaleds Armen. Träge strömte das goldene Licht des Nachmittags durch die Fensterläden. Ein helles Lachen entrang sich ihrer Kehle. Seine Lippen berührten die ihren, seine Hände streichelten ihren Körper, als sei er ein unermesslicher Schatz, während sie sich gemeinsam bewegten, ihre Seelen miteinander verschmolzen.

Schamlos gab sie sich seinen Liebkosungen, seinen Zärtlichkeiten hin. Sie genoss die Freiheit, zu lieben und geliebt zu werden. Alles schien so einfach zu sein, so klar, so richtig.

Die Scham war später gekommen, hatte ihre Seele verbrannt und ihr Herz gebrochen, als Khaled ohne Erklärung, ohne ein Wort des Abschieds England verlassen hatte.

Sie fragte seine Teamkameraden. Alles, was sie wussten, war, dass er schlicht gegangen war.

Lucy schluckte und drängte die Erinnerungen zurück.

„Alles in Ordnung?“, fragte Eric Chandler und ließ sich auf den Sitz neben sie fallen.

Trotzig hob Lucy das Kinn und zwang sich zu einem Lächeln. „Es geht mir gut.“

Von all den Menschen, die ihre Verliebtheit mitbekommen hatten verstand Eric es – sie – vielleicht noch am ehesten. Er war Khaleds bester Freund gewesen. Und nach seinem Verschwinden war er ihrer geworden.

Doch sein Mitgefühl wollte sie nicht; es grenzte zu sehr an Mitleid.

„Du hättest nicht mitkommen müssen“, sagte er.

Dieses Gespräch hatten sie schon einmal geführt, als zum ersten Mal von einem Freundschaftsspiel gegen Biryals neu aufgestellte Rugbymannschaft die Rede war.

Müde schüttelte sie den Kopf. Sie hatte keine Lust, die alten Gründe zu wiederholen. Eric wusste genau, weshalb sie diesen Schritt gehen musste.

„Du schuldest ihm gar nichts“, fuhr er fort.

Lucy seufzte. „Ich schulde Khaled die Wahrheit“, erwiderte sie leise.

Die Wahrheit, mehr nicht. Sie wollte ihm eine Botschaft übermitteln, dann konnte sie mit ruhigem Gewissen und leichtem Herzen wieder gehen. Aus diesem Grund war sie nach Biryal gekommen. Um Khaled zu sehen und die Sache ein für alle Mal zu beenden.

Angespannt stand Khaled auf der Landebahn von Biryals einzigem Flughafen und beobachtete, wie die große Maschine zur Landung ansetzte.

Sein Magen zog sich zusammen, ein pulsierender Schmerz beherrschte sein Knie. Dennoch setzte er eine entspannte Miene auf und lächelte.

Wer würde in dem Flugzeug sitzen? Er hatte sich die Passagierliste nicht allzu genau angesehen. Einige Spieler von früher würden dabei sein, manche aus dem Begleitteam würde er kennen und natürlich den Trainer, Brian Abingdon.

Seit er damals halb bewusstlos vom Platz getragen worden war, hatte er außer Eric keinen von ihnen mehr gesehen.

Und was war mit Lucy? Gegen seinen Willen schmuggelte sich die Frage in seine Gedanken. Khaled presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen.

Er würde jetzt nicht an Lucy denken. Seit vier Jahren hatte er keinen Gedanken mehr an sie verschwendet. Es war wirklich erstaunlich, wie viel Kraft es kostete, nicht an jemanden zu denken.

Nicht an das Gefühl ihrer seidigen Haare, wenn er mit den Fingern hindurchfuhr, nicht an das Gefühl ihrer Wimpern an seinen Wangen, nicht an ihr kehliges Lachen, das ihn immer wieder überraschte und den Wunsch weckte, sie in die Arme zu ziehen.

Zu spät wurde Khaled klar, dass er doch an sie dachte. Er verlor sich geradezu in sentimentalen Erinnerungen. Und das hatte überhaupt keinen Sinn. Er bezweifelte, dass Lucy sich an Bord des Flugzeugs befand. Und selbst wenn …

Selbst wenn …

Sein Herz tat einen Sprung, als ein Gefühl in ihm aufwallte, dass verdächtig nach Hoffnung aussah. Angewidert schüttelte Khaled den Kopf. Selbst wenn sie an Bord war, spielte es keine Rolle.

Es durfte keine spielen.

Vor vier Jahren hatte er für sie beide eine Entscheidung getroffen. Jetzt musste er damit leben. Für immer.

Das Flugzeug setzte auf der Landebahn auf und rollte dann auf das Flughafengebäude zu.

Khaled straffte sich. Vier Jahre lang hatte er auf diesen Augenblick hingearbeitet; er konnte sich jetzt nicht verstecken. Er wollte diese Konfrontation, trotz – oder gerade wegen? – seiner Schmerzen. Er war am Ziel. Der Tag der Abrechnung war gekommen.

Gleißendes Sonnenlicht begrüßte Lucy, als sie aus der Maschine stieg. Gestartet waren sie bei trübem Januarwetter; auf den heißen trockenen Wind, der den Duft von Salz und Sand mit sich brachte, war sie nicht vorbereitet. In dem hellen Licht wirkte die Landschaft sehr hart und unversöhnlich.

Während sie in ihrer Tasche nach der Sonnenbrille kramte, griff Eric nach ihrem Ellenbogen, um sie die letzten Stufen der Gangway nach unten zu geleiten.

„Er ist hier“, murmelte er ihr ins Ohr. Noch während ihr Herz sich vor Aufregung zusammenzog, verspürte sie eine gewisse Gereiztheit in sich aufsteigen. Sie brauchte Eric nicht als Regisseur dieses Dramas. Sie wollte überhaupt kein Drama.

Das hatte sie bereits hinter sich. Jetzt war es an der Zeit, Schluss mit dieser Theaterinszenierung zu machen und sich wie eine Erwachsene zu verhalten. Ruhig. Gefasst.

Gleichgültig.

Sie entzog sich Erics Griff und setzte die Sonnenbrille auf. Nun konnte sie die Landschaft deutlicher ausmachen. Ein paar Büsche jenseits der Landebahn, schroffe Berge in der Ferne.

Und Khaled. Sie musterte sein Profil, und erst jetzt wurde ihr klar, dass sie die ganze Zeit nach ihm Ausschau gehalten hatte.

Er unterhielt sich mit Brian, dem Trainer. Seine Bewegungen wirkten steif, abgehackt, fast schien es, als fühle er sich unbehaglich, obwohl er offen und freundlich lächelte. Dann klopfte er dem anderen Mann in einer freundschaftlichen Geste auf die Schulter.

Mit einiger Anstrengung gelang es ihr, den Blick abzuwenden.

Lucy hatte nicht vor, zu Khaled zu gehen. Für diese Begegnung war sie noch nicht bereit. Doch als besäßen sie einen eigenen Willen, trugen ihre Beine sie in seine Richtung. Ein paar Meter vor ihm blieb sie stehen. Und dann schaute er auf.

Selbst auf die Entfernung nahm sein Blick sie gefangen und machte sie hilflos. Schwach. Sie war froh, dass sie ihre Sonnenbrille trug. Sonst hätte er ihre Augen gesehen und in ihnen … was? Kummer? Verlangen?

Nein!

Kämpferisch hob Lucy das Kinn, während Khaled sie weiterhin mit ausdrucksloser Miene musterte. Sie bemerkte die feinen Linien um seinen Mund herum, die Härte in seinen Augen. Und dann, ohne das geringste Zeichen des Wiedererkennens, wandte er sich ab.

Genauso gut hätte sie eine Fremde oder eine Statue sein können. Und bevor sie es verhindern konnte, stieg das Gefühl der Demütigung in ihr auf. Sie spürte, wie einige aus der Mannschaft sie neugierig ansahen. Es waren genug Leute von früher dabei, die sich an die Ereignisse von vor vier Jahren erinnerten. Lucy drückte den Rücken durch, schob die Tasche höher auf ihre Schulter und schlenderte betont lässig davon.

Am liebsten wäre sie im Boden versunken. Seine Ablehnung tat so weh.

Es war nur ein Blick, schimpfte sie mit sich. Hör sofort mit dem melodramatischen Theater auf. Vor vier Jahren hatte sie sich völlig gehen lassen. Tagelang hatte sie geweint und sich mit einem Becher Eiscreme in ihrem Bett verkrochen. Noch nie hatte sie sich so ausgenutzt und wertlos gefühlt.

Und nun reichte ein flüchtiger Blick, um all die schrecklichen Empfindungen von damals zu wecken.

Entschlossen schüttelte Lucy den Kopf. Nein, sie würde nicht zulassen, dass Khaled diese Gefühle in ihr wach rief. Diese Art Macht würde sie ihm nicht verleihen.

Die nächsten zwanzig Minuten verbrachte sie mit Dingen, bei denen sie nicht nachzudenken brauchte. Die Gepäckstücke mussten sortiert, die Pässe herausgesucht werden.

Warmer Schweiß rann ihr über den Rücken. In diesem Land war es viel heißer, als sie erwartet hatte. Manchmal wanderte ihr Blick zu Khaled hinüber. Ihm schien die Hitze überhaupt nichts auszumachen.

Warum auch? Schließlich war er hier aufgewachsen. Er war der Kronprinz dieses Inselreiches. Damals war ihr keine dieser Tatsachen wirklich bewusst gewesen. Sie hatte in ihm stets den charmanten Rugbystar gesehen, der in Eton zur Schule gegangen war und dessen Stimme und Wortwahl so klangen, als verbringe er seine Sommer in Surrey oder Kent.

...