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3.1 Inputqualitäten (Seite 20)
Makroebene
(1) Die Qualität des institutionellen Rahmens: Dass hier z. T. massive Qualitätsprobleme bestehen, wird gegenwärtig besonders anschaulich am Maßnahmedschungel für jene, welchen es zunächst oder auch dauerhaft nicht gelingt, in eine perspektiveneröffnende Ausbildung einzumünden (Baethge / Solga / Wieck 2006, Bojanowski 2006, Bojanowski / Ratschinski / Straßer 2005, Braun 2002, Eberhard / Krewerth / Ulrich 2006,). Die vorliegenden Daten und Problemanalysen dokumentieren für einen erheblichen Anteil der sich aktuell an der ersten Schwelle befindlichen Jugendlichen eine Berufsbildungskatastrophe in einem in neuerer Zeit unbekannten Ausmaß, für deren Behebung eher auf die Abmilderung von Symptomen als auf notwendige strukturelle Neujustierungen gesetzt wird.
Im Kontext des institutionellen Bedingungsrahmens stellt sich die Frage nach den Qualitäten unterschiedlicher Ausbildungsstrukturen wie z. B. dem dualen System und vollzeitschulischen Alternativen bzw. die Frage danach, inwieweit und in welcher Weise sich diese Strukturen auf die Outputebene auswirken. Untersuchungen dazu liegen primär aus den 80er-Jahren vor (Bunk u. a. 1989, Rothgängel 1991), deren Ergebnisse sich in neueren Studien (Knöll 2007, Nickolaus 2006, Nickolaus / Heinzmann / Knöll 2005) insoweit bestätigen, als sich kompetenzabhängig unterschiedliche Ausbildungsformen als vorteilhaft erweisen und Schwächere eher von systematischen Ausbildungsformen profitieren.
Die vor allem durch Kostenkalküle bestimmten Angebotsstrukturen im dualen System, die an der zweiten Schwelle seit Jahrzehnten dazu führen, dass nur etwa die Hälfte der Handwerkslehrlinge im erlernten Beruf Beschäftigung findet und etwa die Hälfte der Berufswechsler die erworbenen Qualifikationen nicht oder kaum verwerten kann (Henninges 1994), lassen ein weiteres auf struktureller Ebene angesiedeltes Qualitätsproblem erkennen.
Im Weiterbildungsbereich wären beispielsweise unübersichtliche und selektive Angebotsstrukturen, bewusst aufrechterhaltene und qualitätsrelevante rechtliche Freiräume und die im internationalen Vergleich defizitäre Finanzierung als Problembereiche zu nennen (Grünewald / Moraal 2002, Haak 2003). Die höchst divergente Beurteilung von Zugangschancen im Weiterbildungsbereich durch Manager und Betriebsräte verweist beispielhaft auf die Normproblematik.
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