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Der siebte Tag

Der siebte Tag

von: Ingrid Black

PeP eBooks, 2004

ISBN: 9783894808174, 382 Seiten

Format: ePUB, PDF

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

Ersparnis: 0,96 EUR

  • Elfenkind
    Herbst - Läuterung
    Den Himmel gibt´s echt
    Herbst - Zerfall
    Der Bankräuber
    Bleib cool, Papa
    Du gibst das Leben
    Mein Herz kennt die Antwort
  • Kopfschuss
    Die Zehn Gebote
    Das Feenorakel
    Zeit der Vergebung
    Alphavampir
    Der Geschmack des Wassers
    Succubus Shadows
    Hurentaten
 

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Der siebte Tag


 

SECHSTER TAG (S. 281-282)

33

Schlaf und starker Kaffee. Das hilft gegen alles. Ich musste mich vorerst mit Kaffee begnügen, denn das mit dem Schlaf wollte nicht so recht klappen. Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, endlich kurz vor dem Einschlafen zu sein, überfiel mich ein Gefühl von Panik, weil ich so dumm gewesen war, in Mullens Wohnung einzubrechen. Entweder das oder Bilder von Fagan drängten sich mir auf, sobald ich die Augen schloss. In dieser Woche breiteten sich die Erinnerungen aus wie Viren. Ich brauchte nicht mal mehr die Augen zu schließen, um ihn genauso deutlich vor mir zu sehen wie damals vor fünf Jahren, als er sich aus dem Schatten zwischen den Bäumen löste und sich lächelnd vor mir aufbaute.

»Habe ich Sie erschreckt?«, hatte er mich gefragt. Es war auf jeden Fall mein Glück, dass Finbar Donnelly, der Leiter der Überwachungseinheit der Dublin Metropolitan Police, ein Freund von Fitzgerald war, den sie schon seit ihrer Anfangszeit bei der Polizei kannte, sonst hätte ich genauso im Regen gestanden wie Lawlor und Elliott. Er hatte sich bereit erklärt, die Fotos, die mich bei meiner kleinen Nebentätigkeit als Einbrecherin zeigten, aus seinem offiziellen Bericht herauszulassen. Ich schuldete ihm was. Es gab eine Menge Leute, die sich gefreut hätten, mich auf die Nase fallen zu sehen. An die Auswirkungen, die das Ganze auf Fitzgeralds Karriere hätte haben können – immer noch haben konnte, wenn es herauskam –, daran mochte ich lieber gar nicht denken.

Am Abend zuvor in ihrem Büro hatte sie mir erzählt, dass sie, nachdem sie durch Fisher von den Vorkommnissen in London erfahren habe, sofort die Überwachung Mullens angeordnet habe, jedoch, da ich fast ständig unterwegs gewesen sei, keine Gelegenheit gehabt habe, mir davon zu berichten. Ich erzählte Fitzgerald nichts von dem Messer, das ich aus Mullens Küchenschublade entwendet, und erst recht nicht, dass ich es in den Fluss geworfen hatte. Sie war schon verärgert genug, weil ich den Einbruch vor ihr geheim gehalten hatte. Stattdessen berichtete ich ihr, was ich in seiner Wohnung alles gefunden hatte. Sie hörte mir aufmerksam zu und machte sich hin und wieder Notizen. Was sie von meiner Einbruchaktion hielt, sagte sie nicht. Das war auch gar nicht nötig, ich wusste es ohnehin. Spät abends waren wir in ihre Wohnung gefahren. Nun war früher Morgen, und ich stand erschöpft in ihrer Küche am Fenster. Ich hatte jede Stunde gezählt, die vergangen war, und mir die Zeit vertrieben, indem ich mit dem Finger Spiralen auf die beschlagene Innenseite des kalten Glases malte. Selbstzerstörerische Impulse. Damit kannte ich mich aus. Obwohl der Tag draußen langsam dämmerte, hatte das Licht immer noch eine düstere, graue Farbe. Wenn das Wetter es zuließ, konnte man vom Küchenfenster aus das Meer sehen. Das war der Hauptgrund, warum Grace die Wohnung gekauft hatte. Das und die Tatsache, dass sie neu war, Teil einer kleinen, funktionellen Wohnanlage gleich jenseits der viel befahrenen Strand Road an der Strandpromenade, was hieß, dass sie sich wenig um sie kümmern musste.

Sie brauchte im Moment eigentlich nur einen Ort, wo sie abends die Tür aufschließen und ihren Mantel und ihre Papiere irgendwohin knallen konnte, es genug heißes Wasser gab und sich im Kühlschrank irgendwas fand, das man in der Mikrowelle heiß machen konnte. Hier ist es wie in einem Hotel, sagte sie oft. Und das ohne Groll, denn sie akzeptierte ihr Leben, so wie es war. Trotzdem kam sie gerne zu mir, weil sie wusste, dass meine Räume zumindest bewohnt wurden, auch wenn ich meiner Umgebung wenig Aufmerksamkeit schenkte. »Diese Wohnung würde dich vermissen«, sagte sie manchmal zu mir, wenn wir zusammen dort waren. »Meine merkt es wahrscheinlich gar nicht, wenn ich weg bin.« Ihre Nachbarn bekam Grace kaum zu Gesicht, und sie bezweifelte, dass sie überhaupt wussten, wer sie war. Zumindest hatte sie für die seltenen Gelegenheiten, wenn sie sich doch mal zu Hause aufhielt und keine anderen Pflichten ihre Zeit in Anspruch nahmen, das Meer in der Nähe. Sie ging gern am Ufer spazieren. Manchmal sprach sie sogar davon, sich irgendein Plätzchen draußen auf dem Land zu suchen, wo wir die Wochenenden verbringen könnten, auch wenn sie natürlich wusste, wie ich über das Landleben dachte. Und wann konnte sie sich schon mal ein freies Wochenende gönnen?