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Branding für Unternehmensberatungen: So bilden Sie eine Wissensmarke

Branding für Unternehmensberatungen: So bilden Sie eine Wissensmarke

von: Frank Höselbarth, Rupert Lay, Jean-Christophe Ammann ( Hrsg.)

Campus Verlag, 2001

ISBN: 9783593368009, 278 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 34,70 EUR

Ersparnis: 5,20 EUR

  • Interkulturelles Lernen / Interkulturelles Training
    Wirksame Selbsthilfe bei Übersäuerung, Viren, Bakterien und Parasiten
    Gesundheitspsychologie - Ein Lehrbuch
    Handbook of Asian Management
    Marketing: Eine praxisorientierte Einführung
    Internet für Existenzgründer: So nutzen Sie das Netz auf dem Weg in die Selbstständigkeit
    Finanzkrisen im Übergang zum 21. Jahrhundert - Probleme der Peripherie oder globale Gefahr?
    Optimal präsentieren - So überzeugen Sie mit Körpersprache
  • Professionell präsentieren beim Kunden - Erfahrungen aus über 1000 Präsentationen
    Das 360°-Feedback: Alle fragen? Alles sehen? Alles sagen?
    Körpersprache im Assessment-Center: Sicher Auftreten - souverän überzeugen
    Marketing - Grundlagen für Studium und Praxis
    Hurentaten

     

     

     

     

 

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Branding für Unternehmensberatungen: So bilden Sie eine Wissensmarke


 

IWC: Das Tempotrauma


Wir müssen die Uhr vom ständigen Feind zu unserem besten Freund machen. Nach dieser Produktphilosophie verkauft die Schaffhauser Manufaktur IWC mit ihren Uhren eine ganz bestimmte Vorstellung von Zeit. Mit Erfolg.

Wir sind wahrscheinlich alle Masochisten. Fast alle. Sonst müssten die Straßenränder übersät sein mit Uhren. Abgeschnallt und weggeworfen von Menschen, die am Tempotrauma leiden. An jenem zunehmenden Verlust von Eigenzeit, der uns sehenden Auges auf der Rutschbahn der High-Speed-Gesellschaft dem Ende eines nur halb gelebten Lebens näher bringt. Aber keiner wirft seine Uhr absichtlich weg. Keiner schafft die Uhren ab. Es ist gerade umgekehrt: In jeder Minute werden auf der Welt ungefähr 2000 neue dieser Zeitfesseln fertig gestellt. Zehnmal mehr als neue Menschen. Die Schaffhauser Uhrenmanufaktur IWC ist an der ungeheuren Uhrenvermehrung nur mit 0,07 Stück in der statistischen Minute beteiligt. Nicht mehr als ein Körnchen im Sandsturm der Beschleunigungsgesellschaft.

Oder sogar ein Sandkorn im Getriebe einer aberwitzigen Chrono-Logik, die weder ihr genaues Ziel, noch ihr Ende kennt? Auf dem Allgemeinplatz, wonach die selbst bestimmte Zeit mittlerweile zum kostbarsten Luxusgut geworden sei, drehen viele ihre Pirouetten. Und oft genug versuchen sie mit genau diesem Argument dann doch nur, uns einen weiteren Zeitschlucker aufzuschwatzen, der helfen soll, den chronischen Zeitmangel wenigstens besser zu verwalten. Sind wir damit nicht kollektiv auf dem Holzweg?

Umgekehrt kann aber auch die Frage gestellt werden, ob wir vielleicht klagen, ohne wirklich zu leiden. Ob wir am Ende sogar lustvoll genießen, was wir lautstark bejammern. Der Ritt auf der höchsten Welle des permanenten Termindrucks, der mit dem Organizer in der Hand bis zum Kick der eingebildeten Unentbehrlichkeit gesteuert wird, ist nicht nur Stress, sondern auch berauschende Droge. Jedoch: Der Zeit-Missbrauch, das permanente Überschreiten der persönlichen Höchstgeschwindigkeit, wird mit physischem und psychischem Mate-rialverschleiß bestraft. "Burnout", sagt der Doktor dazu. Und was er dagegen verordnet ist Œ Zeit. Unausgefüllte, verplemperte Zeit. Es ist das Einzige, was hilft.

Die Sache ist nicht ganz neu. Und sie ist schon gar keine exklusive Begleiterscheinung der Postmoderne. Sonst wäre Seneca kaum auf den nachdenklichen Satz gekommen: Es ist nicht zu wenig Zeit, was wir haben, sondern was wir nutzen. Gemeint ist natürlich, sinnvoll nutzen. Aber was ist der Sinn? Mit diesem Fragezeichen fängt das Elend wahrscheinlich an.

Zeitsuche ist auch Sinnsuche. Die Arbeit an der Zeitmessung ist zwangsläufg Arbeit am Sinn des Lebens, auch wenn das dem Uhrmacher, der in seinem Atelier am Mysterium der Zeit tüftelt, nicht immer ganz bewusst wird. In einer Manufaktur, die sich auf der Bühne dieses geistigen Hintergrundes bewegt, gibt es immer ein paar Spitzenkräfte, die nicht dafür bezahlt werden, dass sie viel tun. Sondern dass sie im richtigen Moment das Richtige zur neuen Uhrenidee machen. Und das kann man nicht herbeizwingen. Dafür braucht es Zeit.

IWC baut unter anderem wahre Kathedralen der Zeitmessung, wie die Grande Complication, die Destriero Scafusia, die Da Vinci. Mechanische Kunstwerke mit klingenden Namen, deren Zeithorizont weit jenseits dem des Menschen liegt Œ 500 Jahre voraus. Denn auf diese Spanne sind ihre eingebauten "ewigen" Kalendarien eingerichtet. Mechanisch, versteht sich. Und dabei wird sogar immer die komplette Jahreszahl mit angezeigt.

Nur alle 100 Jahre bewegt sich ein kleines Bauteil um 1,2 Millimeter, das Jahrhundertschieber heißt, damit auch die beiden ersten Zif-fern der vierstelligen Jahreszahl richtig angezeigt werden. Da auf diesen kleinen Schieber nur drei Zahlen passen, wird dem Uhrenkäufer ein so genannter Reserveschieber für die restlichen Jahrhunderte mitgegeben, der dann in 200 Jahren gegen den bisherigen ausgetauscht werden muss. Was für eine provokante Idee.