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Breeds - Cabals Herz

von: Lora Leigh

LYX, 2018

ISBN: 9783736309562 , 500 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 8,99 EUR

Exemplaranzahl:


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Breeds - Cabals Herz


 

Prolog


DAUERTRAININGSEINRICHTUNG FÜR BREEDS; DEUTSCHLAND


Es war eine Szene wie aus einem Albtraum. So entsetzlich und blutig, dass sie jeder Vorstellungskraft spottete und Cassa geschockt nach Luft schnappen ließ.

„Wir müssen den Öffnungsschalter finden“, schrie sie entsetzt, während ihr Mann neben ihr stand, die Kamera auf der Schulter auf den Sichtbereich der Todesgrube gerichtet, von der man bisher nur in Gerüchten gehört hatte.

Es war mehr als eine Grube des Todes. Es war ein Ort solcher Todesqual und Bösartigkeit, dass Cassa kaum begreifen konnte, was dort geschah.

Ein Dutzend Breeds, nackt, schimmernde Tigerstreifen auf der Haut, versuchten verzweifelt, den langen, tödlich scharfen Klingen auszuweichen, die ein grauenvolles Spiel mit ihnen trieben.

Blut spritzte an die Stahlwände, bildete Pfützen auf dem Boden unter den Leibern derer, die das Pech gehabt hatten, nicht schnell genug ausgewichen zu sein. Und noch immer kämpften die anderen darum, zu überleben und einander zu schützen.

Ein wildes Brüllen, von dem größten und stärksten der todgeweihten Tiger-Breeds, war durch die Sprechanlage zu hören. Er gab sich alle Mühe, die anderen beiseitezustoßen, um sie zu schützen und einen Weg zu finden, das mechanische Hauen und Stechen aufzuhalten, das sich in wehrloses Fleisch schnitt.

„Douglas, hilf mir“, schluchzte Cassa, als ihr Mann nur wort- und reglos dastand und mit der Kamera die Brutalität des Genetics Councils und dessen sogenannten progressiven Trainings aufzeichnete.

Wie konnte das nur geschehen? Sie drückte einen Schalter und schlug mit den Händen auf die Öffnungskolben, doch die Klingen schnitten und stachen weiter auf die Breeds ein.

Das wütende Brüllen wurde lauter, und die reine animalische Raserei darin jagte ihr Schauer des Entsetzens über den Rücken, als sie ihren Mann am Arm packte und zu sich zog.

Und da sah sie es. Wie erstarrt, reglos vor Schock, sah sie die kranke Freude in seinem Blick, die Zufriedenheit in seinem Gesicht.

Als habe ein Schlüssel endlich die Tore geöffnet zu dem, was sie seit Monaten geahnt hatte. Cassa blinzelte, als die Realität endlich mit voller Wucht ihren Verstand traf. Die Gruppe Männer und Frauen, die in dieses kleine Land gekommen war, um genau dieses Labor zu finden und die Breeds hier zu befreien, hatte mit viel zu vielen bedauernswerten Unglücksfällen und falschen Spuren zu kämpfen gehabt. Schon seit Tagen hatte der Befehlshaber, Jonas Wyatt, die gesamte Gruppe mit eisigem Misstrauen behandelt. Wegen eines einzigen Mannes.

„Du.“ Sie spürte, wie sie innerlich zerfiel, wie etwas in ihr zerbrach, als ihr klar wurde, dass auch sie eine Rolle gespielt hatte in der Täuschung, die nun genau die Männer und Frauen tötete, zu deren Rettung sie gesandt worden waren. „Was hast du getan?“ Sie schrie ihm ihre Beschuldigung entgegen und sah das spöttische Grinsen um seine Lippen, während fanatische Vorfreude in seinen blassblauen Augen glänzte.

„Was ich getan habe? Nein, Cassa, die Frage ist, was du getan hast? Ohne deine Hilfe wäre ich nie Teil dieses Teams geworden.“ Er lachte ihr offen ins Gesicht. Sie fühlte die Erheiterung, die verhasste spöttische Arroganz in seinem Tonfall. Und immer noch hallten Schreie durch den Kontrollraum.

Er war ihr Ehemann. Er hatte ihre Verbindungen und ihre Freunde benutzt, um zu erreichen, dass er ihr Kameramann wurde, um die Befreiung der seltensten Breeds, die je erschaffen worden waren, zu dokumentieren. Die Bengalen – Tiger-Breeds.

„Hilf mir, sie zu befreien!“, schrie sie, und ihre Schläge gegen seine Schultern lockerten die Kamera und rissen sie aus der Verankerung an seiner Schulter.

Das Krachen, mit dem die Ausrüstung zu Boden fiel, war nur ein weit entferntes Geräusch von Zerstörung, als Douglas mit seinen Fäusten eine Explosion brutalen Schmerzes durch ihren Kopf jagte und sie auf den Zementboden fallen ließ.

Qualvoller Schmerz raste durch ihren Leib, und sie konnte das schmerzerfüllte Wimmern, das ihr über die Lippen kommen wollte, nicht aufhalten. Okay, Hilfe von seiner Seite konnte sie vergessen.

Sie zog sich zum Bedienpult hoch, und Tränen liefen über ihre Wangen, als sie anfing, auf jeden Hebel oder Knopf, den sie finden konnte, zu drücken, zu schlagen oder zu boxen.

Sirenen plärrten los, und rote und blaue Blinklichter blitzten auf. Eine mechanische Stimme gab Warnungen und Richtungsangaben in verschlüsseltem Kauderwelsch von sich, das den Schmerz in ihrem Kopf nur noch verschlimmerte.

„Du verdammtes, dämliches Miststück!“

Unbarmherzige Hände griffen in ihr Haar und rissen sie auf die Füße.

Cassa hielt sich nicht mit Schreien auf. Hier war niemand, der sie schreien hören, niemand, den es kümmern würde. Sie packte die Hand, die ihr Haar festhielt und krallte mit den Nägeln nach deren Fingern.

Sie schlug um sich und registrierte dabei nur undeutlich das ungehaltene, erschreckende Brüllen, das viel zu nahe und viel zu wütend zu hören war.

„Du ignorante kleine Hure!“, brüllte Douglas wieder, die Züge wutverzerrt, als er sie mit der Hand im Haar durchschüttelte. „Weißt du, was du da tust? Das sind Scheusale. Verdammte Tiere, die so tun, als seien sie Menschen.“ Mit der freien Hand schlug er ihr ins Gesicht, sodass grelle Lichter in ihrem Kopf explodierten, während eine weitere Warnung durch den Kontrollraum plärrte, gefolgt von einem Brüllen voll animalischer Wut, anders als alles, was sie je gehört hatte.

Cassa fuhr zusammen, als sie den Laut hörte – und plötzlich erstarrte Douglas.

„Du hast es doch gewusst“, fauchte er und schleuderte sie von sich.

Ihre Beine wollten sie nicht mehr tragen. In ihrem Kopf war dröhnendes Scheppern, das vor Qual vibrierte. Sie sank zu Boden und schüttelte den Kopf. „Ich wusste es nicht“, rief sie und zwang sich, zu ihm hochzublicken. „Du bist ein Monster, Douglas.“

Das Lächeln, das um seine Lippen spielte, war triumphierend. „Von dir habe ich die Pläne, wie man hier reinkommt, Cassa. Du hast mir von den Tieren erzählt, die die hier befreien wollten, und du, mein liebes Eheweib, hast mir von den Konsequenzen für das Council erzählt, falls sie freikommen.“ Er trat nach ihr und lachte, als seine Stiefelspitze sie in die Seite traf und sie eilig davonkroch, um aus seiner Reichweite zu kommen.

„Zehn Millionen Dollar auf ein Überseekonto, Cassa. Wer braucht da noch dich oder deine Verbindungen? Du hast mir die Mittel geliefert, um diese idiotischen Spinner zu verraten, die irgendwelchen Tieren in den Arsch kriechen wollen. Jetzt kannst du damit leben.“

Ein durchdringender animalischer Schrei hallte wie eine Explosion durch den Raum. Durch ihr Haar, das wie ein Schleier vor ihrem Gesicht hing, und die Tränen in ihren Augen sah Cassa, wie Douglas blass wurde, einen Blick auf die versiegelten Türen zur Grube warf und sich dann umdrehte, um zu fliehen.

Es passierte so schnell, und doch schwor Cassa, dass sie jede noch so kleine Bewegung wie in Zeitlupe sah. Sie sah den einzigen noch aufrecht stehenden Tiger-Breed, dessen wütende dämonische Augen bernsteinfarbenes Feuer sprühten. Blut rann ihm über den Körper. Sein Gesicht, seine Schultern, die Streifen, die ihm über die Pobacken und um die Oberschenkel liefen – Blut rann über die schweren Muskeln und schlanken Umrisse seines goldfarbenen Körpers. Er hob ein abgebrochenes Stahlrohr auf und schleuderte es an der langsam aufgehenden Käfigtür vorbei, wo es mit tödlicher Kraft durch die Fenster zum Kontrollraum brach.

Die scharfe Klinge bohrte sich in Douglas‘ Rückenansatz. Schreiend ging er zu Boden, und sein Kopf fiel in den Nacken, als er weiterschrie.

Das Rohr ragte aus seinem Rücken, und Blut spritzte aus der Wunde. Er verfiel in Zuckungen, und qualvolle Laute voll Entsetzen und Schmerz drangen über seine Lippen, während Cassa den einzigen Bengalen musterte, der der Grube entronnen war.

Er war derjenige, den die anderen mit allen Mitteln zu schützen versucht hatten. So viel hatte sie gesehen. Sie hatte gesehen, wie sie sich geopfert hatten, um diesen einen zu retten.

Eine mechanische Warnung hallte durch den Raum. „Achtung! Achtung! Feindliche Kräfte erreichen den Erdgeschosskorridor. Fünfzehn Sekunden Zeit zur Evakuierung. Vierzehn. Dreizehn.“

Cassa starrte das Geschöpf an, das sich nun ihr zuwandte. Langes, einst goldenes Haar, nun mit Blut verschmiert. Es hing schlaff bis auf seine Schultern, und die goldenen Flecken in den waldgrünen Augen blitzten vor Wut.

Der Bengale fletschte die Zähne und knurrte, und die bösartigen Reißzähne an der Seite wurden sichtbar.

Sie schüttelte entsetzt den Kopf. Jetzt würde er sie töten. Er hatte jedes Wort gehört, das Douglas gesagt hatte, jeden Vorwurf. Sie hatte genau die Geschöpfe verraten, um deren Rettung sie so hart gekämpft hatte. Es spielte keine Rolle, dass sie es unwissentlich getan hatte. Und es spielte keine Rolle, dass sie ihr Leben gegeben hätte, um sie zu schützen.

„Es tut mir leid“, rief sie...