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ABAP. Die Programmiersprache des SAP-Systems R/3

ABAP. Die Programmiersprache des SAP-Systems R/3

von: Bernd Matzke

Addison-Wesley Verlag, 2002

ISBN: 9783827319609, 864 Seiten

4. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 29,95 EUR

Ersparnis: 30,00 EUR

  • Visual Basic 6 - Programmiertechniken, Datenbanken, Internet
    Microsoft SQL Server 2000
    Oracle-Programmierung
    Access 2002 - Datenbanken planen, entwickeln, optimieren
    Persönlichkeitstests im Personalmanagement. Grundlagen, Instrumente und Anwendungen

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

ABAP. Die Programmiersprache des SAP-Systems R/3


 

4 ABAP Objects (S. 555-556)

Mit der Version 4.0 wurden in ABAP erste objektorientierte Erweiterungen wirksam. Seit der Version 4.6 ist ABAP eine vollwertige objektorientierte Sprache. In diesem Zusammenhang führte die SAP AG die neue Bezeichnung ABAP Objects für die R/3-eigene Programmiersprache ein. Im Gegensatz zu anderen Abschnitten dieses Buches, in denen zunächst Beispiele den praktischen Einstieg ermöglichten und später auf Details eingegangen wurde, soll hier auf entgegengesetzte Weise verfahren werden. An die Erläuterung der Begriffe schließen sich einige einfache Beispiele an. Danach werden die Werkzeuge zur Erstellung und Verwaltung von systemweit verfügbaren Klassen vorgestellt. Den Abschluss des Kapitels bilden einige Beispiele zum Einsatz existierender Klassenbibliotheken, vor allem im Zusammenhang mit dynamischen Dokumenten.

4.1 Begriffe aus der ABAP-Objects-Welt

Der Grundgedanke der objektorientierten Programmierung besteht darin, die Daten und den Programmcode zu deren Bearbeitung in kompakten Elementen, den Objekten, zusammenzufassen. Diese Vorgehensweise erleichtert die Modellierung realer Sachverhalte in einem Programm. Die objektorientierte Programmierung führt eine ganze Reihe neuer Begriffe ein, die unabhängig von der jeweiligen Programmiersprache existieren. Dieser Abschnitt beschreibt die wichtigsten neuen Begriffe, ohne dass er eine komplette Einführung in das Gebiet der objektorientierten Programmierung sein soll. Dabei sollen Analogien zum herkömmlichen ABAP den Einstieg erleichtern.

4.1.1 Klasse

Eine Klasse ist die Beschreibung eines Objekts, vereinfacht ausgedrückt der Datentyp für ein Objekt. In der Klasse definieren Sie die Daten sowie den Programmcode, der auf diese Daten zugreifen darf. Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Datentypen besteht darin, dass in der Klassendefinition nicht nur einfache Datenfelder definiert werden, sondern auch Quelltext steht. Von der Klasse leiten Sie später die Objekte ab.

4.1.2 Objekt

Ein Objekt ist die Instanz einer Klasse, ebenso wie ein Datenfeld die Instanz eines Datentyps ist. In Ihrem Programm arbeiten Sie mit Objekten. Sie erzeugen diese, weisen Ihnen Daten zu und rufen Funktionen auf, mit denen Sie die Daten der Objekte bearbeiten. Innerhalb eines Programms kann es beliebig viele Objekte einer Klasse geben.

4.1.3 Referenz

Eine Referenz ist ein Verweis auf ein Objekt, entfernt vergleichbar mit einem Feldsymbol. Der Zugriff auf ein Objekt ist nur über eine derartige Referenz möglich. Im Programm erscheint die Referenz als Datenfeld eines speziellen Typs. Es ist möglich, dass mehrere Referenzen auf ein und dasselbe Objekt zeigen. Neben der Referenz auf echte Objekte existieren weitere Unterarten, die auf Klassen oder Interfaces verweisen können.

4.1.4 Attribut

Attribute sind die Datenfelder eines Objekts. Sie werden innerhalb der Klassendefinition mit denselben Anweisungen deklariert wie in einem herkömmlichen Programm. Da Objekte unabhängig voneinander existieren, sind auch die Attribute unabhängig von denen anderer Objekte, selbst wenn beide Objekte zur selben Klasse gehören. Die Attribute sind, vom Spezialfall Klassenattribut abgesehen, erst dann verfügbar, wenn das Objekt erzeugt wurde, also eine Instanz einer Klasse existiert.

4.1.5 Methode

Als Methode bezeichnet man die Quelltextteile, mit denen Sie auf die Attribute eines Objekts zugreifen. Verglichen mit der herkömmlichen Programmierweise ähneln die Methoden den Unterprogrammen bzw. Funktionsbausteinen. Auf die Methoden greifen Sie, wieder von der Ausnahme Klassenmethode abgese hen, immer über ein konkretes Objekt zu. Daher sind die Methoden erst verfügbar, wenn Objekte, also Instanzen einer Klasse, existieren.

4.1.6 Event

Objekte können ein Ereignis (Event) auslösen. Andere Objekte können dieses Ereignis erkennen und darauf reagieren. Durch den Event-Mechanismus können Objekte miteinander kommunizieren. Die Events sind an konkrete Objekte gebunden, beziehen sich also immer auf explizit benannte Objekte und nicht pauschal auf alle existierenden Instanzen einer Klasse. Um auf einen Event reagieren zu können, muss sich ein Objekt für die Behandlung dieses Ereignisses registrieren. Dabei muss es nicht nur den Namen des Ereignisses, sondern auch das auslösende Objekt angeben.