Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
Inzestverbot und Gesetzgebung - Die Konstruktion eines Verbrechens (300-1100)
Das Verbot von Verwandtenehen (Inzest) stand vom 6. bis ins 11. Jahrhundert im Mittelpunkt der Gesetzgebung. Kaiser und Könige, Bischöfe und Päpste erließen immer wieder neue Regelungen zum Inzestdelikt und stellten diese Bestimmungen häufig an die Spitze von Gesetzestexten und Kodifikationen. Die Reichweite der verbotenen Verwandten wurde dabei stetig ausgedehnt.
Im 11. Jahrhundert war es kaum möglich, Ehen zu schließen, die nicht aufgrund des Inzestverbots angefochten werden konnten. Die Sorge um die Gültigkeit von Eheschließungen beschäftigte insbesondere den Adel, da mit der Illegitimität der Kinder der soziale Status auf das Spiel gesetzt wurde.Über dieses einzigartige Phänomen wird in der historischen, ethnologischen und soziologischen Forschung eine intensive Diskussion geführt. Dieses Buch zeichnet die radikale Ausdehnung der Ehehindernisse erstmals epochenübergreifend und transkulturell nach. Es wird die These aufgestellt, dass die Entstehungsbedingungen dieser „Obsession“ im Funktionswandel von Gesetzgebung und in den Reaktionen von Königen, Kaisern und Bischöfen auf den Verlust antiker Staatlichkeit zu suchen sind. Die ausgedehnten Inzestverbote sollten die Etablierung überregionaler Heiratsmärkte herbeiführen und dadurch der Integration von Großreichen dienen.
Mehr eBooks zum gleichen Thema
Die Formierung Europas 840-1046, von: Johannes Fried, Preis: 21,80 EUR
Mittelalter, von: Harald Müller, Preis: 17,80 EUR
Familiaria, Band 2: Buch 13-24, von: Francesco Petrarca, Berthe Widmer (Hrsg.), Preis: 198,00 EUR
Tiere und Fabelwesen im Mittelalter, von: Sabine Obermaier (Hrsg.), Preis: 99,95 EUR
Kirchenrecht im mittelalterlichen Ungarn, von: Péter Erdo, Preis: 24,99 EUR
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion









