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Kapitel 14
3 Ein Heim einrichten und planen (S. 95-96)
Demenzgerechte Einrichtungen – brauchen wir so etwas?
In der Schweiz, Österreich und Deutschland leben zurzeit mehr als eine Million demenzbetroffene Menschen (1190000). Weil jedes Jahr bis zu 2% zusätzliche Erkrankungen hinzukommen, werden bis zum Jahr 2020 etwa 30–40% mehr Patienten zu betreuen und zu pflegen sein. Von diesen wird ein Drittel, also mehr als eine halbe Million, in Alters- und Pflegeheimen leben. Diese Heime tragen Namen wie «Abendruhe», «Arkadien», «Sonnenstube» und «im Schärme»1, die uns suggerieren, dass dort betagte Menschen in friedlicher Eintracht ihren verdienten Lebensabend miteinander verbringen können.
Konflikte, seelische und körperliche Gewalttätigkeiten zwischen demenzbetroffenen und nicht dementen Heimbewohnern sowie Auseinandersetzungen zwischen Demenzbetroffenen und dem betreuenden Personal gehören jedoch zum Heimalltag.
Was sind «Special Care Units»?
Die Lebensraumgestaltung demenzbetroffener Gäste in Altersund Pflegeheimen muss vor dem Hintergrund wachsender Pro bleme deshalb neu entwickelt und in die Praxis umgesetzt werden. Während in den USA und Grossbritannien, aber auch in Schweden, Frankreich und Holland bereits in den 80er Jahren spezielle Einrichtungen für demenzbetroffene Menschen eingerichtet wurden – so genannte «Special Care Units for Dementia » (demenzgerechte Spezialabteilungen) –, gibt es in vielen anderen Ländern Europas (hierzu zählt auch die Schweiz) erst vereinzelt Institutionen, die solch innovativen Ansätze realisiert haben.
Träger und Verantwortliche von Alters- und Pflegeheimen sehen sich deshalb in den nächsten Jahren mit einer gewaltigen Herausforderung konfrontiert. Sie müssen ihr bisheriges Angebot, das auf geistig gesunde und urteilsfähige betagte Menschen ausgerichtet war, für die spezifischen Bedürfnisse demenzbetroffener Gäste erweitern. Für die meisten Heime bedeutet dies, dass sie demenzgerechte Einrichtungen mit entsprechend geschultem Pflegepersonal und demenzgerechten Angeboten überhaupt erst schaffen müssen.
Für Politiker, Planer, Architekten und Betreiber von Alters- und Pflegeheimen stellt sich die Frage, was eine solche Spezialabteilung speziell (bzw. spezialisiert) macht gegenüber bisherigen Alters- und Pflegeheimen und vor allem, ob die Inbetriebnahme solcher Abteilungen gerechtfertigt ist. Soll nun für ein demenzgerechtes Heim ein Neubau errichtet oder soll in einem bestehendem Alters- und Pflegeheim eine oder mehrere demenzgerechte Abteilungen eingerichtet werden? Sollen einem bestehenden Alters- und Pflegeheim Pavillons zur Unterbringung demenzbetroffener Menschen angegliedert werden? Kann ein Einfamilienhaus oder ein Personalhaus zur demenzgerechten Wohngruppe umgebaut werden? Welche Infrastruktur ist dazu notwendig?
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